Dakar - Führungswechsel im Motorrad-Duell
Fr 13.Jan. 23:25:00 2012
Die Motorradwertung bei der diesjährigen Rallye Dakar bleibt spannend: Auf der zwölften Wertungsprüfung zeigte Marc Coma seine Klasse und sichert sich den Tagessieg. KTM-Konkurrent Cyril Despres büßte auf der leicht verkürzten Strecke knapp vier Minuten ein und verlor dadurch seine Gesamtführung.
Neuer Spitzenreiter ist zwei Etappen vor dem Ziel in Lima Coma mit einem Vorsprung von 1:35 Minuten. Zweiter wurde heute Joan Barreda Bort (Husqvarna.) Helder Rodrigues (Yamaha) verteidigte Platz drei in der Gesamtwertung.
Da für die Motorräder am gestrigen Abend ein eigenes Biwak aufgebaut worden war, starteten die Zweiradartisten von einem anderen Ort als die Autos in den Tag. Vor ihnen lagen insgesamt 505 Kilometer Richtung Nazca. Dort warteten die berühmten Scharrbilder.
Die Wertungsprüfung führte direkt nach Nazca. Ursprünglich war eine Strecke über 245 Kilometer geplant, doch die Organisatoren mussten kurzfristig eine Anpassung vornehmen. Aufgrund starker Regenfälle wurden die ersten 50 Kilometer gestrichen. Da die Distanz auf 195 Kilometer verkürzt war, ging es an der Spitze eng zu.
Mut wurde belohnt
Das Terrain war geprägt von langen Dünenabschnitten. Beim ersten Wegpunkt hatten die KTM-Fahrer alles unter Kontrolle. Stefan Svitko führte vor Coma und Despres. Das Feld war bei der Zeitwertung sehr eng beisammen, denn die ersten zwölf Fahrer lagen innerhalb einer einzigen Minute. Bei Kilometer 72 änderte sich daran auch nicht viel. Der Slowake Svitko war weiter an der Spitze, gefolgt von Coma, Jordi Viladoms (KTM) und Despres. Erneut lag die Spitze innerhalb einer Minute.
Im weiteren Verlaufe erhöhte Coma das Tempo und baute seinen Vorsprung auf Despres auf 37 Sekunden aus. Den heutigen Tag hatte der Franzose mit einem Vorsprung von 2:22 Minuten auf Coma begonnen. An das Hinterrad des Spaniers hatte sich Barreda Bort geheftet, der bei der vierten Zweitwertung lediglich sieben Sekunden langsamer war. Es folgte noch der abschließende Teil der Speziale, und dieser sorgte für eine entscheidende Veränderung.
Coma verfolgte seine Taktik konsequent. Da Despres an der Spitze des Feldes fuhr, konnte Coma den Spuren folgen und richtig Gas geben. Der Spanier erhöhte das Tempo weiter und fuhr auf Angriff, um seine Chance zu nutzen. Das zahlte sich aus. Der dreifache Dakar-Sieger und Titelverteidiger hatte in Nazca die beste Zeit aufgestellt. Despres hatte länger für die Etappe gebraucht.
Rodrigues sichert Platz drei ab
Coma nahm seinem Konkurrenten bei der Fahrtzeit von 2:24 Stunden 3:57 Minuten ab und feierte seinen fünften Tagessieg in diesem Jahr. Despres musste sich noch hinter Barreda Bort und Viladoms anstellen und sich mit Platz vier begnügen. Eine herbe Niederlage für den Franzosen, der dadurch auch die Führung der Gesamtwertung einbüßte. Neuer Spitzenreiter ist zwei Etappen vor dem Ziel in Lima Coma. Er hat nun einen Vorsprung von 1:35 Minuten auf Despres.
Das verheißt weiterhin Spannung für die letzten beiden Tage, denn morgen muss Coma als Erster auf die Strecke gehen, während Despres folgen kann. Hat sich der Franzose für das entscheidende Schachmanöver besser aufgestellt?
Paulo Goncalves (Husqvarna) wurde heute Fünfter, doch in der Gesamtwertung spielt der Portugiese nach seiner sechsstündigen Zeitstrafe keine Rolle mehr. Helder Rodrigues (Yamaha) fuhr eine kontrollierte Etappe und kam hinter Ruben Faria (KTM) als Siebter ins Ziel. Damit behauptet er souverän den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Trucks blieben reihenweise hängen
Bei den Trucks versuchte auch auf der zwölften Etappe ein Kamaz die starke Iveco-Mannschaft herauszufordern - aber vergeblich. Zu Beginn lag das Feld dicht beisammen. Andrei Karginow mischte munter unter den Iveco-Trucks mit. Wie auch bei den Autos stellte die letzten großen Sanddünen vor dem Ziel die Teilnehmer vor Schwierigkeiten. Rund um Kilometer 150 blieben die LKWs reihenweise liegen. Diese Stellen hatten davor bereits den Autos Probleme bereitet.
Auch Überflieger Gerard de Rooy blieb kurz stecken. Lange hingen auch Wuf van Ginkel (Ginaf) und Artur Ardavichus (Kamaz) fest. Am schlimmsten erwischte es Karginow, der immer noch im Sand feststeckte als die Führenden bereits im Ziel waren. Die letzten Meter legte die Iveco-Mannschaft schließlich im Konvoi zurück, weshalb die Abstände dicht beisammen lagen.
Der Tagessieg ging an de Rooy, vor Stacey und Biasion, die die gleiche Zeit notierten. Der Franzose Joseph Adua (Iveco) überraschte heute mit dem vierten Platz, zehn Minuten hinter de Rooy. In der Gesamtwertung hat sich nichts verändert. De Rooy führt komfortable 56 Minuten vor Stacey und steuert dem Dakar-Sieg entgegen.
itw Robby Gordon
TV-Tipp:
Bei Eurosport sehen Sie vom 1. bis 15. Januar 2012 die täglichen Dakar-News, die Highlight-Show sowie Live-Interviews aus dem Biwak. Unser Reporter-Team mit den Experten meldet sich LIVE von den Etappen und wird Sie mit allen aktuellen Infos und Bildern versorgen.
Gerald Dirnbeck / Motorsport-Total.com


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