Eurosport - Sa 14.Mrz. 16:15:00 2009
Nur zwei Meter haben Magdalena Neuer beim Olympia-Test im kanadischen Whistler zum Sieg im Weltcup-Sprint gefehlt: Trotz einer Strafrunde hatte die 22-Jährige nach 7,5 Kilometern nur 0,7 Sekunden Rückstand auf die fehlerfrei schießende Schwedin Helena Jonsson, die nun auch im Gesamtweltcup führt.
Jonsson enttrohnte mit ihrem vierten Saisonsieg als Weltcup-Spitzenreiterin die diesmal achtplatzierte Weltmeisterin Kati Wilhelm (1 Strafrunde). Zweitbeste deutsche Skijägerin im Sprint war nach fehlerlosem Schießen Andrea Henkel auf dem fünften Platz. Auch ihr fehlten nur 4,6 Sekunden zum Sieg.
"Das Ergebnis zeigt, wie eng es auch bei uns Frauen zugeht. Sicher sind sieben Zehntelsekunden wenig, doch ich muss mir keinen Vorwurf machen. Ich habe läuferisch alles gegeben und wäre wohl auch nicht schneller gewesen, wenn ich nach Helena gelaufen wäre und ihre Zeit gehört hätte", gestand Neuner.
Fünf innerhalb von fünf Sekunden
In einem äußerst spannenden Wettkampf hatten die deutschen Damen die Konkurrenz früh unter Zugzwang gesetzt. Durch die niedrigen Startnummern konnten sich Neuner, Martina Beck (am Ende auf Platz 13) und Wilhelm früh weit vorne einreihen. Aus der zweiten Startgruppe lief dann auch Henkel fehlerfrei in die Spitzengruppe. So glänzten die DSV-Starterinnen mit einem starken Teamergebnis, welches Simone Hauswald als Zwölfte komplettierte. Lediglich die junge Juliane Döll fiel mit dem 57. Gesamtrang etwas ab.
Nach Neuners Zieleinlauf entwickelte sich ein hochspannendes Finale. Nacheinander scheiterten Olga Zaitseva als Dritte, Tora Berger (4.) und Vita Semerenko (Rang sechs) nur hauchdünn an der Bestzeit der sechsfachen Weltmeisterin. Die Russin wurde mit einem Rückstand von 1,6 Sekunden Dritte.
Wilhelm: Letzter Schuss dreifach bitter
Neuner übernahm durch ihren zweiten Rang die Führung im Sprint-Weltcup von ihrer Mannschaftskollegin Wilhelm und auch im Gesamtklassement noch gute Chancen auf die große Kristallkugel.
Wilhelm ärgerte sich über die "Fahrkarte" beim letzten Schuss: "Ich war mir nicht sicher, ob ich auf der Scheibe stehe und habe mich nicht getraut, den Finger krumm zu machen. Als ich dann abdrückte, war es zu spät", erklärte sie die Strafrunde. "Ein Fehler beim letzten Schuss tut immer weh, heute war er aber besonders ärgerlich", gab Wilhelm zu. Als Viertschnellste war sie in der Loipe ganz vorne dabei. Doch der Fehler kostete sie nicht nur den Platz auf dem Siegertreppchen, sondern auch die Führungen im Gesamt- und Disziplin-Weltcup.
Kommentare 1 - 8 of 8
Schade nur, dass die Saison bald vorbei ist, es waren tolle Wettkaempfe, wenn auch die Ergebnisse nicht immer die waren, welche man sich gewuenscht haette. Fuer die naechste Saison wuensche ich mir mehr Sport und weniger Skandale!
Was ein tolles Rennen, war echt spannend. So wünscht man sich den Vorabend^^
Eigentlich schade, dass kein Verfolger stattfindet
@billy
Erstens hat sich niemand aufgeregt, sondern es wurde lediglich berechtigte Kritik geübt und auf einen Fehler hingewiesen.
Zweitens ist es wie rayitodesol79 sagte: Wenn man seinen Job richtig macht und vernünftig recherchiert, passiert der Fehler nicht. Und gut recherchieren ist neben gut und objektiv schreiben die Hauptaufgabe im Job "Journalist/Reporter", egal ob Printmedien, online oder im Fernsehen..... Einen Verfolger zu erfinden, wo keiner stattfindet ist eben kein kleiner Tippfehler oder Zahlendreher, der jedem passieren kann, sondern ein grober Fehler.
Na ich bin mal gespannt auf die Staffel heute abend! Uwe Müssiggang hat ein wenig umgestellt:
Kati Wilhelm
Magdalena Neuner
Martina Beck
Andrea Henkel
Wahrscheinlich möchte man die Russinnen mit den stärksten Läuferinnen zu Beginn unter Druck setzen. Könnte aufgehen, wenn man sich die Laufzeiten von gestern ansieht. Voraussetzung ist natürlich, dass es auch am Schießstand klappt, obwohl es da ja gestern eigentlich recht gut lief. Aber die Staffel ist halt doch was anderes.
Für Spannung ist jedenfalls gesorgt :-)
wenn man die Streichergebnisse berücksichtigt, liegt Wilhelm im Sprint hauchdünn, im GesamtWC 26 P. vor Jo, die wiederum 50 P. auf Lena hat. Aber durchaus noch machbar. An alle, die sich über den Verf.-Fehler aufregen: Ihr seid perfekt, oder? Im Verfolger oder Massenstart würde diese Leistungsdichte sicherlich zu einem Chaos führen. Was die tolle IBU-Führung dann wohl bei Protesten machen würde?
@ eurosport: wie interessant, dass sich juliane döll mit ihrem 57. Platz für die Verfolgung qualifiziert hat. Vor allem, weil an diesem Wochenende gar keine Verfolgung stattfindet. Manchmal muss man sich echt darüber wundern, wie sich solche Fehler einschleichen, die vermieden werden könnten, wenn man sich ordentlich mit dem Thema auseinander setzen würde.
nur gehört das Schiessen auch dazu
Das war wirklich knapp.Aber wenn man bedenkt,daß Neuner 1 Strafrunde hatte,und Johnsson nicht,war Neuner wieder die schnellste im Laufen.
Die Zeitabstände sind überhaupt sehr gering.Klasse Rennen war das heute.
Ein superspannender Wettkampf, die ersten vier nur vier Sekunden auseinander. Glück für Neuner, Pech für Henkel.
Diesmal auch sehr gute Schießleistung von Neuner mit nur einen Fehler, aber trotzdem langte es für Jonsson zum Sieg.
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