Eurosport - Sa 13.Jun. 09:10:00 2009
Ein explosiver Streit zwischen den Favoriten Audi und Peugeot hat vor dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans das Duell um die Krone des Langstreckensports vergiftet. Die Debatte um einen Protest der Franzosen gegen den neuen Renn-Diesel von Audi kochte am Tag vor Start hoch.
"Wir sind fest davon überzeugt, dass unser Auto legal ist. Für uns ist dieser Protest unverständlich", befand Audi- Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Dagegen konnte auch die Fahrt auf Startplatz eins den Rivalen Peugeot nicht besänftigen.
"Ich bin nicht stolz auf diesen Protest, aber wir hatten keine Wahl", sagte Peugeot-Sportdirektor Olivier Quesnel. Das Team hält die Frontpartie des neuen R15 TDI für unzulässig und will nach dem in Le Mans gescheiterten Einspruch nun den Internationalen Automobilverband FIA zu einer Entscheidung zwingen. In diesem Fall wäre der Ausgang des Rennens am Sonntag nur unter Vorbehalt gültig.
Kurzfristige Regeländerungen
Auch auf der Strecke schenkten sich die beiden Hauptkonkurrenten nichts. Erst kurz vor Mitternacht sicherte Stéphane Sarrazin am Donnerstag Peugeot die Pole Position für den Start am Samstag (15.00 Uhr/Eurosport). Der Franzose fuhr auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs in 3:22,888 Minuten zur Bestzeit in der Qualifikation. Audi hat jedoch die Tempo-Nachteile des Vorjahres mit dem neuen Modell offenbar deutlich verringert und setzt nun auf seine Stärke unter Renn-Bedingungen. "Wir haben uns heute nicht wirklich auf eine Zeitenjagd konzentriert", sagte Ullrich.
Die Deutschen gehen nach acht Siegen in den vergangenen neun Jahren selbstbewusst in die 77. Auflage des legendären Rennens. "Ich bin ziemlich optimistisch", meinte Rekordsieger Tom Kristensen, der das Rennen im Vorjahr zum achten Mal gewann. Teamgefährte Allan McNish jedoch warnte: "Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns." Der Schotte, der im Auto mit der Nummer 1 wie zuletzt an der Seite des Dänen Kristensen und des Italieners Rinaldo Capello startet, war bei der Fahrt auf Startplatz zwei 0,762 Sekunden langsamer als Sarrazin. "Natürlich sind wir enttäuscht, weil es so eng war. Aber wir schauen auf das Rennen und haben am Ende nicht mehr um die Pole Position gekämpft", erklärte McNish.
"Es ist immer schön, an der Spitze zu stehen. Hoffentlich hilft uns das zu gewinnen", sagte Sarrazin, der mit Formel-1-Pilot Sébastien Bourdais und Franck Montagny (beide Frankreich) ins Rennen gehen wird. Rang drei belegte der zweite Peugeot 908 HDi mit dem Franzosen Nicolas Minassian, dem Portugiesen Pedro Lamy und dem Österreicher Christian Klien. Die beiden anderen Werks-Audi kamen auf die Plätze sechs und sieben.
Für Unmut hatten vor allem bei Audi und Peugeot vor dem Rennen auch die kurzfristigen Regeländerungen bei Gewicht und Betankung der Dieselfahrzeuge gesorgt. Beide Autobauer stellten daher am Freitag ihr künftiges Engagement infrage. Der Veranstalter müsse ein "klares Signal geben, dass es wieder stabile und verlässliche Regeln gibt", forderte Audi-Sprecher Jürgen Pippig. Peugeot-Sportdirektor Quesnel wollte einen Ausstieg der Franzosen nicht ausschließen. "Wir warten auf das zukünftige Reglement, bevor wir entscheiden", sagte er.
24 Stunden von Le Mans 2009: LIVE
Samstag, 13. Juni 2009
08:30 - 09:15 Uhr Eurosport: Warm-Up
09:45 - 11:00 Uhr Eurosport: Veteranen-Rennen
14:30 - 15:30 Uhr Eurosport: Der Start des Langstrecken-Klassikers
15:30 - 19:00 Uhr Eurosport 2: Das Rennen
17:10 - 17:15 Uhr Eurosport: Das Rennen - Zwischenstand
17:55 - 18:00 Uhr Eurosport: Das Rennen - Zwischenstand
19:00 - 20:30 Uhr Eurosport: Das Rennen
20:30 - 22:30 Uhr Eurosport 2: Das Rennen
21:55 - 22:00 Uhr Eurosport: Das Rennen - Zwischenstand
22:30 - 11:00 Uhr Eurosport: Das Rennen
Sonntag, 14. Juni 2009
11:00 - 13:15 Uhr Eurosport 2: Das Rennen
12:05 - 12:15 Uhr Eurosport: Das Rennen - Zwischenstand
13:15 - 15:15 Uhr Eurosport: Schlussphase - Zieleinlauf - Siegerehrung
17:55 - 18:00 Uhr Eurosport: Schlussbilanz
Alle Angaben sind ohne Gewähr! Stand: 04. Juni 2009
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Kommentare 1 - 7 of 7
Erstaunlich, dass so viele hier einen Kommentar zu etwas abgeben, von dem sie kaum etwas wissen.
Fakt 1:
Laut Quesnel hält Peugeot die Front des R15 für illegal, weil an zwei Stellen aerodynamische Hilfsmittel verbaut sind, die laut Reglement dort nicht erlaubt sind.
Fakt 2:
Das Einzige, was ein Team bzw. Hersteller in einem solchen Fall tun kann, ist einen Protest anzustrengen, um die Sache offiziell prüfen zu lassen.
Wie Kommissare arbeiten, kennen wir aus vielfältigen Beispielen in der Formel 1. Und dass jemand einen der beiden Hauptanwärter auf den Sieg kurz vor dem Rennen disqualifiziert, daran war auch eher zu zweifeln.
22,279 Sekunden in 12 Stunden - so viel zu "(schwer) abgeledert". Und die "Unbesiegbarkeit Audis" ist uns ja letztes Wochenende wieder überdeutlich vor Augen geführt worden...
Überall muss man so einen Stuss lesen, ob nun im Zusammenhang mit der F1, MotoGP o.ä. Wenn sich alle wenigstens ein bisschen an die Fakten halten und ihr Halbwissen für sich behalten würden, wäre es hier viel angenehmer...
Bezogen auf die letzten Jahre kann man jetzt sehen, dass auch die sportlichste Moral irgendwann an der Unbesiegbarkeit Audis bricht. Ich bin voller Hoffnung, dass Audi wieder gewinnt. Auf jeden Fall ... verstehe Peugeots Protest nach diesem Qualifyingergebnis wer wolle ... ich nicht. ;-)
Man muss aber dazusagen, dass der Protest schon besteht, seit der R15 bei einem seiner ersten Einsätze den 908 (schwer) abgeledert hat.
da muß der mosley her *gröhl*
Peugeot , warum regen die sich so auf.
So eine schau und tra tra wie die machen,das sind doch nur schlechte verlierer.
Jetzt fangen die da auch schon an mit dem Theater... Peugeot soll lieber Gas geben als zu jammern.
ein wenig bekommt man das Gefühl, ja.
ich mein, es ist gegen einen Protest im Prinzip nichts einzuwenden - immerhin KÖNNTE ja etwas dran sein und Peugeot kennt nicht die genauen Spezifikationen des Audi ... Aber wenn die Kommisare (und DIE haben die Spezifikationen vorliegen) entscheiden, dass der Wagen so in Ordnung geht, und Peugeot immer noch motzt, dann halte ich Peugeot für entweder n schlechten Verlierer oder ein Team, dass absichtlich Zweifel an ihren Konkurrenten sät. Beides ist nicht angenehm im Rennsport.
Und ehrlich gesagt, hatten wir dieses Jahr in der F1 einen ähnlichen Fall, oder? Stichwort "Doppeldifusor" ... und wir erinnern uns sicher alle, was daraus geworden ist.
Beugt da etwa Peugeot schon der sportlichen Niederlage vor?Schließlich zwang doch Peugeot mit ihrem radikalen auf Aerodynamik getrimmten 908 Audi zur Entwicklung des R15.Jetzt schon schlechte Konkurrenten.Leider.
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