Eurosport - Di 13.Mai. 08:32:00 2008
Vier Mannschaften machen sich noch Hoffnung auf einen der begehrten UEFA-Cup-Plätze. Doch während nur in Wolfsburg eitel Sonnenschein herrscht, haben Hamburg, Leverkusen und Stuttgart mit unliebsamen Problemen zu kämpfen.
Der 34. Spieltag - ein Millionen-Spieltag: Platz vier und fünf berechtigen zum Start im UEFA Cup, Platz sechs für den UI-Cup. Dagegen schaut der Tabellensiebte in die Röhre.
Situation Bayer Leverkusen, 4. Platz, 51 Punkte, Tordifferenz +18
2:1-Sieg in Rostock und Rang vier. Doch wer gedacht hat, unterm Bayer-Kreuz herrsche eitel Sonnenschein, ist auf dem Holzweg. Trainer Michael Skibbe steht unter Druck, wird von den Fans längst als Ursache für das Einbrechen im letzten Saisondrittel verantwortlich gemacht. Durch ständige Personalwechsel habe er sein Team verunsichert.
Trotzdem stärkt Rudi Völler dem umstrittenen Coach den Rücken: "Wir werden hoffentlich noch lange mit Michael Skibbe zusammenarbeiten", sagte Bayers Sportdirektor im "Doppelpass". Doch eine schonungslose Analyse bleibt Skibbe - unabhängig vom Tabellenplatz am Saisonende - nicht erspart. "Wir werden in aller Ruhe diskutieren, warum wir am Ende so abgesackt sind", kündigte Völler an.
Letzter Gegner: Heimspiel gegen Werder Bremen
Situation Hamburger SV, 5. Platz, 51 Punkte, Tordifferenz +14
Klar überlegen und doch verdient 0:2 in Cottbus verloren - das hat die Stimmung beim HSV endgültig in den Keller getrieben. "Für so eine Leistung müssen wir uns schämen. Es ist ein Wunder, dass wir noch Fünfter sind", schimpfte Rafael van der Vaart. Trainer Huub Stevens war stocksauer und stricht den eigentlich freien Pfingstsonntag für seine leidenschaftslosen Profis.
Die Hanseaten sind im Tiefflug, gewannen nur eins der letzten neun Spiele. Nach wie vor unklar ist, wer denn die Stevens-Nachfolge antritt. Ob es der Niederländer Martin Jol wird, will der Aufsichtsrat am Dienstag entscheiden.
Letzter Gegner: Heimspiel gegen den Karlsruher SC
Situation VfLWolfsburg, 6. Platz, 51 Punkte, Tordifferenz +10
Die 4:0-Gala gegen den entthronten Meister VfB Stuttgart hat in Wolfsburg eine Welle der Euphorie ausgelöst. "Das Saisonziel ist übererfüllt. Das ist eine senationelle Leistung. Wenn wir jetzt noch den UEFA-Cup-Platz schaffen, sind wir alle überglücklich", lobte VW-Chef Martin Winterkorn die Arbeit von Felix Magath.
Mit Blickrichtung Europa bastelt der "Super-Minister" bereits eifrig an einem namhaften Neuzugang. Weltmeister Cristian Zaccardo wird wohl bald in Niedersachen seine Kickstiefel schnüren, auch wenn sein derzeitiger Verein US Palermo noch mauert. "Gehen Sie davon aus, dass Zaccardo in der nächsten Saison ab und zu mal in der VW-Arena spielen wird", meinte Magath mit einem Grinsen.
Letzter Gegner: Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund
SituationVfB Stuttgart, 7. Platz, 51 Punkte, Tordifferenz +/-0
Sang- und klanglos ging der VfB in Wolfsburg 0:4 unter. Die eklatante Auswärtsschwäche (elf Niederlagen, nur 14 Punkte), eine beispiellose Achterbahnfahrt während der Saison und ein dauerhaftes Torwartproblem kosten den entthronten Meister sehr wahrscheinlich die Teilnahme am UEFA Cup. Den Bannstrahl von Armin Veh traf bereits zum zweiten Mal in dieser Saison Torwart Raphael Schäfer, der in Dortmund und Wolfsburg wieder folgenschwer patzte. "Nach dieser Woche ist es sicher das beste für Raphael, so aus dieser Situation herauszukommen. Sven Ulreich wird im Tor stehen." Gut möglich, dass Schäfer (Vertrag bis 2011) im Sommer gehen muss.
Aufgrund der klar schlechteren Tordifferenz braucht Stuttgart nicht nur einen Sieg gegen Bielefeld, sondern auch noch zwei patzende Konkurrenten. Veh bemühte Durchhalteparolen: "Wir werden jetzt keine Tränen vergießen, sondern uns auf das Saisonfinale konzentrieren und versuchen, die letzte Chance zu nutzen."
Letzter Gegner: Heimspiel gegen Arminia Bielefeld