Düsseldorf (dpa) - Joachim Löw hat den Kampf um die Plätze in seiner ersten Elf verschärft - ganz besonders umstritten sind die zwei Positionen in der Schaltzentrale.
Ballack, Hitzlsperger, Frings, Rolfes, dazu der nachdrängende Jones, nirgendwo gibt es in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft so viele Kandidaten wie im zentralen Mittelfeld. «Es ist genau diese Situation eingetroffen, dass wir da einen großen Konkurrenzkampf haben», sagte der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger und überraschte vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales mit der Aussage: «Es stehen vier, fünf Spieler zur Auswahl. Ich hoffe, dass das so bleibt.»
Die Begründung lieferte der 26 Jahre alte Kapitän des VfB sofort danach: «Mich spornt das an, ich will mich immer weiter verbessern.» In der Tat sind es gerade Hitzlsperger und der Leverkusener Simon Rolfes, die den letzten Alten in der DFB-Auswahl zusetzen. Ballack (32) und Torsten Frings (31) sind neben Angreifer Miroslav Klose (30) inzwischen die einzigen «Dreißiger» in Löws Kader. Für Jens Lehmann (39) war Schluss nach der EM im Sommer. Für Oliver Neuville (35) ist die Zeit auch abgelaufen. Robert Enke (31) muss mit Handbruch drei Monate pausieren. Und Bernd Schneider (34) ist nach einem Bandscheiben-Vorfall weit weg von einem Comeback.
Dass beim 2:1 gegen Russland Hitzlsperger neben Kapitän Ballack auf dem Rasen stand und Frings zunächst auf der Ersatzbank saß, verdeutlichte die neue Entschlossenheit des Bundestrainers, auch wenn der nach dem Russland-Sieg betonte: «Ich hätte auch andere Spieler wie Torsten Frings oder Simon Rolfes auf dieser Position ohne Probleme bringen können.» Auch Rolfes trägt bei Bayer als Kapitän inzwischen mehr Verantwortung und hat den Kampf angenommen. Jones gibt im Training mächtig Gas. Und für die Zukunft sind auch ein gereifter Bastian Schweinsteiger und Piotr Trochwoski, die noch auf den Außenbahnen Druck machen, Männer für das Zentrum. «Das Wort Stammplatz kann man nicht mehr gebrauchen», meinte Hitzlsperger und ergänzte: «Er gibt keine Garantien, du musst ständig auf der Hut sein.» Und in der Umschaltzentrale ganz besonders.
Genau das will Löw erreichen. «Alle haben wirklich gut trainiert, sich richtig ins Zeug gelegt», sagte der Bundestrainer, der gegen Wales wieder die Qual der Wahl hat, wen er neben den unumstrittenen Anführer Ballack stellt - wenn dieser fit ist. Hitzlsperger, der nach der EM mit kessen Sprüchen die gewachsenen Ambitionen der jungen Garde formuliert hatte, gibt auch gern den Arbeiter neben dem Kapitän: «Es ist nicht unangenehm, Lücken stopfen zu müssen, wenn Michael Ballack nach vorn geht.»


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Kommentare 1 - 2 of 2
@michael: Noch. Warten wir noch zur WM, dann schaut das anders aus. Ballack wird auch nicht mehr spielen bis er ins Altenheim geht.
alles fleißige und strebsame Arbeiter aber wirkliche Weltklasse verkörpert niemand außer Ballack-früher-
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