Bundesliga - Suche beendet: Jol wird HSV-Coach

Eurosport - Di 13.Mai. 23:43:00 2008

Nach 177 Tagen der Trainer-Suche, ist der Hamburger SV fündig geworden: Martin Jol wird neuer Coach bei den Hanseaten. Der Aufsichtsrat einigte sich in einer Marathonsitzung auf den Niederländer. "Wir haben dem Paket nach guter Diskussion zugestimmt", sagte der Vorsitzende Horst Becker.

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Jol, bis Oktober 2007 beim Premier-League-Klub Tottenham Hotspur unter Vertrag, soll in Kürze einen Zweijahres-Vertrag an der Elbe unterschreiben und dann mit einem Jahressalär von rund zwei Millionen Euro zum bestbezahlten HSV-Coach aller Zeiten werden. Der 52-Jährige tritt damit die Nachfolge von Huub Stevens an, der nach der Saison aus familiären Gründen zurück in die Niederlande geht und dort Trainer des PSV Eindhoven wird.

Der Vorstandsvorsitzende des HSV, Bernd Hoffmann, zeigte sich erfreut: "Wir sind davon überzeugt, mit Martin Jol den richtigen Trainer verpflichtet zu haben", sagte er. Sportchef Dietmar Beiersdorfer pflichtete ihm bei: "Wir freuen uns sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Martin Jol."

Harter Hund mit Vater-Qualitäten

Nach der Anhörung des Vorstands um Hoffmann entschied sich das mächtige Gremium, die hohen Gehaltsvorstellungen und Wünsche bezüglich der Co-Trainer abzusegnen. Jol will Zejlko Petrovic (42 Jahre, derzeit Chefcoach in Waalwijk) und seinen Bruder Cornelius Jol als Assistenten mitbringen. Das Gesamtpaket soll laut Medienberichten einen Gesamtumfang von sechs Millionen Euro haben. Stevens kassierte an der Elbe ein Jahresgehalt von 1,2 Millionen Euro - dafür wäre Jol, der in seiner Trainerlaufbahn bisher nur einen Titel holte (1997 Pokalsieger mit Roda Kerkrade), nicht zu haben gewesen.

Jol, der bei den "Spurs" im Oktober vergangenen Jahres beurlaubt wurde, war in seiner Heimat bisher bei Roda Kerkrade und RKC Waalwijk als Trainer tätig. In seiner Laufbahn als Spieler trug er in der Saison 1978/1979 in neun Bundesliga-Partien das Trikot von Rekordmeister Bayern München. Ebenso wie Stevens gilt Jol als akribischer Arbeiter, der großen Wert auf Disziplin legt, jedoch einen anderen Umgang mit den Spielern pflegt als "Knurrer" Stevens.

Vorstellung erst nach dem Saisonfinale

"Disziplin ist ihm wichtig, aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn", urteilte der Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng in der "Hamburger Morgenpost" über seinen ehemaligen Trainer in Tottenham. "Wenn er will, kann er ein harter Hund sein", so der 21-Jährige.

Der neue Trainer, der schon vor zehn Jahren bei Roda Kerkrade die Nachfolge von Huub Stevens antrat, soll zu Beginn nächster Woche in Hamburg vorgestellt werden, auch mit Rücksicht auf das wichtige letzte Saisonspiel am Samstag gegen Karlsruher SC (15:30 Uhr im Live-Ticker), in dem die Hamburger den Einzug in den UEFA-Pokal sichern wollen.

Fabian Kunze/dpa / Eurosport