Eurosport - Do 13.Sep. 20:20:00 2007
Panik im Prinzenpark: Durch die 0:1-Heimniederlage gegen Schottland muss Frankreich nun plötzlich um die EM-Qualifikation fürchten. "Das ist eine Katastrophe", gestand Liliam Thuram, nachdem der Treffer von James McFadden den Verlauf des Top-Duells der Gruppe B in Paris auf den Kopf gestellt hatte.
Den hoch überlegenen Gastgebern war es nicht gelungen, die gut organisierte schottische Abwehr zu knacken, während ein Torwartfehler von Mickael Landreau die einzige Chance der Gäste zum Siegtreffer machte.
"Das war eines der grandiosesten und wichtigsten Tore in unserer Geschichte", jubelte Schottlands Trainer Alex McLeish nach dem Spiel, "ich habe immer an die Chance zur Qualifikation geglaubt und jetzt ist diese greifbar nahe." Seine Elf übernahm mit dem erneuten Sieg über Frankreich die Spitze in der Gruppe, vor den in der Ukraine siegreichen Italienern.
Der gesperrte Topstürmer Thierry Henry wurde in der "equipe tricolore" schmerzlich vermisst, denn weder David Trezeguet noch Nicolas Anelka entwickelten echte Torgefahr, und auch Bayern-Star Franck Ribéry konnte nicht wie gewohnt glänzen. Die wenigen heiklen Situationen aber klärte Schottland-Keeper Gordon souverän.
Frust bei Franzosen
"Wir haben alles versucht", analysierte Ribéry im Anschluss, "uns hat nur das Glück gefehlt. Wir haben kein schlechtes Spiel gezeiegt, aber gegen die Schotten ist es immer gleich - und diesmal noch schlimmer als im Hinspiel."
"Uns hat nur das Tor gefehlt", analysierte Anelka, "wenn wir einmal treffen, kassieren sie sofort drei oder vier Stück. Wir haben in beiden Spielen gezeigt, dass wir ihnen weit überlegen sind, die haben sich die ganze Zeit hinten reingestellt. Aber was will man machen gegen einen Glücksschuss aus 40 Metern?"
Schlechtes Omen Prinzenpark?
Bei einem der selten gewordenen Auftritte der französischen Nationalelf im "Parc des Princes" kamen sofort schlechte Erinnerungen auf: Das letzte im Bois de Boulogne bestrittene Qualifikationsspiel ging 1993 mit 1:2 gegen Bulgarien verloren - und Frankreich verpasste damit den Sprung zur WM 1994 in den USA. Besonders bitter für die französischen Sportfans: Der Umzug der Fußballer brachte der Rugby-Auswahl kein Glück - sie verlor im Stade de France ihren WM-Auftakt gegen Argentinien.
Noch hat die Elf von Raymond Domenech mit 19 Punkten aber weiter die Chance auf ein EM-Ticket, doch dazu müssen die letzten drei Partien gegen die Färöer Inseln, Litauen und die Ukraine gewonnen werden, während Schottland (21 Zähler) in seinem letzten Gruppenspiel ein echtes Finale gegen Italien (20) bestreitet und dann am letzten Spieltag zuschauen muss.
Andreas Schulz / Eurosport