Ullrich findet noch keine Ruhe
Di 14.Feb. 14:13:00 2012
Nach der Zweijahressperre und einer viel kritisierten Erklärung wollte Jan Ullrich endlich den Schlussstrich unter seine Vergangenheit ziehen. Jetzt deutet einiges auf eine Fortsetzung hin: Er könnte als Zeuge in den Ermittlungen gegen die Uniklinik Freiburg geladen werden.
Die von Jan Ullrich so dringlich ersehnte Ruhe könnte bald erheblich gestört werden. Auch nach der ergangenen Zweijahressperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS und seiner halbherzigen Erklärung zu den Doping-Vorwürfen scheint immer noch kein Schlussstrich unter seine Vergangenheit gezogen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg könnte den einzigen deutschen Tour-de-France-Gewinner als Zeuge in den Ermittlungen gegen die Uniklinik Freiburg laden.
"Eigentlich sind wir fertig. In den nächsten Wochen wird entschieden, ob es eine Hauptverhandlung geben, oder ob das Verfahren eingestellt wird", erklärte der zuständige Oberstaatsanwalt Christoph Frank auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Theoretisch" sei es möglich, dass Ullrich als Zeuge geladen wird. Tendenzen zur bevorstehenden Entscheidung - Prozess oder nicht - wollte Frank nicht preisgeben: "Es gibt keine Wasserstandsmeldungen".
Vorwurf der Körperverletzung
Bei den noch andauernden Ermittlungen im Fall der Dopingvorwürfe gegen die Sportmedizin der Uni Freiburg geht es laut Frank auch um den Vorwurf der Körperverletzung durch unsachgemäße Bluttransfusionen gegen den ehemaligen Freiburger Mediziner und Ex-Telekom-Teamarzt Andreas Schmid. Auch gegen den zweiten, ehemaligen Mannschafts-Arzt Lothar Heinrich werde ermittelt.
In ihrem Abschlussbericht am 13. Mai 2009 war eine externe Doping-Untersuchungskommission der Uniklinik Freiburg zu der Erkenntnis gekommen, "dass im Team Telekom/Team T-Mobile von 1995 bis 2006 durch die beiden Ärzte Dr. Heinrich und Prof. Schmid systematisch gedopt wurde". In diesem Zusammenhang war auch der Name des noch aktiven Andreas Klöden gefallen, der Eigenblutdoping vorgenommen haben soll. Der Radprofi des Teams Nissan-Radioshack hat Doping stets bestritten.
"Jan hat alles abgeschlossen"
Über eine mögliche Vorladung nach Freiburg "machen wir uns im Moment keine Gedanken - Jan hat das jetzt alles abgeschlossen", sagte Ullrich-Manager Falk Nier, der einräumte, dass "juristische Zwänge" die persönliche Ullrich-Erklärung nach der CAS-Entscheidung beeinflusst hätten.
Im Anschluss an das Urteil hatte der 38-jährige Ex-Profi in der vergangenen Woche eine Stellungnahme abgegeben, die nicht sehr zur Aufarbeitung der Doping-Vorwürfe durch den CAS beigetragen hatte. Im Kern hatte Ullrich lediglich zugegeben, was längst erwiesen war: Er räumte Kontakte zu dem mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes ein.
Ullrichs Teilnahme an Hobbyrennen fraglich
Über die öffentliche Kritik an den Ullrich-Auslassungen war Nier "nicht erstaunt". In einem Interview der Zeitung "Die Welt" hatte Ullrichs früherer Teamkollege Jörg Jaksche Verständnis für die Zurückhaltung des Wahlschweizers geäußert. "Allein schon aus juristischen Gründen konnte er nicht mehr sagen", erklärte der geständige Doper Jaksche und verwies in diesem Zusammenhang auf eidesstattliche Erklärungen Ullrichs aus den vergangenen Jahren.
Auch eine gemütliche Runde als Hobbyradler könnte für Ullrich schwierig werden - zumindest hierzulande. Ullrichs neuer Werbepartner prüfe laut Nier, ob der Tour-Sieger von 1997 wie geplant bei einem Jedermann-Rennen am 12. August in Bielefeld am Start stehen kann oder in "anderer Form präsent sein wird". Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hatte am Vortag deutlich gemacht, dass die CAS-Sperre bis August 2013 auch für Hobbyrennen gelte.
Video: CAS spricht Ullrich des Dopings schuldig
Doping: Ulrich
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Andreas Zellmer / dpa
Kommentare 1 - 12 of 12
ist hier von den kommentatoren jemals einer radrennen gefahren, ich habe da so meine zweifel, sonst würde man nicht so viel schwachsinnige kommetare lesen.
warum von den fernsehsportlern immer der radsport so runtergetreten wird ist mir nicht so ganz klar. sollen die sich doch mal über dopingereignisse im fußball ein bisschen aufregen.
wie da gibt es kein doping? , dann möchte ich mal an die fußball wm von 1954 und an die helden von bern erinnern , danach sind die alle an gelbsucht erkrankt, ein schelm wer dabei an böses denkt.
@novosurf
wer Radsportler wird, der ist noch kein Betrüger. Dazu wird er erst, wenn er anfängt mit illegalen Mitteln Siege anzustreben - wie eben Kessler, Klöden und Ullrich. Es gibt immer noch reichlich Radprofis die nicht des Dopings überführt wurden und die auch nicht unter schwerem Verdacht stehen.
Warum sollte ich die drei Namen weglassen? Es sind genau die drei, die erstens für Doping stehen und zweitens stets abstreiten oder kneifen, die mit der geringen Aufrichtigkeit.
sam.. du moechtest mir also erzaehlen, dass ullrich mit dem radsport begonnen hat, nur mit dem gedanken millionaer zu werden.....? fuer mich heisst das, alle kinder fangen mit irgendeinem sport an, um spaeter damit richtig reich zu werden, und nich weil sie daran spass haben oder weil sie die sportart cool finden! auf deine antwort bin ich gespannt, und lasse bitte diesmal die namen, ullrich, kloeden und kessler aud deinem kommentar weg!
Also ich verstehe das ganze Gebrabbel hier nicht, ich fühle mich nicht von Ullrich betrogen!!??! Wahrscheinlich sind hier zu viele "TV Sportler" denen etwas zu langweilig ist.
@novosurf
wenn man mit legalen Mitteln nicht Millionär werden kann, dann ist das kein Grund Betrüger zu werden.
Wenn Ullrich in sauberem Zustand weniger Leistung gebracht hätte, dann ist das eben so.
Nicht ausreichende Leistungen rechtfertigen den Betrug nie - auch nicht, wenn andere betrügen. Das wäre eine feine Ausrede für alle: die anderen auch. Das ist aber nur kindisch.
hocico242... du hast sicher recht mit dem dass er riesentalent hatte! aber was waere aus ihm geworden in dieser epoche des radsportes, sicher nur ein "ewiges talent"! ich weiss dass es sam jetzt wieder auf die palme bringt, aber wie haette er die gleichen leistungen, oder bessere, bringen sollen wenn er sich den methoden nicht angepasst haette! schade ist jetzt nur dass alle verantwortlichen ihr faehnchen nach dem wind drehen und sich distanzieren oder mit drauf rumkloppen....
Wenn auch nicht so perfekt, so umfassend und so systematisch, Doping kam im Westen nicht nur vor, es wurde ausgiebig praktiziert. “In der DDR wurde systematisch und menschenverachtend gedopt, in der Bundesrepublik nur menschenverachtend.” ( Prof. Helmut Digel). Die Medizinier Huber, Keul und Klümper sind Spitzen von Eisbergen.
Das ändert aber nichts daran, dass Ullrich ein Spitzendoper und ein Spitzenbetrüger ist. Nimmt man die Aussagen von Marzano und D'Hont dazu, dann ist Ullrichs Doping mit EPO, Eigenblut, Wachstumshormonen, Amphetaminen u.a.m. lückenlos seit 1996 belegt. Ob er in jungen Jahren in der damaligen DDR auch schon Wachstumshomone etc. bekam ist dabei fast belanglos - er hätte das im Westen vielleicht auch bekommen.
Oh danke, Dummschwätzer werden hier wohl ausgebuht, recht so. Jans Lebensweg auf dem Rad begann 1983. Siege, Siege, Siege! Wer lesen kann vermutet das also noch zu tiefsten DDR Zeiten und findet das alles im "NETZ". So, und nun zu dem leidlichen Thema, wurde in der BRD auch gedopt? Ich kann in diesem Thread nichts davon lesen das jemand behauptet hätte es wäre nicht so. Irgenwer hat hier eine ernsthaft einen laufen.
Wer ordentlich schreiben kann ist klar in Vorteil. Selbst wenn ich nicht aus dem Osten kommen würde, wäre ich nicht so weltfremd und denken, dass nur in der DDR gedopt wurde. Da haben noch ganz andere mit unzulässigen Substanzen gearbeitet. Und nebenbei: rechne mal aus, wie alt Ulle beim Mauerfall war und wann er Amateur-Weltmeister wurde ;-)
Hocico Du bist mir vielleicht ein Herzchen. Kannst Du meinen ersten Satz entkräften ohne dummes Zeug zu schreiben? Nein? Dann laß sowas weg. Da Du scheinbar aus dieser Gegend kommst solltes Du alle Zeiten und Namen kennen die noch heut Bestand haben weil sie mit Hilfe der Pharmaindustrie erwirkt wurden. ( Z.B. in der Leichtathletik, das war teilweise Weltklasse, aber eben mit Chemie ) Das, wie man heut "ganz überrascht", feststellt, auch von staatswegen flächendeckend gedopt wurde stellte ich nicht in Abrede. Was soll also Dein primitiver Angriff? Ich würde übrigens jetzt, um 14:00h, die selben Sätze schreiben. Du kommst besser Dich auf das Thema zu beziehen als albern auf Andere.
@ James
alles klar, Schuld ist mal wieder die DDR. Da kann ich nur mit dem Kopt schütteln. In der BRD wurde ja nie gedopt *lach*. Natürlich hat Ulle Fehler gemacht und sein Umgang mit dem Thema recht dumm. Nur ist es auch unfair, wie jetzt auf ihn eingeprügelt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ale soooo überrascht waren, dass er gedopt hat.
Ich find es nur schlimm, dass er es nicht nötig hatte zu dopen. Denn das Talent war mehr als Vorhanden!!! Da spielt sein damaliges Umfeld auch eine gehörige Rolle.
Jan Ullrich wurde in der DDR rangezüchtet, es bleibt zu vermuten, dass er dort, vielleicht sogar unwissend, mit Doping in Berührung kam. Seine Laufbahn, sein Leben war also mit Chemie und Drogen "gepflastert", unverständlich dann zu äußern : " Ich habe in meinem Leben nie anderen geschadet, nie betrogen und nie leistungssteigernde Mittel eingenommen." Das ist ein glatte Lüge und sollte allen zu denken geben die noch heut in ihn "vernarrt" sind. Seine Schattenseite entehrt ihn. Auch der Versuch von Sport und Politik ihn heut als Vorbild und Ikone hinzustellen ist nur noch peinlich und perverst. Drogensüchtige als Vorbild, jedem wird an der holländischen Grenze das Tütchen strafbar weggenommen. Der Staat sollte mal nachdenken auf welcher Seite er eigentlich steht!?
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