Dakar - Stars bleiben stecken: Drama in den Dünen
Fr 13.Jan. 23:23:00 2012
Stéphane Peterhansel wären die Dünen in Peru beinahe zum Verhängnis geworden. Der Franzose blieb auf der drittletzten Dakar-Etappe von Arequipa nach Nasca mit seinem Mini minutenlang stecken und wurde am Ende Siebter. Allerdings erwischte es auf der verkürzten Spezialprüfung auch seine Verfolger.
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Die Etappe sorgte kurz vor dem Ziel in Nazca in einem Dünengürtel für Spektakel. Reihenweise gruben sich die Spitzenfahrer im Sand ein und mussten ihre Boliden ausgraben.
Peterhansels X-raid-Teamkollege Joan Roma aus Spanien, der im Klassement den zweiten Platz belegt, hatte mit dem Sand ebenso zu kämpfen und wurde Fünfter.
Profiteur war der fehlerlos fahrende US-Amerikaner Robby Gordon. Der Hummer-Pilot deklassierte bei seinem Tagessieg die Konkurrenz, allerdings absolviert er die letzten Wertungen der 33. Dakar nur unter Vorbehalt.
Von Zitzewitz sichert Rang drei ab
Gordon distanzierte den zweitplatzierten Russen Leonid Nowitzki mit dem Münchner Co-Piloten Andreas Schulz um mehr als eine Viertelstunde. Dritter wurde der Südafrikaner Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz.
Das Duo festigte damit auch seinen dritten Gesamtrang. Peterhansel büßte auf Roma etwa drei Minuten seines Vorsprungs von zuvor 22:49 Minuten ein. Der Franzose führt seit der 4. Etappe die Wertung an und steuert seinem insgesamt zehnten Dakar-Sieg entgegen.
Von Gordon droht keine Gefahr. Er hat nicht nur einen Rückstand von immer noch über anderthalb Stunden. Gordon wurde nach der neunten Etappe wegen eines Regelverstoßes am Hummer auch disqualifiziert. Nur weil er dagegen Einspruch einlegte, gilt der Ausschluss unter Vorbehalt bis zu einer endgültigen Klärung.
Gordon stürmt vorbei
Die Wertungsprüfung wurde aufgrund heftiger Regenfälle verkürzt. Die Startlinie war um 50 Kilometer nach hinten verlegt. Es mussten 195 Kilometer bis zum Zielort Nazca, der für seine Scharrbilder weltberühmt ist, bewältigt werden.
Zunächst ging das MINI-Team auf die Reise. Peterhansel startete die Speziale als Erster, gefolgt von Roma. Gordon wurde aufgrund seiner technischen Schwierigkeiten vom Vortag 42 Minuten später losgeschickt und startete als 22. in den Tag. An der Spitze gab zunächst das X-raid-Quartett das Tempo vor. Krzysztof Holowczyc war bei den ersten Wegpunkten jeweils knapp schneller als Peterhansel, Roma und Leal dos Santos. Von hinten stürmte aber Gordon mit großen Schritten heran.
Der US-Amerikaner hatte sich bis zur vierten Zwischenzeit einen Vorsprung von drei Minuten auf die MINI-Armada herausgefahren. Anschließend wartete die schwierige Dünenzone, und diese hatte es in sich. Peterhansel nahm als Erster diesen Abschnitt in Angriff und grub sich prompt im Sand ein. Wertvolle Minuten verstrichen, bis der Franzose seinen MINI frei geschaufelt hatte und die Fahrt wieder aufnahm. Seinen Verfolgern ging es nur wenig besser.
Gordons demonstrative Geste
Auch Roma grub sich ein, doch der Spanier büßte weniger Zeit an als Peterhansel. Kurz darauf erwischte es de Villiers (Toyota Hilux), doch auch der Südafrikaner konnte sich schnell wieder befreien. Bei Kilometer 159 erwischte es den nächsten MINI. Holowcyc fuhr sich fest und büßte mehr als 20 Minuten ein. Mittlerweile näherte sich Gordon dem Dünenfeld. Die nachfolgenden Autos hatten es etwas einfacher, denn sie sahen die Spuren und konnten so den Gefahrenstellen weitestgehend ausweichen.
Schließlich schafften es die Spitzenfahrer ins Ziel, doch der Dünengürtel hatte die Reihenfolge ordentlich durcheinandergewirbelt. Der Tagessieg ging schließlich an Gordon. Er nahm Leonid Nowitzkiy (MINI) ganze 15 Minuten ab. Direkt nach der Zieldurchfahrt öffnete der US-Amerikaner die Heckklappe des Hummer und zeigte den verstopften Luftschlauch, um den es in den vergangenen Tagen viele Diskussionen gab, demonstrativ in die Fernsehkameras.
Mit dem Tagessieg hat Gordon ein großes Ausrufezeichen gesetzt, doch in der Gesamtwertung spielte das keine Rolle, denn er liegt abgeschlagen auf dem vierten Platz.
Noch ein Tag Vollgas
Dennoch wurde es an der Spitze spannend. Es stellte sich die Frage, wie viel Zeit Peterhansel auf Roma verlieren würde. Der Franzose konnte den Schaden in Grenzen halten, denn er verlor nur drei Minuten auf seinen Teamkollegen. In der Gesamtwertung behauptete Peterhansel dadurch die Führung. Zwei Etappen vor dem Ziel in Lima führt er genau 20 Minuten vor Roma. Da der letzte Tag mehr einem Schaulaufen gleicht, ist morgen der entscheidende Tag.
Hinter Gordon und Nowitzkiy belegte heute de Villiers den dritten Platz. In der Gesamtwertung verteidigte der Südafrikaner den letzten Podestplatz hinter den beiden MINI. Auf den viertplatzierten Gordon beträgt der Gesamtvorsprung knapp 40 Minuten.
itw Peterhansel
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dpa / Motorsport-Total.com
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