Giro d'Italia - Nur Bennati schlägt Zabel

Eurosport - Di 13.Mai. 14:01:00 2008

Erik Zabel (Milram) ist nur knapp am Tagessieg auf der 3. Etappe des Giro d'Italia vorbeigeschrammt. Im Massensprint musste sich der 37-Jährige nach 221 Kilometern zwischen Catania und Milazzo nur dem Italiener Daniele Bennati (Liquigas) geschlagen geben. Dritter wurde Danilo Hondo (Diquigiovanni).

CYCLING 2008 Giro d'Italia Zabel (Milram) Bennati (Liquigas) - 0

"Das ist ein großartiger Erfolg für mich. Ich bin zuvor ersteinmal beim Giro gefahren und damals bin ich nach der ersten Etappe nach einem Sturz ausgeschieden", jubelte der Etappensieger im Ziel. Hinter dem Mann der Stunde landete Thomas Fothen vom Team Gerolsteiner mit Platz vier einen Achtungserfolg.

Bis 400 Meter vor der Ziellinie hatte sich neben Zabel, Hondo und Fothen auch Robert Förster (Gerolsteiner) in eine gute Ausgangsposition gebracht. Bennati hatte jedoch auf den letzten Metern den längeren Atem und ließ Zabel, der eine Radlänge hinter dem Italiener lag, nicht mehr an sich herankommen.

In der Gesamtwertung führt weiter Bennatis Teamkollege Franco Pellizotti, der mit dem Hauptfeld in Milazzo ankam. Vor dem Rennen hatte der Mann in Rosa schon ein gutes Näschen bewiesen, als er ankündigte: "Dieses Teilstück ist nicht besonders schwer und mein Teamkollege Bennati hat gute Chancen, zu gewinnen."

Auch in der Bergwertung tat sich an der Spitze nichts: Der Italiener Emanuele Sella (CSF) sicherte sich drei Punkte an der Bergankunft in Maletto, die bereits 53 Kilometer nach dem Start erreicht war, und hat jetzt acht Zähler auf dem Konto.

Nachdem die Fahrer den einzigen Berg hinter sich gelassen hatten, fuhr eine sechsköpfige Ausreißergruppe mit Jeremy Roy (Francaise des Jeux), Kevin Seeldrayers (Quick Step), Riccardo Chiarini (LPR), Matej Jurco (Milram), Mickael Buffaz (Cofidis) and Pavel Brutt (Tinkoff) bei Kilometer 60 dem Feld davon. Das Peloton ließ die Führungscrew in der Folge weitgehend gewähren, wohlwissend deren konstanten Vorsprung von etwa 2:30 Minuten auf der zweitlängsten Etappe des diesjährigen Giro noch wettmachen zu können.

McGee muss Giro beenden

Aufregung bei der ansonsten unspektakulären Flachetappe gab es erst 60 Kilometer vor der Ankunft beim ersten Massensturz des Tages. Unter anderem erwischte es den Sieger der zweiten Etappe, Riccardo Ricco vom Team Saunier Duval, heftig. Der 24-Jährige erlitt Schürfwunden und hatte zudem sichtbare Schmerzen im linken Handgelenk, hielt aber bis zum Ende durch.

Durch den Sturz vergrößerte sich der Abstand der Ausreißer auf drei Minuten, doch nun machte sich das Hauptfeld an die Verfolgung. Der Vorsprung des Sextetts schmolz kontinuierlich, ehe die Lücke 30 Kilometer vor dem Ziel endgültig geschlossen werden konnte. Fünf Kilometer nach dem Zusammenschluss der nächste schwerwiegende Unfall: Vasil Kiryienko (Tinkoff) kam in einer Linkskurve auf dem Asphalt zu Fall und sein Rad rutschte in die Fahrspur des Feldes. Es folgte der zweite Massensturz des Tages - Hauptleidtragender: Bradley McGee (CSC). Der Australier brach sich dabei wahrscheinlich das Schlüsselbein und musste den Giro beenden.

Stürze in Serie - Peloton geschockt

Der neuerliche Schock verunsicherte die Fahrer jedoch nicht, die das Tempo gegen Ende immer mehr forcierten. Das italienische Team Liquigas, das über den Großteil der Distanz die Führungsarbeit verrichtete, bescherte schließlich Bennati eine hervorragende Ausgangsposition, die der Kapitän im Schlussspurt ins Ziel brachte.

Bei aller Freude über den eigenen Erfolg sparte der Tagessieger jedoch nicht mit Kritik an der Streckenführung: "Die letzten 30 Kilometer waren sehr eng und gefährlich. Ich konnte mich an der Spitze des Feldes behaupten, aber weiter hinten muss es die Hölle gewesen sein." Auch Tour-Sieger Alberto Contador schlug in dieselbe Kerbe: "Vier Regentropfen und die Straße wird zur Eislaufbahn. Es war wirklich gefährlich heute und einige Male wäre ich beinahe gestürzt. Mein einziges Ziel auf diesen ersten Etappen ist es, heil den Zielstrich zu erreichen."

Maik Eckardt / Eurosport

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