The Masters - Immelman siegt und düpiert Woods

Eurosport - Mo 14.Apr. 11:18:00 2008

Profi Trevor Immelman ist nach schwerer Krankheit ein erstaunliches Comeback gelungen. Im Stile eines Champions gewann der Südafrikaner aus Kapstadt mit 280 Schlägen zum ersten Mal das 72. US-Masters im legendären Augusta National Golfclub im US-Bundesstaat Georgia.

GOLF 2008 The Masters Trevor Immelman - 0

Er ließ bei seinem Start-Ziel-Sieg nicht einmal dem Top-Favoriten Tiger Woods (283) den Hauch einer Chance. "In der Vorwoche bin ich in Houston am Cut gescheitert und jetzt hier der Sieger. Das ist doch das Verrückteste, was ich je gehört habe", sagte Immelman, dessen zweijähriger Sohn Jacob schon schreiend auf dem Arm von Mama Carminita wartete.

Doch Immelman, dem vor vier Monaten in seiner Heimat ein gutartiger Tumor am Zwerchfell entfernt worden war, schlüpfte erst noch in das "Grüne Jackett". Traditionsgemäß half dem neuen dabei der alte Champion, in diesem Fall der gescheiterte Titelverteidiger Zach Johnson (USA). Für Immelman war es der erste Major-Titel in seiner neunjährigen Profi-Laufbahn. Der viermalige Masters-Triumphator Woods wurde wie im Vorjahr Zweiter vor Brandt Snedeker (284), der noch mit zwei Schlägen Rückstand erster Verfolger von Immelman gewesen war, und Stewart Cink (284).

Größe Töne von Woods

Woods war mit acht Siegen aus den vergangenen zehn Turnieren zur 72. Auflage des Masters angereist, strafte sich selber aber Lügen. Vor der Saison hatte er getönt, den bisher noch unerreichten Grand Slam und damit alle vier Majors innerhalb eines Kalenderjahres gewinnen zu wollen. Das ist nur noch Makulatur. "Ich habe so schlecht wie vor einem Jahr geputtet und nichts, aber auch gar nichts auf den Grüns getroffen", lamentierte Woods. Nie kam der 32 Jahre alte Weltranglisten-Erste nahe genug an Immelman heran, um an seinem fünften Mastersieg seit 2005 auch nur "schnuppern" zu können.

Immer wieder rettete Woods sich nur mit Kunstschlägen aus der Bredouille, während Immelman scheinbar unbeeindruckt und unbeirrt mit dem "Tiger" im Nacken Bahn für Bahn zog. Er leistete sich nach zwei Bogeys bis zum zwölften Grün sogar noch ein Doppel-Bogey am 16.. Aber da war die Partie längst zu seinen Gunsten entschieden und die Meute der Verfolger reihenweise eingebrochen.

Zunächst Zweifel beim Sieger

Während Woods, der mit sechs Schlägen hinter Immelman auf die Runde gegangen war, vor Wut fluchend über den Par 72-Kurs stampfte, ließen auch Snedeker wie die auf Platz drei gestarteten Steve Flesch (USA) und Paul Casey (England) reichlich Federn. Immelman hatte noch leicht an sich gezweifelt, ob er dem Druck vor allem von Woods gewachsen sein würde: "Ich weiß nicht, wie ich mich in dieser Situation an der Spitze schlagen werde. Ich bin noch nie als Führender in die Schlussrunde eines Majors gegangen."

Aber die Aufgabe löste sich fast von selbst, weil der Südafrikaner im Gegensatz zur Konkurrenz sein "Spiel zusammenhielt". Immelman ist nach dem inzwischen 72-jährigen, dreimaligen US-Masters-Sieger Gary Player, seit 1978 erst der zweite Südafrikaner, dem der spektakuläre Masters-Erfolg gelang. Neben der Siegprämie von 1,35 Millionen Dollar erhielt er wie auch schon Bernhard Langer für seine Triumphe 1985 und 1993 lebenslanges Spielrecht in einem der exklusivsten Golfclubs, in dem Frauen nicht als Mitglieder aufgenommen werden dürfen. Langer war ebenso wie Senkrechtstarter Martin Kaymer am Cut gescheitert.

dpa / Eurosport