Eurosport - Sa 14.Mrz. 15:28:00 2009
Hannover will demnächst nicht am Montagabend in der 2. Bundesliga antreten. Daher ist der Druck vor den Heimspielen umso größer. Auswärts läuft bei 96 nichts zusammen. Nach wie vor auf den ersten "Dreier" der Rückrunde wartet Gegner Borussia Dortmund.
Druck. In der Bundesliga ein ständiger Begleiter und inzwischen ein primär von Außenstehenden inflationär gebrauchter Begriff. Vor einem Heimspiel von Hannover 96 kommt allerdings niemand an diesem Wort vorbei. Schließlich hat sich die Mannschaft von Dieter Hecking durch ihre geradezu schockierende Auswärtsschwäche (ein Punkt in elf Spielen, 7:32 Tore) in die Situation manövriert, in nahezu jeder Begegnung in Hannover zum Siegen verdammt zu sein, um in der folgenden Saison nicht des Öfteren montagabends anzutreten.
Ein weiterer Schritt, um sich den Montagabend und damit die Zweite Liga vom Leib zu halten, soll am Samstag (15:30 im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) gegen Borussia Dortmund erfolgen. In welche Richtung es zu gehen hat, verdeutlichte der Vereinsvorstand. "Gegen Dortmund muss man einen Sieg erwarten", sagte Martin Kind. Trainer Hecking forderte: "Jetzt müssen wir etwas gerade biegen, sprich drei Punkte holen und ein anderes Bild als in München abgeben." Dort gingen die "Roten" am vergangenen Wochenende mit 1:5 unter, kassierten vier Kopfballtore nach Freistößen und Ecken. "Standards waren in dieser Woche bestimmt ein Thema bei Hannover 96", mutmaßte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.
Hecking: "Angst hemmt nur"
Nach der Partie gegen den BVB reist Hannover nach Hoffenheim und Bremen. Hier mit Punkten zu kalkulieren, ist aus 96-Sicht unrealistisch. Somit wäre eine Niederlage gegen Dortmund nicht nur tabellarisch, sondern auch psychologisch verheerend. Fünf Zähler misst Hannovers Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, vier zum Relegationsrang 16. "Die Relegation ist für Zweitligisten viel einfacher. Sie können hier alles gewinnen, Erstligisten alles verlieren", warnte Hecking seine Spieler davor, sich auf eine etwaige Korrektur der missglückten Saison in den Entscheidungsspielen Ende Mai/Anfang Juni zu verlassen. Wer dies tue, sei "sehr naiv".
Hecking will allerdings nichts von "Angstszenarien" wissen. "Angst hemmt nur, außerdem ist der Kampf nicht am 24. Spieltag beendet", so der 96-Trainer. Überdies sei der Gegner alles andere als unbezwingbar. "Der BVB hatte auch keine Rückrunde, wie er sie gerne gehabt hätte", sagte Hecking. Immerhin ergatterte Hannover den bisher einzigen Auswärtspunkt in Dortmund. Kurios: neun von zwölf Heimspiele der Borussia endeten remis.
Dortmund seit Dezember ohne Sieg
"Das war das Unentschieden, das von den vielen Remis am meisten weh getan hat, weil wir gar nichts dafür konnten", sagte Klopp. Hannover habe "Hilfe von außen gesucht und gefunden". Ein korrektes Tor der Schwarz-Gelben durch Robert Kovac wurde nicht anerkannt, obwohl der Ball die Linie klar passiert hatte. Mir nur vier Punkten im Jahr 2009 ist Dortmund nun die drittschlechteste Mannschaft der Rückrunde. Der Elan der ersten Saisonhälfte ist den Borussen abhanden gekommen "Wir sind nicht so weit weg, wieder Spiele zu gewinnen", betonte Klopp aber. Den letzten Sieg fuhr Dortmund am 12. Dezember gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) ein.
Auch die letzten sechs Pflichtpartien gegen 96 konnte der BVB nicht für sich entscheiden. In Hannover kann Klopp immerhin wieder auf den ehemaligen 96er Sebastian Kehl setzen, der seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen hat. Bei Hannover fallen definitiv Jan Schlaudraff (Leistenzerrung) und Steven Cherundolo (Bluterguss) aus. Mikael Forssell laboriert an einer Sprunggelenkverletzung - sein Einsatz ist fraglich. Altin Lala gehört dagegen nach fast dreimonatiger Verletzungspause wegen eines Bandscheibenvorfalls wieder zum Kader. 46.000 Eintrittskarten wurden für das Duell bereits verkauft, schätzungsweise 20 Prozent davon an die schwarz-gelbe Fangemeinde.
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