Operation Puerto: "Nichts versteckt"

Eurosport - Mi 14.Nov. 16:00:00 2007

Spaniens Sportminister Jaime Lissavetzky will den Doping-Skandal um den Arzt Eufemiano Fuentes nicht auf sich beruhen lassen. "Ich hoffe, dass der Fall vor Gericht weiterverfolgt wird", erklärte er in Madrid: "Wir haben nichts zu verstecken, und wir werden es auch in Zukunft nicht machen."

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Einen Tag vor Eröffnung der Welt-Anti-Doping-Konferenz in der spanischen Hauptstadt nutzte er die Gelegenheit, den Vorwurf etwas unter den Tisch kehren zu wollen, zu entkräften und betonte die "Null Toleranz"-Politik Spaniens bei der Doping-Bekämpfung.

Nachdem der spanische Untersuchungsrichter Antonio Serrano im März den Fall zu den Akten gelegt hatte, setzt der Minister nun auf die Entscheidung des obersten Gerichtshofs des Landes (Tribunal Supremo). Da Serrano die Niederschlagung damit begründete, dass es das heute existierende Anti-Doping-Gesetz in Spanien zum Zeitpunkt der Aufdeckung noch nicht gab, muss nun das höchste Gericht klären, ob Blutdoping ein Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. "Ich erwarte, dass das Gericht in absehbarer Zeit darüber entscheidet", sagte Lissavetzky. "Wir wollen das lösen."

Pound: "Andere Sportarten betroffen"

Aufgedeckt wurde der Doping-Skandal im Zuge der "Operation Puerto". Bei der Razzia der Guardia Civil wurden Blutbeutel, Dopingmittel und eine Liste mit Codenamen vor allem von Radprofis beschlagnahmt. Die Spur führte dabei auch zum einstigen Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich, gegen den die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Während Lissavetzky behauptete, dass nach dem Bericht von Serrano nur Radsportler in den Skandal verwickelt sein sollen, meldete WADA-Präsident Richard Pound erhebliche Zweifel an. "Dass die Radsportler die einzigen Athleten auf der Welt sein sollen, die in den Fall verstrickt sind, dies ist für mich unglaubwürdig", sagte der Vorsitzende der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Nicht nachvollziehen kann er auch, warum es noch eines Nachweises der Gesundheitsgefahr von Blutdoping bedarf: "Verständlich ist das ganz und gar nicht."

dpa / Eurosport