Bundesliga - Der Klub schreibt rote Zahlen

Eurosport - Di 13.Okt. 19:12:00 2009

Der Wiederaufstieg in die Bundesliga ist dem 1. FC Nürnberg teuer zu stehen gekommen. Der fränkische Traditionsclub rutschte mit der Rückkehr ins Oberhaus wieder in die Roten Zahlen - am Bilanzstichtag zum 30. Juni stand ein Fehlbetrag von 5,8 Millionen Euro in der Bilanz des Geschäftsjahres 08/09.

2009 Bundesliga Nuremberg-Coach Michael Oenning thoughtful - 0

In der Saison zuvor hatte der "Club" dank Erstklassigkeit und der Teilnahme am UEFA-Cup noch ein Plus von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Bankverbindlichkeiten beim FCN beliefen sich am 30. Juni dieses Jahres auf 1,2 Millionen Euro.

"Das Ergebnis ist nicht gut, da gib es nichts zu beschönigen", sagte Geschäftsführer Ralf Woy auf der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag in Nürnberg.

Die Aufwendungen konnte der Verein gegenüber 2007/2008 um 16,6 auf 42,7 Millionen Euro drücken; im Etat für den Profi-Bereich, der 17,8 Millionen betrug, sparte man 8 Millionen Euro ein. Die Einnahmen sanken mit dem Abstieg drastisch: 23,8 Millionen Euro betrug das Minus aus Fernseh-, Spiel- und Marketingeinnahmen - allein die Gelder aus dem Fernsehvertrag sanken von 24,3 auf 8,4 Millionen.

Klassenerhalt enorm wichtig

Aufgrund der finanziellen Situation ist die Mannschaft von Trainer Michael Oenning mehr denn je gefordert, den Klassenerhalt zu schaffen. Neuverpflichtungen in der Winterpause sind, wenn keine Profis abgegeben werden, laut Woy "momentan nicht machbar". Die Ursache für die Neuverschuldung liegt auch im sportlichen Bereich.

Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr hielt der "Club" an teuren Spielern wie Javier Pinola, Andreas Wolf oder Marek Mintal fest und holte sogar noch erfahrene Profis wie Torhüter Raphael Schäfer. Der Kurs habe viel Geld gekostet, aber man sei mit dem sofortigen Wiederaufstieg belohnt worden, sagte Präsident Franz Schäfer.

Umstrukturierungen im Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung am Abend sollte der Unternehmer in seinem Amt bestätigt werden. Schäfer wäre der letzte ehrenamtliche Präsident beim Altmeister. Von Herbst 2010 an soll der Verein nicht mehr von einem ehrenamtlichen Präsidium, sondern von einem hauptamtlichen Vorstand geführt werden.

Über eine entsprechende Satzungsänderung sollten die Delegierten abstimmen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde Schäfers Vorgänger, Michael A. Roth, zum Ehrenpräsidenten des FCN ernannt. Der 74 Jahre alte Teppichhändler hatte den "Club" insgesamt zwanzig Jahre geführt und war im Sommer vergangenen Jahres zurückgetreten.

TV-Tipp:

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dpa / Eurosport

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