Düsseldorf/Würzburg (dpa) - Der Tischtennis-Eklat bei der Partie Borussia Düsseldorf - Müller Würzburg (6:0) hat möglicherweise ein Nachspiel.
Ligasekretär Wieland Speer schloss Sanktionen gegen die Würzburger nicht aus, die in den Einzeln mit Absicht vier Kreisligaspieler gegen das Star-Team um Europameister Timo Boll aufgestellt hatten. «Wir müssen das genau aufarbeiten. Denkbar ist, dass für den Kontrollausschuss ein Verstoß gegen den Fair-Play- Gedanken vorliegt. Viele Leute sind verärgert und irritiert. Es handelt sich aber um einen Einzelfall in der Deutschen Tischtennis- Liga», sagte Speer der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Würzburgs Manager Frank Müller hat eine Protestaktion zum Nachteil der Zuschauer gemacht. Die haben mir leidgetan. Viele hatten eine weite Anreise», kommentierte Düsseldorfs Spitzenspieler Boll die Retourkutsche der Mainfranken auf das Endspiel im ETTU-Cup im April 2007. Der Weltranglisten-Fünfte fand in seiner Partie gegen Dieter Schwind, Nummer 5 im Würzburger Kreisligateam, auch etwas Positives: «Solche Gegner kenne ich sonst nur aus Showkämpfen. Für mich hatte es den Vorteil, dass ich mein lädiertes Knie schonen konnte.»
Der Verein Müller Würzburg bezeichnete in einer Presseerklärung die regelkonforme Aktion - alle Amateure, unter ihnen der neue Clubchef und ein anderes Vorstandsmitglied, standen ordnungsgemäß auf dem Meldebogen - als einmalige Protestnote gegen die «außergewöhnlich skandalösen Vorgänge im letztjährigen Rückspiel des ETTU-Pokalfinales in Düsseldorf». Damals hatte der Schiedsrichter dem Würzburger Spitzenspieler Leung im entscheidenden Moment Aufschläge abgezählt, laut Müller aber erst nach massiver Intervention durch Düsseldorfer Spieler und Offizielle.
Der Würzburger Tischtennis-Chef und Hauptsponsor ist in der Szene für seine ausgefallenen Ideen bekannt. «Unsere Aktion wurde von der Vereinsführung, den Sponsoren und allen Spielern einhellig gebilligt. Sie wussten seit Wochen davon. Vereinsvertreter und Aktive anderer Clubs haben sich bei mir positiv zu der Maßnahme geäußert», erklärte Müller. Er äußerte zugleich Verständnis für die enttäuschten Fans, denen Borussia Düsseldorf das Eintrittsgeld erstattete. «Mit dieser Aktion ist die Sache für uns erledigt. So etwas werden wir nicht wiederholen», sagte Müller.



