Eurosport - Di 13.Okt. 11:45:00 2009
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) verhandelt die Dopingfälle der russischen Biathletinnen Jekaterina Jurjewa und Albina Achatowa. Beide waren wie ihr Landsmann Dmitri Jaroschenko wegen Blutdopings von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) bis Dezember 2010 gesperrt worden.
Anders als Jaroschenko hatte das Frauen-Duo dagegen Einspruch beim CAS eingelegt. "Wir erwarten das Urteil innerhalb von vier Wochen und sind zuversichtlich, dass wir noch vor Saisonbeginn ein Ergebnis haben", sagte IBU- Generalsekretärin Nicole Resch am Dienstag beim Forum Nordicum in Willingen.
Um das Verfahren bis zum Saisonbeginn abschließen zu können, hatten sich Olympiasiegerin Achatowa und Weltmeisterin Jurjewa mit der IBU darauf geeinigt, dass sie den CAS anrufen können, ohne zuvor vor das IBU-Schiedsgericht ziehen zu müssen. Achatowa war Anfang Dezember 2008 beim Weltcup im schwedischen Östersund einmal das verbotene Mittel Erythropoetin (EPO) nachgewiesen worden, bei Jurjewa gab es gleich zwei positive Proben. Dennoch fordern die Russinnen die Aufhebung der Sperre und den Freispruch von allen Anklagepunkten.
Kritik am russischen Ski-Verband
Im Zusammenhang mit den russischen Dopingfällen kritisierte IBU-Vizepräsident Alfons Hörmann, zugleich Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), den russischen Ski-Verband. "Aus Sicht des IBU-Präsidiums gibt es die gefühlte Wahrnehmung, dass sich dort nichts getan hat. Es deutet nichts daraufhin, dass sich im russischen Verband im Umgang mit dem Thema Doping etwas verändert hat", sagte Hörmann.
Kommentare 3 - 22 of 22
*g* es wird immer besser ...
Der Anwalt der beiden Biathleten hat einige Spielereien auf Lager. Er denkt jedenfalls gut um die Ecke. Und einige seiner Einwände sind zumindest aufschlussreich dahingehend, dass das, was durch die Presse publiziert ist, nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Da stecken ne Menge fiese Details mehr dahinter.
Die Art, in der die Verteidigung vorgeht - nämlich an sehr vielen verschiedenen Punkten kleine Unkorrektheiten unterstellen - machen die Angelegenheit sehr unübersichtlich und das Paper schwer lesbar -.-
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Aber das beste an dem positiven Dopingergebnis ist der vielleicht wesentlichste Grund - nach den WADA Technischen Dokumenten 2007 war es nicht möglich, das genutzte rEPO nachzuweisen. Die Entwicklung wurde allerdings fortgeführt. U.a. unter der Leitung des fraglichen WADA-Labors! Die nutzten die neuesten Methoden daher auch schon VOR der Veröffentlichung des WADA TD 2009 im März.
Wie gemein den Dopern gegenüber - ihnen nicht mal vorher zu sagen, das man das mittlerweile erkennen kann :D
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Ganz nebenbei ... die Lektüre des CAS-Reports gibt ein paar recht interessante Einblicke in die Arbeitsweise (und (Un)Möglichkeiten) der Dopingsucher =)
Einspruch wurde vom CAS abgelehnt, die Sperren wurden bestätigt. *CAS-Report liest*
@bobby0678: heiße Luft - sinnfrei und überflüssig..........
Siehe da, Klugsche.sser @ Markus K, alias Pechsteinverteidiger, leider peinlich geistfrei, findet sich auch ein.
Oh no - der Typ mit der Randsport-Platte ist auch wieder da.......alle Jahre wieder.......wieder ein Jahr rum und nix dazu gelernt...........
biathlon = doping, was wollen die da prüfen? da laufen in deutschland ca. 3000 biathleten rum von denen vielleicht 50 nicht gedopt sind und die medien machen einen hype um diese randsportart, als wäre sie soooooo wichtig! weg mit den bericht über diese drogensportart, ebenso wie mit den berichten über die radlchemiker.
Dazu kenn ich nicht viele Details .. aber das wenige gefällt mir gar nicht. Es sind nämlich nur Feststellungen, was NICHT passiert ist.
1) Es gibt keine Angaben, was mit dem angeblich schuldigen Sportarzt ist. Die Presse ist bei so was recht fix ... Umkehrschluss: Es wurde nichts unternommen. Dazu kommt, dass auch der IBU zwar sinngemäß gesagt wurde "der war der Böse" - aber keinerlei Informationen in Richtung "wir haben ihn sofort suspendiert und führen ne Klage wegen Körperverletzung" oder "wir räumen euch das Recht ein, ihn zu befragen" oder irgendwas.
2) Die nationalen Kommisare haben sich nach meinem Wissen sehr bedeckt gehalten. Meiner Ansicht nach werden sie bei einem Freispruch auf die böse IBU schimpfen (und den 2-3 Athleten die Rückkehr möglich machen) und bei einer Bestätigung der Sperre die Athleten gutheißen und nach 2 Jahren weitersehen - nennt man Opportunisten.
Aber wie du gut gesagt hast, was in Russland wirklich abgeht, kann ich nicht so gut einschätzen, daher unter Vorbehalt das ganze ^^
"Nur mal den Fall angenommen, dass die beiden echt freigesprochen werden - was meint ihr, sägt der nationale russische Verband die genauso cool ab, wie die Finnen Kaisa Varis? Die war gedopt, wurde aber wegen Verfahrensfehlern freigesprochen."
Gute Frage! Es lässt sich im Moment schwer beurteilen, ob die Dopingfälle intern zu irgendwelchen Konsequenzen geführt haben. Spannend wäre in dem Zusammenhang die Frage, ob der russische Verband Iurievea und Achatova bei ihrer Klage vor dem CAS unterstützt oder nicht. Das wäre meiner Meinung nach schon ein Indiz für die offizielle russischen Haltung zu dem Thema.
Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Es scheint sich wenig bewegt zu haben- aber das kann auch daran liegen, dass wir hier im Westen einiges nicht mitbekommen.
ursprünglich hiess es ja mal das im russ. biathlon-verband neue leute seien welche die doping-strukturen aufdecken wollen.
in der richtung scheint sich wohl nichts zu tun.
die geschichten die sie vor dem CAS erzählt haben wären ja sogar einem breshnew peinlich gewesen.
ich hoffe nicht das sie durchkommen wegen der unzulässigkeit der langen untersuchungsprozeduren, falls doch hat es aber die IBU selbst verbockt dann.
Ich bin nicht sicher, warum Yaroschenko das gemacht hat. So weit ich weiß, wurden die 3 auf das gleiche Präparat positiv getestet. Wenn dann nur 2, aber nicht alle 3 in Berufung gehen, ist das schon etwas seltsam. Kann mir am ehesten noch vorstellen, dass bei den Männern die kleinen Fragwürdigkeiten nicht aufgetreten sind, die der Anwalt der Frauen als Basis für sein Plädoyer nutzt. Denn an den Resultaten setzen die ja nicht mal etwas aus.
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Nur mal den Fall angenommen, dass die beiden echt freigesprochen werden - was meint ihr, sägt der nationale russische Verband die genauso cool ab, wie die Finnen Kaisa Varis? Die war gedopt, wurde aber wegen Verfahrensfehlern freigesprochen.
@ angelus0273
dass Yaroshenko verzichtet hat, liegt eventuell daran, dass es am Anfang hieß, er sollte eine 4-jährige Strafe bekommen. Da er aber am Schluss 'nur' 2 Jahre bekommen hat, war er darüber schon froh & wollte vllt. nicht riskieren, dass sich die das nochmal anders überlegen und er doch noch 'ne längere Strafe bekommt. Ich an seiner Stelle wäre darüber auch froh, denn mit 3 positiven Ergebnissen...
"Ja,ja ...immer die bösen Russen, die sind an ALLEM Schuld.Nur die Deutschen-Biathlon-Super-Athleten sind Wunderkinder"
Das hat niemand behauptet. Tatsache ist, die betroffenen Athleten wurden nun einmal positiv getestet. Das ist Fakt. Es spricht ja auch für sich, dass Jaroschenko darauf verzichtet hat, den CAS anzurufen.
Der CAS braucht wohl noch etwas, bis eine Entscheidung feststeht, aber der Anwalt der Russinnen hat n Statement abgegeben: „Die Anhörungen dauerten recht lang, insgesamt neun Stunden. Die Position der Athleten, die wir vertreten haben war, dass bei den Doping-Tests einige gut geregelte, technische Vorschriften nicht eingehalten worden sind. Auf dieser Grundlage haben wir geschlossen, dass die Ergebnisse der Doping-Tests als nicht legitim angesehen werden können. Die Chancen auf einen Erfolg kann ich jedoch nicht einschätzen, da es ein sehr komplizierter Fall ist"
Ich denke dazu zweierlei:
1) wenn die nicht der Ansicht sind, dass sie was extrem tollen hingebogen haben, gehen sie baden (würd ich vermuten aufgrund ähnlicher Urteile in früheren Fällen)
2) Pechstens Fall wird vorher entschieden (das ist aber nur ein Bauchgefühl ^^)
Antwort des CAS auf meine Anfrage:
Dear Sir,
This is to acknowledge receipt of your e-mail dated 17 October 2009.
A press release will be published when the final decision is ready.
Yours sincerely,
Matthieu REEB
CAS Secretary General
@minimum
leider nicht, auf der CAS-Website steht der Termin, aber keinerlei Ergebnisse. In Anbetracht der IBU-Reports würden die mich aber brennend interessieren ... ich such weiter und sag Bescheid, wenn ich was weiß. Mal schauen, ob ich Eurosport schlage ^^
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@nascha
ja nee is klar. Ich werde keine Sportler des Dopings beschuldigen, der nicht nachweislich gedopt war. Aber innerhalb des letzten Jahres wurden nicht weniger als 7! Russische Langläufer und Biathleten mit positiven Doping-Befunden aus dem Verkehr gezogen. Interessanterweise wurden gleichzeitig KEINE positiven Proben von Sportlern IRGENDEINER anderen Nation festgestellt. Nicht DIE Russen sind an ALLEM Schuld (das ist Blödsinn zu behaupten), aber jene ACHT Russen sind des DOPINGS für schuldig befunden worden. :-)
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@Pechstein
Deren Fall wird am 22./23.10. verhandelt - nicht dass jemand sagt, ich würde die Deutschen, die zumindest eine Akte haben, bevorzugt behandeln.
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@Läufernamen
Damit keine sagt, ich stelle irgendwelche Behauptungen auf:
Andrei Prokunin, Veronika Timofeyeva, Ekaterina Iourieva, Albina Akhatova, Dmitri Yaroshenko, Julia Tschepalowa und Jewgeni Dementjew
Ja,ja ...immer die bösen Russen, die sind an ALLEM Schuld.Nur die Deutschen-Biathlon-Super-Athleten sind Wunderkinder
...haben Sie jemals gedopt Fr.Neuner,Fr.Wilhelm? ...Nööööööööööööö!!!
@ sx5r
ich weiß noch nix.
weißt du schon was?
Eurosport,
die CAS-Anhörung war gestern - wißt ihr, was dabei herausgekommen ist?
Ich finde den gesamten Report ausgesprochen erhellend - die Verteidigung schiebt die Schuld auf einen einzigen Team-Arzt und eine "möglicherweise kontaminierte" Version eine eigentlich harmlosen Präparates.
Da kann man jetzt drüber denke, was man will - ich persönlich bin immer noch der Meinung, dass Sportler, die Eigenblut mit irgendeinem Präparat zusammen intravenös verabreicht bekommen, und hinterher noch behaupten "ich hab von nichts gewusst" eher 2x geschlagen gehören.
Das zweite mal entweder für die freche Lüge - oder aber für an akute Lebensunfähigkeit grenzende Dummheit.
Ha!
Die IBU - Zusammenfassung des Falls liefert doch tatsächlich gewissen Informationen:
...
"However, the Athlete claimed that some irregularities occurred. It was submitted that the process of analysing of the A sample took 49 days instead of about 10 and that the package of documentation was prepared in more than 1 1/2 month instead of the usual 14 days. In particular, the Atypographic mistakes@ corrected by the Lausanne laboratory in a later amendment to its report were causing doubts with regard to the results of the analysis. It was further submitted that the out-of-competition testing on 5 December 2008 was too early and within the time range of an in-competition testing."
...
"First, it was submitted that the Athlete, as the commission of RBU stated, bears no fault or negligence because she took only multi-vitamins and did not intentionally take any prohibited substance. She was informed by the team physician, Mr. Dimitriev, that the medication ACardio-Protector@, she was given by him did not contain any prohibited substances."
...
"Secondly, it was submitted that the Athlete provided substantial assistance in discovering Aanti-doping rule violations by support personnel (the physician), assistance in discovering Anti-Doping Rules violations by other athletes@. According to this submission before the commission of the RBU@ the Athlete „declared her wish to provide substantial assistance in the investigation“ and declared that the physician of the Russian national biathlon team, Mr. Dimitriev, committed anti-doping rule violations. Furthermore, the Athlete submitted that she revealed Aconfidential information@ in relation to doping abuse by other athletes. This was stated in the Adecision@ of the RBU commission."
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