EM 2008 - Deutsche Damen schlagen Russland

Eurosport - Sa 13.Dez. 19:50:00 2008

Die deutschen Handball-Frauen sind als Gruppensieger ins Halbfinale der Europameisterschaft eingezogen. In ihrem letzten Hauptrundenspiel kam die DHB-Auswahl in Skopje zu einem 27:22 (14:12) gegen Weltmeister Russland und bleibt bei den Titelkämpfen in Mazedonien damit weiter ungeschlagen.

HANDBALL 2008 Euro 2008 Russia-Germany Koroleva Turey Lörper Muravyeva - 0

Dort trifft das Team von Bundestrainer Armin Emrich am Samstag auf Spanien. Die Spanierinnen profitierten von der Niederlage Rumäniens gegen Norwegen und qualifizierten sich als Gruppenzweite für das Halbfinale. Beste Werferinnen in der deutschen Mannschaft, die letztmals 1994 eine EM-Medaille gewann, waren Anna Loerper (7/5) und Grit Jurack mit jeweils sieben Toren.

"Dieser Sieg ist ein Signal für das Halbfinale, egal, wer der Gegner ist. Wir haben wieder bewiesen, dass wir zur absoluten Weltspitze gehören", sagte Loerper. Allerdings kamen die deutschen Frauen erst in der zweiten Halbzeit richtig auf Touren. "Da hat sich die Mannschaft deutlich gesteigert. Wir haben vor allem aufgrund der starken Defensive verdient gewonnen", bilanzierte Emrich.

Fahrlässige Chancenverwertung

Die Partie zwischen dem Weltmeister und dem WM-Dritten vor rund 1500 Zuschauern erfüllte in der ersten Hälfte die hohen Erwartungen nicht. Die Russinnen, die nur drei Spielerinnen aus dem Olympia- Finale aufgeboten hatten, schonten ihre Stars Elena Polenowa und Irina Poltoratskaya, die die Partie auf der Tribüne verfolgten. Deutschland musste auf Kreisläuferin Anne Müller (Bandabriss am Finger) und Rückraumspielerin Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch) verzichten. "Für beide Spielerinnen wäre der Einsatz zu früh gewesen. Für das Halbfinale sind wir aber optimistisch", sagte der deutsche Mannschaftsarzt Marcus Laufenberg.

Im Vergleich zum enttäuschenden 28:28 gegen Weißrussland am Vortag konnte Emrich wieder auf Kreisläuferin Anja Althaus und Torfrau Clara Woltering zurückgreifen. Vor allem Woltering zeigte erneut eine starke Leistung. Die Pausenführung für das deutsche Team hätte daher deutlicher ausfallen müssen, doch im Angriff wurden etliche Chancen fahrlässig vergeben. Zu viele Ballverluste ließen das gefürchtete Tempospiel der DHB-Auswahl nicht in Fahrt kommen.

Hoffen auf Edelmetall

Auch nach dem Seitenwechsel blieben beide Mannschaften in der Offensive zunächst einiges schuldig. In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte fielen gerade einmal vier Tore. Erst danach steigerten sich die DHB-Frauen und zogen beim 19:15 (44.) auf vier Tore davon. Diesen Vorsprung gab das kämpferisch überzeugende Team bis zum Schluss nicht mehr ab. Loerper bewies ihre Nervenstärke bei Strafwürfen und verwandelte fünfmal vom Siebenmeterpunkt, Mandy Hering glänzte bei Tempogegenstößen und Jurack traf aus dem Rückraum. "Nach dem schwachen Spiel gegen Weißrussland haben wir uns erheblich gesteigert", stellte Emrich zufrieden fest.

Gegen Russland hatte es zuletzt in Peking eine 29:30-Niederlage gegeben, die das Vorrunden-Aus bei den Olympischen Spielen besiegelte. Bei der Europameisterschaft 2006 hatten die Deutschen ebenfalls gegen Russland verloren ­ damals im Halbfinale. Nach den überzeugenden Auftritten darf das Team nun auf eine Medaille hoffen.

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. Die Deutschen scheinen richtig gut drauf zu sein. Ich­ habe zwei Spiele gesehen. Die waren o.k. Ab jetzt­ verpasse ich keine Partie mehr.Alles Gute fürs­ Halbfinale und mehr.

    Von Harry, am Do 11.Dez. 21:06
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