Bundesliga - Werders Wome provoziert Rauswurf

Eurosport - Fr 14.Dez. 10:29:00 2007

Was macht eigentlich Pierre Wome? Antwort: Verletzt sein und stänkern! Der Langzeitverletzte in Diensten von Werder Bremen hat scharfe Kritik am Mannschaftsarzt geübt. Den ohnehin angesäuerten Bremer Verantwortlichen stößt das bitter auf. Aktuell diskutieren sie über einen Rauswurf des Kameruners.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bremen Wome - 0

"Wir haben hier ein großes Problem mit den Ärzten, insbesondere mit Doktor Dimanski, da können Sie hier jeden Spieler fragen. Alle werden Ihnen dasselbe sagen", sagt der 28-Jährige Wome, der seit Ende Juli wegen Problemen in der Leistengegend nicht mehr spielen konnte, gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Wome, dessen Vertrag 2008 ausläuft, verzichtete auf weitere Behandlungen in der Hansestadt ("Ich habe zu diesen Ärzten kein Vertrauen mehr") und ließ sich bei einem Arzt in Paris untersuchen, in dessen Pflege er noch immer ist. Sein Hauptkritikpunkt: Er sei von der Gefahr möglicher Probleme an seiner linken Leiste nicht informiert worden. "Ich habe weitergespielt, aber dann hatte ich auf einmal auch Beschwerden an der linken Leiste. Es stellte sich heraus, dass ich nicht richtig informiert wurde", poltert der Westafrikaner.

Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs nahm die Aussagen mit Unverständnis zur Kenntnis. "Pierre Wome wurde von Anfang an über sein Krankheitsbild vollständig aufgeklärt. Er hatte freie Arztwahl und die Entscheidung getroffen, sich im Ausland behandeln zu lassen. Fakt ist, dass er auch nach mehreren Monaten der Betreuung durch die Ärzte seines Vertrauens immer noch nicht spielfähig ist", betont Allofs und stellte sich hinter die eigene medizinische Abteilung: "Die von Wome getroffene Schuldzuweisung ist aber vollständig inakzeptabel. Wir haben keine Veranlassung an unserem Mannschaftsarzt zu zweifeln. Dr. Dimanski und sein Team genießen unser volles Vertrauen."

Ganz unberechtigt erscheinen Womes Vorwürfe allerdings nicht, passen sie doch in den Kontext. Denn im Zusammenhang mit der Behandlung von Ivan Klasnic, der sich zwei Nierentransplantationen hatte unterziehen müssen, war vor knapp drei Wochen schon einmal Kritik an der medizinischen Abteilung in Bremen geübt worden. Spieler wie Tim Borowski, Torsten Frings und einst auch Miroslav Klose haben den Bremer Medizinern ebenfalls selten getraut und ziehen nach wie vor ihren "Hausarzt" Klaus Eder in Donaustauf vor.

Hat Wome bereits neuen Club?

Stellt sich also die Frage, warum Wome gerade jetzt lospoltert. Der Kameruner ist - gelinde gesagt - nicht gerade für offenen Umgang mit Medien bekannt. Zuletzt zog er sich zurück und ließ kaum etwas von sich hören. Vielleicht will Wome einfach nur nicht länger als Phantom an der Weser gelten. "Alle Menschen in Bremen fragen sich: 'Wo ist Wome?' Aber es ist nicht meine Schuld, dass ich so lange nicht gespielt habe, sondern die der Ärzte hier. Das ist ein Problem bei Werder", merkt Wome an. Vielleicht hat er auch schlicht die Gunst die Stunde für eine Abrechnung genutzt und hat längst einen anderen Club...

Daniel Rathjen / Eurosport