Eurosport - Mo 15.Dez. 00:51:00 2008
Mit Stephen Hendry und Mark Selby hat es am zweiten Tag der UK Championship zwei prominente Erstrunden-Opfer gegeben. Hendry reichte eine 5:3-Führung gegen Stephen Lee nicht. Am Ende unterlag er mit 7:9. Mit dem gleichen Ergebnis zog Selby gegen den wiedererstarkten Mark Williams den Kürzeren.
Und das, obwohl er in der zweiten Session alleine drei Centuries spielte. Neben Lee und Williams haben auch Marco Fu und Mark King das Achtelfinale erreicht.
Williams setzt Aufwärtstrend fort
Hendry hatte nach dem ersten Tag gegen Lee noch mit 5:3 vorne gelegen, obwohl er nicht in Top-Form spielte. In der zweiten Session verkürzte Lee zu Beginn auf 4:5, doch mit einer 74 stellte Hendry den alten Abstand wieder her. Der beharrlich kämpfende Lee aber ließ nicht locker und übernahm mit 7:6 sogar die Führung. Zwar schaffte Hendry noch einmal den Ausgleich, doch mit einer 96 kam Lee bis auf einen Frame ans Achtelfinale heran und ließ sich den Sieg auch in Frame 16 nicht mehr streitig machen.
Williams setzte seine Rückkehr in die Weltspitze mit einem 9:7 über Selby fort. Nach der ersten Session hatte Williams ebenfalls mit 5:3 geführt und baute diese Führung unter anderem mit einer 86 auf 7:3 aus. Dann aber kam der Weltranglisten-Vierte Selby: Dank Breaks von 82, 139, 103 und 100 Punkten glich er aus. Doch Williams behielt die Nerven und eroberte sich in einem fast 37 Minuten dauernden 15. Frame die Führung zurück. Zwei kleine Breaks reichten dem Waliser dann in Frame 16 zum Sieg.
Dramatisches Finish an King
Barry Hawkins reichte ein 5:3-Führung nach der ersten Session nicht. Er unterlag Marco Fu mit 6:9. In der zweiten Session legte Fu von Beginn an los: Mit Breaks von 84, 86 und 71 Punkten übernahm er die Führung. Die Entscheidung fiel, als Fu in Frame 14 mit einer 101 auf 8:6 davonzog und dann auch im nächsten Durchgang das Ticket für das Achtelfinale löste.
Ein dramatisches Finish gab es beim 9:8 von Mark King über Judd Trump. Nach der ersten Session hatte King mit 5:3 geführt und baute diese Führung auch auf 7:4 aus. Trump zeigte zwar nicht die spielerische Klasse der letzten Wochen, aber viel Kampfgeist. Bei 8:8 hatte der Youngster den Ausgleich geschafft. Im Entscheidungsframe ging es hin und her, ehe sich King dann doch auf pink durchsetzte.
Am dritten Turniertag in Telford stehen noch acht Erstrunden-Matches zur Entscheidung an. Die besten Aussichten haben sich da Stephen Maguire gegen Jamie Burnett und Mark Allen gegen Stuart Bingham jeweils mit einer 6:2-Führung erarbeitet. Shaun Murphy tat sich gegen Martin Gould zwar schwer, führt aber mit 5:3. Peter Ebdon dagegen muss bei 3:5 gegen Andrew Higginson einen Rückstand aufholen. Eine starke Leistung zeigte Steve Davis gegen Ding Junhui. Trotz zweier Century-Breaks von Ding ist mit 4:4 alles offen. Ausgeglichen ist der Spielstand nach der ersten Session auch zwischen John Higgins und Joe Swail sowie zwischen Neil Robertson und Michael Holt.
Kommentare 1 - 5 of 5
Hoffentlich geht's bei Williams so weiter. Ich hoffe er gewinnt das Turnier. Und dann wird er Weltmeister. :)
Hallo Inge, ich stimme Dir zu. Man darf aber nicht vergessen das seit fast 15 Jahren die absolute und dauerhafte Spitze eigentlich von nur knapp 5 Spielern (Sullivan, Hendry, Higgens, Williams, Doherty) beherrscht wird. Das die Jungs irgendwann nicht mehr mithalten können das ist und war eine Frage der Zeit. Es gab zwar immer wieder Spieler die für kurze Zeit mal mitgemischt haben, aber langfristig waren es immer dieselben. Interessant ist auch das die solide zweite Reihe auch nahezu seit 15 Jahren exisitiert (Lee, Perry, Ebdon, Stevens, King..) Leider ist die Stabilität bei den nachrückenden Spielern nicht zu beobachten. Das sind alles immer nur Strohfeuer die mal aufflackern aber sich nicht lange halten. Ob nun Murphy oder Magurie, Dott oder Selby, Fu oder Robertson, Day oder ... ich habe einige vergessen... so der richtige Reisser a la O´Sullivan oder ehemals Hendry ist nicht bei.
Das Match zwischen Junhui und Davis war echt Hammer. Dieses Safety-Duell war nervenzerfetzend und Davis hat echt viel offensiver gespielt als sonst. Ich hoffe es gibt noch weitere so spannende Matches.
Bei Ken Doherty handelt es sich um einen Qualifikanten - muss man sich langsam dran gewöhnen...
Dieses Turnier bietet wieder alles, was man sich nur denken kann: Safety-Schlachten, Centuries, knappe Frames mit RSB und tolle Aufholjagden. Leider sind wieder einmal gesetzte Spieler gescheitert und es kommen vielleicht noch mehr dazu. Ich finde es schon auffällig, dass es in dieser Saison sehr oft passiert. Ob Stephen Hendry, Shaun Murphy, Mark Selby, Graeme Dott, Ken Doherty, Peter Ebdon, Ryan Day und andere. Ob beim Grand Prix, in Bahrain oder jetzt bei der UKC. Es kann doch nicht nur darin liegen, dass die Top-16-Spieler einen schlechten Tag hatten. Wenn das so weiter geht, wird sich die Rangliste am Ende der Saison ganz anders lesen als zu Beginn. Dennoch wünsche ich uns allen noch viele spannende Matches.
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