Lillehammer - Schmitt knapp am Podium vorbei

Eurosport - Sa 14.Mrz. 09:49:00 2009

DSV-Adler Martin Schmitt hat beim Weltcup auf der Olympia-Schanze in Lillehamer knapp das Podium verpasst. Der Vize-Weltmeister segelte mit einem tollen Sprung auf 136,5 Meter in Durchgang zwei vom neunten auf Rang fünf vor. Den Sieg holte sich Harri Olli aus Finnland.

SKI JUMPING 2008-2009 Willingen Martin Schmitt - 0

Nach Oberstorf hat der 24-jährige Olli sein zweites Weltcupspringen gewonnen. Der Russe Dimitry Vassiliev erreichte mit Platz zwei sein bestes Weltcup-Ergebnis und dem Österreicher Gregor Schlierenzauer gelang mit Platz drei der 18. Podestplatz in dieser Saison.

Schmitt-Rekord gebrochen

Schmitt verlor damit seinen neun Jahre alten Rekord als bester Punktesammler an Schlierenzauer. Der Führende in der Gesamtwertung hat nun 1838 Punkte auf seinem Konto und löschte damit die Bestmarke des 31-jährigen Schwarzwälders aus, der als Gesamtweltcup-Sieger der Saison 1999/2000 insgesamt 1833 Zähler gesammelt hatte.

Im ersten Durchgang hatten die Springer mit wechselnden Verhältnissen zu kämpfen. Nach einem Satz des Slowenen Robert Kranjec auf 142 Meter, der den starken Aufwind nutzte, entschied die Jury den Anlauf zu verkürzen. Bei geringerem Anlauf und einem nicht optimalen Sprung landete Schmitt im ersten Versuch auf 128 Meter - damit ließ er schon zu viele Punkte auf die Konkurrenz liegen. Im Gesamt-Weltcup liegt das DSV-Aushängeschild mit 770 Punkten an sechster Stelle.

Absprungfehler kostete bessere Platzierung

"Von der Weite fehlte doch einiges. Entsprechend unzufrieden bin ich", ärgerte sich Schmitt. "Er ist sehr gut geflogen, hat aber einen kleinen Absprungfehler gemacht. Es gibt aber keinen Grund, frustriert zu sein", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Im Finale trumpfte Schmitt auf und verpasste mit 136,5 Meter um 4,1 Punkte das Podest.

Die anderen deutschen Starter hatten mit dem Ausgang wenig zu tun. Michael Neumayer hatte nach seinem Absturz von Kuopio mit Sprüngen von 122 und 126,5 Metern eine ansteigende Form nachgewiesen und wurde 17. Michael Uhrmann blieb mit Weiten von 121,5 und 118,5 Metern hinter den Erwartungen zurück.

Stephan Hocke, der in der Qualifikation noch auf 127, 5 Meter kam und Platz acht belegte, enttäuschte im Finale komplett. Mit 115 und 110 Metern wurde der Thüringer nur 29.

Julian Kurzwernhart / Eurosport

Kommentare 1 - 6 of 6

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. Kiki T: es ist nicht die Leistung des Martin Schmitt,­ die ich kritisiere. Es ist die mediale Fokussierung auf­ den einen, der überschätzt wird und/oder zu sehr unter­ Erwartungsdruck steht. Martin Schmitt hatte einige­ Ausreißer nach unten und nach oben - aber wer hat die­ nicht. Am Ende steht ein Weltcup-Platz von vier bis­ acht und ein Ein-Sprung-Weltmeistertitel. Das ist schon­ eine schöne Ausbeute - ich werte aber einen dritten­ Platz bei der Tournee höher. Ganz ohne Frage: es gab in­ diesem Winter eine Reihe von Springern, die sowohl bei­ den wichtigen Wettbewerben als auch im Durchschnitt­ deutlich besser waren als Schmitt. Er ist der derzeit­ beste deutsche Springer, er gehört zur erweiterten­ Weltspitze, aber er ist derzeit keiner, von dem man­ Siege oder Podestplätze erwarten sollte - erhoffen darf­ man sie.

    Von Sam S, am So 15.Mrz. 12:24
  2. Martin Schmitt hat eben dieses Jahr nicht nur­ kurzfristig geglänzt wie Neumayer letztes Jahr. Er hat­ sich bis auf ein paar wenige Ausrutscher konstant in­ den Top 10 gehalten und steht am Ende verdient als 5­ evtl. wirds ja sogar noch die 4 im Weltcup. Dadurch,­ dass er jahrelang hinterher gesprungen ist und trotzdem­ nicht aufgegeben hat macht er sich schon zum­ Weltklassesportler. Gut springen und gewinnen ist­ schön, aber schlecht springen und sich wieder­ zurückkämpfen, das ist ne Leistung die mich beeindruckt­ und scheinbar wohl auch den Großteil der Medien, Fans­ und sogar Kollegen. Und das würde mich genauso­ beeindrucken, wenn er kein Deutscher wäre.

    Von Kiki T, am Sa 14.Mrz. 10:09
  3. So im Laufe der Saison pendelt sich das ein. Der­ Schlierenzauer war über die gesamte Saison der Beste.­ Aber er ist nicht so dominant, dass er immer vorne sein­ könnte. Gleiches gilt, mit kleinen Abstrichen für­ Ammann, der seine beste Zeit im vergangenen­ Kalenderjahr hatte. Der wirklich Beste der Saison aber­ ist Loitzl. Der gewann die wichtigsten Wettbewerbe: die­ Tournee und wurde Weltmeister. Sich bei den wirklich­ wichtigen Wettbewerben zu steigern, das macht auch den­ ganz großen Sportler aus. Sehr gut auch die Entwicklung­ bei den Finnen, die vor der Saison wohl nicht an­ Podiumsplätze dachten. Martin Schmitt hat ein wirklich­ gutes Jahr. Die nackten Tatsachen sagen, dass er­ jederzeit für Plätze unter den besten Zehn gut ist. Er­ ist aber, mit immer nur einem guten Sprung. er kann nur­ dann gewinnen, wenn ein gutes Dutzend der­ Springerkollegen mal einen schlechten Tag hat - also­ möglich aber nicht wahrscheinlich. Schmitt ist nicht­ mehr der jüngste. Das gibt zu denken, denn die­ öffentliche Aufmerksamkeit fokussiert sich ganz auf den­ Sympathen Schmitt. Da hinter kommt wohl nichts. Als im­ vergangenen Jahr der Neumaier dritter der Tournee wurde­ (mehr als Schmitt seit vielen Jahren erreichen­ konnte!), da krähte kein Hahn danach. Es liegt nicht­ nur an den Leistungen der Springer - es liegt auch an­ der medialen Fokussierung auf die Promis.

    Von Sam S, am Fr 13.Mrz. 22:08
  4. PS: Schön das auch einmal von M. Schmitt ein Bild zu­ sehen ist !! Danke Eurosport !

    Von glaserjens, am Fr 13.Mrz. 20:10
  5. Toller Olli !
    Nach zwei vierten Plätzen nun der­ souveräne Sieg. Starke Leistung bei einem tollen­ Wettkampf.
    Die Deutschen mit Platz 5, 17 und 21 im­ Leistungsbereich der letzten sieben Jahre, wie unter­ Steiert und Rohwein.
    Die beiden größten­ Nachwuchshoffnungen bereits in der Quali gescheitert.

    Von glaserjens, am Fr 13.Mrz. 20:04
  6. gratulation an gregor zur (fast) sichern kristallkugel

    Von schsam, am Fr 13.Mrz. 19:19
Kommentare sortieren: Aktualität

Kein Yahoo! User? Kostenlos .