Eurosport - Mo 14.Apr. 07:18:00 2008
Der FC Schalke 04 hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Mirko Slomka getrennt. Manager Andreas Müller teilte dem 40-Jährigen die Entscheidung des Vorstands mit. Youri Mulder und Mike Büskens werden die "Knappen" nun bis Saisonende trainieren. Wer dann übernimmt, steht noch nicht fest.
"Mirko hat bei uns gute Arbeit geleistet, was durch die sportlichen Erfolge dokumentiert wird. Im Laufe dieser Saison haben wir jedoch den Eindruck gewonnen, dass sich die Mannschaft sportlich nicht entscheidend weiterentwickelt. Wir sind zu der Ansicht gekommen, dass dies mit einem neuen Trainer besser gelingen würde", sagte Manager Andreas Müller zu der Trennung von Slomka, der den Posten am 4. Januar 2006 übernommen hatte. Er ist der 320. Coach, der in der Bundesliga vorzeitig gehen musste. In dieser Spielzeit hatten zuvor Petrik Sander (Energie Cottbus), Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld) und Hans Meyer (1. FC Nürnberg) ihre Jobs verloren.
Das peinliche 1:5 bei Werder Bremen hatte das Faß offenbar zum Überlaufen gebracht. "Ich bin relativ bedient", erklärte Slomka danach frustriert. "Wir haben vorne unsere Chancen nicht so genutzt, wie es die Bremer uns vorgemacht haben und defensiv waren viele haarsträubende Fehler dabei." Der Schalker Coach ahnte da bereits Böses: "Das ist jetzt Wasser auf die Mühlen derer, die sagen, ich bin der falsche Trainer für Schalke 04. Die nächsten Tage werden sicher unruhig."
Wie Recht er hatte. Da nützte es auch nichts mehr, dass Manager Andreas Müller sich zunächst noch halbwegs auf Seiten Slomkas gestellt hatte: "Die Unruhe wird doch nur von außen reingetragen. Die Kritiker gibt es schon, seit Mirko Slomka bei uns ist. Damit müssen wir leben." Ein Bekenntnis hört sich jedoch freilich anders an.
Die leidige Diskussion um Trainer Mirko Slomka hätte in den nächsten Spielen zu einer Belastung werden können. Nationalspieler Kevin Kuranyi meinte: "Mirko Slomka ist ein guter Trainer, aber Schalke macht eine schwere Zeit durch." Jermaine Jones äußerte: "Seit ich das erste Training in Schalke absolviert habe, ist am Trainer herumkritisiert worden. Das habe ich nicht ganz verstanden. Wir müssen uns jetzt aber als Team präsentieren, weil wir schon am Dienstag das nächste Bundesligaspiel vor uns haben."
Der Zeitpunkt der Trennung verblüfft allerdings. Denn nun steht eine aufreibende englische Woche mit Spielen gegen Energie Cottbus (Dienstag) und beim direkten Konkurrenten Hamburger SV (Samstag) bevor.
Schaafs Plädoyer bleibt unerhört
Allein der Gegner hielt ein Plädoyer für den gebeutelten Coach. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass er in der Kritik steht, und dass man immer wieder an ihm kratzt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, dessen Mannschaft mit dem Kantersieg auf den zweiten Tabellenplatz vorstieß, weil auch der Hamburger SV beim 0:1 gegen den MSV Duisburg unerwartet patzte.
Vor allem Müllers Nachsatz wird Slomka weniger beruhigt haben: "Nach der Saison werden wir uns hinsetzen und genau analysieren, was das Beste für Schalke 04 ist." Nun kam bereits jetzt heraus: Slomka gehört nicht dazu.