Giro d'Italia - Sieg statt Horrorcrash

Eurosport - Di 13.Mai. 20:02:00 2008

Nur die Spitzengruppe entging auf der 4. Giro-Etappe nach Catanzaro einem Massensturz bei Höchstgeschwindigkeit. Schnellster Mann der verbliebenen Fahrer war High-Road-Profi Marc Cavendish, der sich vor Robert Förster (Gerolsteiner) und Daniele Bennati (Liquigas) den Etappensieg sicherte.

CYCLING 2008 Giro de Italia Mark Cavendish (High Road) celebra su triunfo en la etapa Pizzo Calabro y Catanzaro - 0

Einen Tag nach seinem zweiten Platz landete Milram-Profi Erik Zabel auf der vierten Etappe des Giro auf Rang sechs - erneut war es also nichts mit dem ersten Giro-Etappenerfolg für den 37-jährigen Profi aus Unna.

Eigentlich deutete alles auf einen Massensprint hin, doch 200 Meter vor dem Ziel verhinderte ein schlimmer Sturz des Cofidis-Fahrers Nick Nuyens eben diesen. Der Belgier rutschte auf der Zielgeraden aus dem Pedal, stürzte und riss dadurch zahlreiche Fahrer zu Boden. Der 28-Jährige wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch sofort ins Krankenhaus gebracht. Somit konnten sich nur acht Fahrer am Zielsprint beteiligen, bei dem Mark Cavendish den längsten Atem hatte und den ersten Giro-Etappensieg seiner noch jungen Karriere feierte.

Cavendish: "Mein größter Erfolg"

Mit einer Radlänge Vorsprung setzte sich der 22-Jährige gegenüber der Konkurrenz durch. "Das ist mein größter Erfolg", sagte der Sieger überglücklich im Ziel. "Ich habe den Sieg meinem Team zu verdanken, welches mich die letzten 20 Kilometer vor dem starken Wind geschützt hat. Bennati hat zu einem guten Zeitpunkt angezogen, ich konnte ihm jedoch folgen und glücklicherweise noch überholen." Der Drittplatzierte Bennati bestätigte dies: "Ich habe zu früh angezogen und nicht mit so einem starken Gegenwind gerechnet. Cavendish ist klein, aber auch sehr schnell."

In der Gesamtwertung führt weiterhin der Italiener Franco Pellizotti (Liquigas) vor dem Amerikaner Christian Vandevelde (Slipstream) und Vorjahressieger Danilo di Luca (LPR). Der 30-Jährige wird also auch bei der fünften Etappe von Marittimo nach Contursi zum dritten Mal in Folge das "maglia rosa" tragen. "Ich bin der glücklichste Mann der Welt. Auch morgen hoffe ich das Rosa Trikot verteidigen zu können", sagte der Führende der Gesamtwertung nach der vierten Etappe.

In der Sprintwertung führt weiterhin der Italiener Daniele Bennati (Liquigas/45) vor Tagessieger Mark Cavendish (High Road/32). Der Deutsche Erik Zabel liegt mit 30 Punkten bei seinem zweiten Giro-Start weiterhin auf einem guten dritten Platz. Auch in der Bergwertung gab es keine Änderungen - Emanuele Sella (CSF) führt das Feld nach vier von 21 Etappen weiter an.

Verbrugghe setzt Zeiche n

Nachdem die ersten drei Etappen des 91. Giro d'Italia auf Sizilien stattgefunden haben, ging es für die mittlerweile nur noch 195 Fahrer erstmals aufs italienische Festland. Der Belgier Rik Verbrugghe setzte mit seinem Ausreißversuch auf der 183 Kilometer langen Etappe von Pizzo Calabro nach Catanzaro direkt nach dem Start ein Ausrufezeichen und führte im Anschluss eine alleinige "Protestfahrt", bis er knapp 18 Kilometer vor dem Ziel wieder eingefangen wurde. Nach Aussagen seines Cofidis-Teams wollte der 33-Jährige mit dem Alleingang ein Zeichen gegen die unzumutbaren Transferbedingungen des gestrigen Abends setzen - viele Fahrer erreichten nach der Überfahrt von Sizilien aufs Festland erst spät in der Nacht ihre Unterkunft.

Am Anstieg ins Altstadtzentrum von Catanzaro wurde der Cofidis-Profi vom heranrauschenden Feld eingeholt und Milram, High Road sowie Gerolsteiner forcierten von nun an das Tempo an der Spitze des Feldes, um ihren Sprintstars die bestmögliche Ausgangssituation für einen Etappenerfolg zu ermöglichen. Daniele Bennati zog das Tempo im Sprint an, doch der junge Brite Cavendish nutzte die Gunst der Stunde und sprintete vom Hinterrad des Italieners zum ersten Etappenerfolg beim Giro.

Hinweis:

Mit dem Giro d'Itallia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!

David Schaub / Eurosport