Bormio - Mission possible: Reichelt holt Kugel

Eurosport - Do 13.Mrz. 18:11:00 2008

Hannes Reichelt hat das Unmögliche möglich gemacht. Mit dem Sieg im letzten Super-G der Saison hat der Österreicher Didier Cuche (Schweiz) die schon sicher geglaubte kleine Kristallkugel entrissen. Didier Defago aus der Schweiz belegte in Bormio Platz zwei vor dem Slowenen Ales Gorza.

ALPINE SKIING 2007-2008 Bormio Hannes Reichelt - 0

Wer ein Rennen vor Saisonende mit 89 Zählern Vorsprung die Disziplin-Wertung anführt, dem ist die kleine Kristallkugel eigentlich nicht mehr zu entreißen. Das dachte sich wohl auch Didier Cuche. Der Schweizer fuhr bei schwierigen Pistenverhältnissen im frühlingshaften Bormio einen Sicherheitslauf, um sich den Sieg "abzuholen". Das ging gründlich in die Hose.

Und wer ein Rennen vor Saisonende in der Gesamtwertung Dritter ist und 99 Punkte Rückstand hat, der hat, in Anbetracht der Tatsache, dass man für einen Sieg 100 Zähler erhält, nichts mehr zu verlieren, aber eigentlich auch nichts mehr zu gewinnen. Trotzdem hat Hannes Reichelt gewonnen - alles.

Final-Krimi

Spannender hätte das Finale im Super-G-Weltcup nicht sein können. Reichelt stürzte sich als erster der Top-Favoriten auf die "Stelvio". Der Salzburger tat das Seine dazu, um die Mini-Chance auf Kristall zu wahren. Reichelt ging in Führung, allerdings hatte der 27-Jährige im Ziel gerade einmal eine Hundertstelsekunde Vorsprung auf Defago. Nachdem Reichelts Landsmann Christoph Gruber, vor dem Finale Zweitplatzierter in der Disziplin-Wertung, ausschied, ging Didier Cuche ins Rennen. In Anbetracht der Tatsache, dass neben Gruber noch sechs weitere Läufer den Super-G nicht beenden konnten, wählte Cuche die Taktik "Sicherheitslauf". Als Zwölfter schwang der 33-Jährige im Ziel schließlich ab. Platz 15 hätte er schlechtestenfalls belegen dürfen, um noch Weltcuppunkte zu sammeln und somit die Gesamtwertung für sich zu entscheiden.

In der Folge verwiesen Benjamin Raich, Andrej Jerman und Christof Innerhofer Cuche auf den Zitterplatz. Und so spielte ausgerechnet Cuches Teamkollege Daniel Albrecht als vorletzter Starter das Zünglein an der Waage. Der Kombinations-Weltmeister bremste nicht für seinen Landsmann, fuhr ihn aus den Top-15 und kürte Reichelt zum Kugel-Gewinner.

Am Ende gewann Reichelt die Gesamtwertung mit nur einem Punkt Vorsprung. Für den Salzburger, der seinen dritten Saisonsieg landete, war es die erste kleine Weltcupkugel seiner Karriere.

Miller gewinnt große Kugel

Bode Miller ist die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup sicher. Zwar hätte der Zweitplatzierte Cuche bei 191 Zählern Rückstand auf den US-Amerikaner noch theoretische Chancen auf den großen Coup, der Schweizer Speed-Spezialist verzichtete aber auf ein Antreten im Slalom. Im Super-G landete Miller auf Platz zwölf.

Unter den insgesamt sieben Ausfällen war auch DSV-Athlet Andreas Sander, der als Junioren-Weltmeister beim Weltcup-Finale startberechtigt war.

Birgit Riezinger / Eurosport