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Kuranyi kämpft um Beruhigung

Di 14 Okt, 14:40 Uhr


Gelsenkirchen (dpa) - An Tag zwei nach dem Rauswurf aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft kämpften Kevin Kuranyi und sein Club Schalke 04 um eine Beruhigung der Lage.

Der Stürmer, der mit seiner Flucht vom DFB-Team während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland und der folgenden Verbannung durch Bundestrainer Joachim Löw in eine emotionale Krise gestürzt ist, bestritt in Gelsenkirchen nur Laufübungen und war nicht beim Mannschaftstraining dabei. Dies habe aber keinen besonderen Grund, erklärte Club-Sprecher Gerd Voss.

«Man hat schon gesehen, dass es ihm menschlich nahe gegangen ist», erklärte in Düsseldorf Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und machte deutlich, dass man beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) diese Situation weder Kuranyi noch sich selbst gewünscht hatte. «Ich wünsche ihm auch weiterhin das Beste», unterstrich Bierhoff. Man könne schon «die Enttäuschung und Verärgerung und auch seine Entscheidung verstehen», sagte der Manager, «aber natürlich war die Art und Weise gegenüber den Trainern und Teamkollegen nicht die richtige. Vielleicht ist ihm das jetzt so ein bisschen bewusst geworden.»

Kuranyi selbst hatte seinen Abgang aus dem Dortmunder Stadion und von seinen Kollegen zwiespältig begründet. Die persönliche Situation im Nationalteam, aber auch die Pfiffe auf Schalke in der jüngeren Vergangenheit waren für seine labile Psyche offenbar zu viel. «Ich lebe momentan in meiner eigenen Welt. Eigentlich bin ich nicht der Typ, der das durchzieht», bemerkte der Stürmer zu seiner eigenen Aktion, die noch immer viele Fragen aufwirft. Kuranyi hofft, dass er bei Schalke 04 wieder sein Gleichgewicht findet: «Ich hoffe, dass das alles schnell vorbei ist, sich wieder beruhigt und der Alltag kommt. Ich habe noch genügend Ziele, für die ich kämpfen werde.»

DFB-Betreuer, die in Dortmund noch gemeinsam mit Kuranyi die erste Hälfte gegen Russland auf der Tribüne gesessen hatten, bestätigten inzwischen, dass es noch einige Fan-Pöbeleien gegen den Schalker gab. «Damit muss ich leben», sagte er in der «Bild»-Zeitung», sprach aber auch von einem «Zusammenbruch», den er erlitten hatte. «Ich hoffe, dass er jetzt wieder zu Kräften kommt, dass er da weitermacht, wo er beim letzten Spiel aufgehört hat», betonte Bierhoff und wünschte dem Angreifer «viele Tore und gute Leistungen» in seinem Club. «Er hat sich hier bei uns immer gut verhalten, auch während der Europameisterschaft, wo er eine schwierige Situation hatte», ergänzte der Teammanager.

Auch beim DFB ist niemand glücklich über die Situation, doch in dem knallharten Fußball-Geschäft sah Löw nach Kuranyis unerlaubtem Abtauchen keine andere Möglichkeit als den Rauswurf. «Ich bin auch dagegen, dass man jemanden sein Leben lang verdammt. Aber man muss auch verstehen, dass wir dieses Handeln nicht tolerieren können», unterstrich Bierhoff und kritisierte einige Aussagen von Schalke- Manager Andreas Müller. «Ich verstehe schon, dass ein Vereinsmanager seinen Spieler in Schutz nimmt. Aber es ist unstrittig, dass das Verhalten von Kevin verkehrt war.»

Die Auswirkungen konnte und wollte Kuranyi in dem Moment, als das Ventil aufging und er aus dem Stadion floh, wohl nicht überblicken. So dürfte sein auch durch die Nationalmannschaft entstandener Status als beliebter Werbeträger leiden, auch wenn seine Partner bisher keine übereilten Veränderungen treffen wollen. Kuranyi wird im DFB- Trikot weiter vom Cover des beliebten Computer-Spiels «FIFA09» grüßen. Auch Ferrero (Nutella) will in Ruhe entscheiden, wie es mit der Werbefigur Kuranyi weitergeht. Derzeit ist nicht damit zu rechnen, dass zu dessen 52 Länderspielen weitere hinzukommen.

 

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. ich finde, kuranyi sollte eine chance gegeben werden, in der nationalmannschaft zu spielen, in der von brasilien wohgemerkt. das könnte man dadruch erreichen, dass man mit viel geld, den trainer der brasilianer, dunga, dazu bringt, kuranyi einzufordern mit einer ausnahmegenemigung von der fifa. dann hätten es wir in der nächsen wm gegen brasilien leichter......
    glück auf .

    Von First, am Do 16.Okt. 23:29
  2. das war gute entscheidung von kurany

    Von Jana, am Di 14.Okt. 21:24
  3. wer möchte den koranyi haben die schalker fans wären doch froh wen der endlich wech wäre...

    Von WEIHNACHTSMANN, am Di 14.Okt. 16:24
  4. es mag zwar sein dass Kuranyi nicht klug gehandelt hat aber auf der anderen Seite hat Löw auch nicht gerade Führungsqualität bewiesen.

    Er muß eine klare Linie finden was die Aufstellung betrifft sonst wird er es immer wieder erleben, dass Spieler nicht länger bereit sind sich auf die Bank zu setzen.

    Und wenn es weitere Unruhe im Team gibt aufgrund von gefühlten Ungerechtigkeiten, dann wird das Team auseinanderfallen.

    Aber immerhin hat Löw nach dem Abgang beser reagiert als die Verantwortlichen auf Schalke und in Bremen bezüglich der unfreiwilligen Olympia-Abstellung.

    Von michael sail, am Di 14.Okt. 15:16
  5. Kuranyi stand schon länger auf der Abschussliste. Das Ganze war für Löw&Co ein gefundenes Fressen. Dass Kuranyi jetzt nicht weinen sollte, zeigt der enorme Rückhalt vieler Fans, auch hier im Forum. Löw benutzte die ganze Angelegenheit, um sich den Rücken zu stärken nach seiner chaotischen EM.
    Doch Sch... kommt immer auf den Tisch, und dampft sie auch noch so stark....

    Von vilomara2, am Di 14.Okt. 15:09
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