Happy End in Wimbledon?

Eurosport - Fr 14.Dez. 17:51:00 2007

Tommy Haas träumt nach wie vor vom ersten Grand Slam-Titel seiner Karriere. Nach der Rückkehr in die Top-Ten zu Beginn der vergangenen Saison, will der 29-Jährige 2008 in seiner elften Saison als Profi noch einmal angreifen. Der große Wurf soll in Wimbledon erfolgen.

TENNIS Tommy Haas - 0

"Klar, ich träume immer noch von einem Sieg bei einem Grand-Slam", formuliert das Aushängeschild des deutschen Herren-Tennis sein Ziel für den Herbst seiner Karriere gegenüber dem "Tennis-Magazin". Noch im selben Atemzug fügt er hinzu: "Aber es ist unmenschlich schwer."

Das ist die Realität des Thomas Haas und man kann ihm guten Gewissens nicht widersprechen. Der Gewinn eines der vier großen Turniere der Tour macht aus einem guten einen großen Spieler. Genau dahin will der Deutsche. Unbestritten ist er ein guter seines Faches. Haas will ein Großer werden und aufsteigen in den Dunstkreis der Beckers, Stichs, Federers und Agassis.

"War geschockt"

Mit letztgenanntem trainierte der Junior Haas bereits als 13-Jähriger in Florida. Seither eifert er seinem "großen Bruder" nach. Oft scheiterte die deutsche Nummer eins denkbar knapp. Wie bei den Australien Open dieses Jahres, als er im Halbfinale gegen den Chilenen Fernando Gonzalez verlor. "Ich war nah dran am Finaleinzug. Doch ausgerechnet im Halbfinale spielte Gonzalez das Match seines Lebens", erklärt Haas, dem man anmerkt wie sehr im diese Niederlage zu schaffen macht - Auch fast ein Jahr danach.

"Ich war geschockt", gibt der gebürtige Hamburger zu. "Nach dem Match bin ich zu McDonalds gefahren und habe mir ein paar Burger reingezogen. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich die Niederlage verdaut hatte." Inzwischen hat Haas zumindest die Burger verdaut und ist bereit für einen neuen Angriff. Damit der große Wurf gelingt, hat er seine Taktik geändert.

"Wimbledon schuldet mir was"

Zwar bezeichnet der 11-fache Turniersieger New York und Melbourne als seine Lieblingsturniere, doch hat er zum großen Wurf ein anderes Traditionsturnier auserwählt: "Ich rechne mir mittlerweile in Wimbledon die größten Chancen aus, dort sind die Ballwechsel kürzer und es ist leichter, zwischen den Matches zu regenerieren."

Außerdem schulde ihm das Turnier etwas, so Haas weiter. "Ich habe dort immer so gefightet, bin umgeknickt und habe viele enge Matches verloren. Nächstes Jahr werde ich versuchen, mehr ans Netz zu gehen. Vielleicht gibt es dann ein Happy End." Vielleicht revanchiert sich Wimbledon und macht aus einem guten einen großen Spieler. Dem deutschen Tennis würde es gut tun.

Tobias Hlusiak / Eurosport

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