Eurosport - Di 15.Jan. 17:15:00 2008
Sechs WM-Helden stehen für die kommende Saison bereits beim FC Bayern unter Vertrag, mit Jens Lehmann könnte ein weiterer folgen - Hinweise auf einen Wechsel an die Isar gibt es reichlich. Doch nicht nur das Thema "Lehmann" beschäftigt in München, auch Willy Sagnol hat sich zu Wort gemeldet.
Es mag Zufall sein oder auch nicht, doch die zeitliche Nähe der Präsentation von Jürgen Klinsmann und der Absage Lehmanns an Borussia Dortmund legen bestimmte Schlüsse nah. Dass der ehemalige Nationaltrainer große Stücke auf seine Nummer eins hält, ist kein Geheimnis. Auch dass dem FC Bayern nach dem Karriere-Ende von Oliver Kahn ein erfahrener Torhüter fehlt, ist offensichtlich.
Manager Uli Hoeneß versicherte zwar, dass Klinsmann "eine ganze Menge" vom designierte Kahn-Nachfolger Michael Rensing halte. Doch für einen Verein, der die Champions League gewinnen möchte, ist das Risiko, mit einem international unerfahrenen Keeper in die Saison zu gehen groß. Erfahrung hat Lehmann genug, doch irgendwann müssen die Münchner den Wechsel im Tor ohnehin vollziehen und ob sich Lehmann bei den Bayern ohne zu murren im Laufe der Saison auf die Bank setzen lässt, darf nach den Erfahrungen aus London bezweifelt werden.
Sagnol fordert Kapitänsbinde
Trotzdem mehren sich die Hinweise auf einen Wechsel des 38-Jährigen in die bayerische Landeshauptstadt: Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat sich Lehmann in München bereits ein Haus gekauft und seinen Sohn an der Internationalen Schule in Starnberg angemeldet. Außerdem endet sein Vertrag bei Arsenal zum Saisonende. So könnten die Bayern nach den großen Transferaufwendungen vor und während der laufenden Saison nach Tim Borowski einen weiteren hochkarätigen Neuzugang ablösefrei verpflichten. Denkbar ist jedoch auch, dass Lehmann seine Karriere nach der EM beendet und trotzdem nach München kommt - als Torwart-Trainer in Klinsmanns Team.
Kahns Rücktritt hinterlässt jedoch eine weitere Lücke. Die Kapitänsbinde sucht einen neuen Träger und einer hat bereits seine Ansprüche angemeldet: Willy Sagnol. Vor Weihnachten wollte der Franzose den Klub noch um jeden Preis verlassen, jetzt will er sich wieder ins Team kämpfen und fordert das Kapitänsamt ein. "Vor zwei Jahren haben Rummenigge, Hoeneß, Beckenbauer und Hopfner zu mir gesagt: 'Wenn du deinen Vertrag verlängerst, bist du 2008 Kapitän'", sagte der Verteidiger.
"Champions-League-Pokal nach München holen"
Wenn der künftige Trainer Klinsmann andere Pläne haben sollte, müsse "er darüber mit dem Vorstand reden", sagte Sagnol, der auf die Zusage und Absprache mit der Vereinsführung verweist. Öffentlich will der Franzose die Nachfolge des noch amtierenden Kapitäns Oliver Kahn, der seine Karriere zum Saisonende beendet, allerdings nicht mehr mit Nachdruck einfordern. "Ich möchte nicht mehr über das Kapitäns-Thema reden, das hat mir nur Probleme gebracht", betonte Sagnol.
Da sprach der 30-Jährige dann auch lieber von seinen Zielen für die nächste Zeit. "Die Meisterschaft ist in dieser Saison der wichtigste Titel, weil letzte Saison haben wir die Schale in Stuttgart gelassen. Wir müssen zeigen, welcher Verein der größte in Deutschland ist." Und auch für die Jahre danach hat der kleine Verteidiger Großes vor. "Ich will den Champions-League-Pokal noch einmal nach München holen. Dafür habe ich nur noch drei, vier Jahre Zeit", so Sagnol.
Fabian Kunze / Eurosport