Eurosport - Mi 14.Mai. 10:31:00 2008
Schwarzer Tag für Deutschlands Tennis-Asse beim Heimspiel in Hamburg: Mit Philipp Kohlschreiber (6:2, 6:7 (6:8), 3:6 gegen Tommy Robredo), Rainer Schüttler (1:6, 3:6 gegen Jarkko Nieminen) und Andreas Beck (6:4, 3:6, 1:6 gegen Janko Tipsarevic) verabschiedete sich gleich ein DTB-Trio in Runde eins.
Kohlschreiber hatte sich bei seinem Comeback nach einer Viruserkrankung viel vorgenommen. Doch nicht nur deswegen war es eine ganz besonders ärgerliche Niederlage für den Weltranglisten-34. Er hatte seinen spanischen Widersacher zu Beginn fest unter Kontrolle und gewann den Auftaktsatz nach Breaks zum 3:2 und 5:2 problemlos. Auch im zweiten Durchgang sprach alles für den Augsburger. Beim Stande von 3:2, 40:30 verwertete er einen wegweisenden Breakball - vermeintlich. Denn eine äußerst kontroverse Schiedsrichterentscheidung brachte Kohlschreiber in Rage, aus dem Konzept und schließlich um den Sieg.
Robredo schlug bei besagter Breakchance einen Ball nahe an die Linie. Schiedsrichter Jerry Armstrong entschied erst, dass der Ball die Linie noch gekratzt habe, revidierte dann aber die Entscheidung und gab Kohlschreiber den Punkt. Nun aber schaltete sich der Hauptschiedsrichter ins Geschehen ein und erklärte Armstrong er könne seinen zu erst getroffenen Entscheid nicht zurücknehmen, obwohl beide Spieler den Ball im Aus bestätigten. Nach langen Diskussionen wurde der Punkt wiederholt - zu Ungunsten Kohlschreibers.
Kohlschreiber stinksauer
"Das war nicht gut vom Referee", sagte Kohlschreiber noch immer stinksauer. "Mit der Entscheidung hat er kaputt gemacht, was ich mir aufgebaut hatte." Mit Wut im Bauch ließ er sich auf eine minutenlange Diskussion ein und machte seinen Kontrahenten damit zusätzlich stark. Das erkannte der Hitzkopf mit einigem Abstand selbst: "So ist er wieder voll im Rennen. Das ist wie Schach im Kopf. Und dass er mental stark ist, wusste ich vorher."
Der Weltranglisten-16. nutzte den Ärger des 24-Jährigen um das Spiel an sich zu reißen. Er entschied den zweiten Durchgang in einem knappen Tie-Break für sich und qualifizierte sich nach 2:30 Stunden hochklassigem Tennis für das Achtelfinale.
Beck überrascht positiv
Bei seinem Debüt bei einem Masters-Series-Event überraschte Beck zu Beginn äußerst positiv. Der 22-Jährige, der vom Veranstalter mit einer Wildcard ausgestattet wurde, zeigte bei seinem ersten Match auf der ATP-Tour in dieser Saison nach verhaltenem Start sensationelles Tennis und nahm Tipsarevic den ersten Satz mit 6:3 ab.
Der 23-jährige Serbe, in der Weltrangliste auf Position 33 geführt, wurde in der Folge seiner Favoritenrolle aber gerecht. Er nutze sämtliche vier Breakchancen und besiegelte nach 1:47 Stunden das Aus für den Linkshänder.
Nichts zu holen gab es hingegen für Rainer Schüttler. Der Korbacher kassierte beim 1:6 und 3:6 gegen den Finnen Jarkko Nieminen eine weitere Erstrunden-Niederlage - bereits seine sechste in dieser Saison. Für den siegreichen Finnen steht mit dem topgesetzten Roger Federer in der zweiten Runde ein hartes Stück Arbeit an.
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