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Erstes Krisentreffen zwischen DEB und NADA

Mi 14 Mai, 10:23 Uhr


Halifax (dpa) - Die Weltmeisterschaft ist sportlich mit Ach und Krach überstanden, die Krise für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) aber noch lange nicht.

Im Zwist um die verweigerte Dopingprobe von Nationalspieler Florian Busch dürfte die Verbandsspitze am 16. Mai von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) die Leviten gelesen bekommen. Beide Seiten treffen sich erstmals, seit die NADA wegen der ausgebliebenen Sperre für Busch während der WM das Abkommen über die Trainingskontrollen mit dem DEB fristlos kündigte.

Der aus Kanada bereits nach Deutschland zurückgekehrte DEB-Vizepräsident Uwe Harnos hatte während der WM in Halifax erklärt, es gehe jetzt darum, so schnell wie möglich ein neues Abkommen zu schließen. Harnos und DEB-Sportdirektor Franz Reindl werden den Verband bei den Gesprächen vertreten, die laut Harnos am Frankfurter Flughafen geführt werden sollen.

«Es könnte auch darum gehen, irgendwann wieder einen neuen Vertrag mit dem DEB über Trainingskontrollen zu haben», sagte NADA-Sprecherin Ulrike Spitz. Die bisherige Vereinbarung sei aufgekündigt worden, weil die Geschäftsgrundlage durch den Fall Busch entzogen worden sei. «Wir haben klar Position bezogen», betonte Spitz. Von Seiten der NADA werden ihren Angaben zufolge Geschäftsführer Christoph Niessen und Justiziarin Anja Berninger an dem Gespräch teilnehmen. Auch Generaldirektor Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der das Treffen vermittelt hatte, wird laut DOSB dabei sein.

DEB-Chef Hans-Ulrich Esken bleibt dagegen in Kanada. Der Richter bewertete die Erfolgsaussichten zurückhaltend: «Wir werden erst dieses Gespräch abwarten und dann schauen. Wenn man sich trifft und spricht, ist das immer ein Zeichen des guten Willens.»

Die Positionen sind verhärtet, doch der DEB sitzt am kürzeren Hebel. Der Verband hat sich mit NADA, Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und Bundesinnenministerium angelegt, das die jährlichen Zuschüsse in Höhe von 600 000 Euro eingefroren hat. Der DEB hält die Verwarnung und die Geldstrafe für Busch durch sein unabhängiges Verbands-Gremium nach wie vor für richtig.

Der verbittert wirkende Stürmer durfte bei der WM bleiben, weil der Eishockey-Weltverband IIHF wie der DEB nicht alle Rechtsmittel in Deutschland ausgeschöpft sieht. NADA und WADA könnten das deutsche Sportschiedsgericht in Köln oder als dessen Vorgängereinrichtung das ad-hoc-Schiedsgericht des DOSB anrufen. Dem widersprach Sprecherin Spitz: «Die NADA kann keine Rechtsmittel einlegen.»

Der DEB hat sich dem nationalen Schiedsgericht noch nicht unterworfen, die Verbandsspitze strebt für die Mitgliederversammlung am 12. Juli aber eine entsprechende Satzungsänderung an. Die komplexen Rechtspositionen machen es neben den verbalen Giftpfeile der vergangenen Wochen sehr fraglich, dass am 16. Mai tatsächlich schon ein neuer Vertrag präsentiert wird.

 

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