EM 2008 - Das Finale ist zum Greifen nahe

Eurosport - Fr 12.Dez. 15:57:00 2008

15 Jahre nach dem letzten Gold-Coup wollen die deutschen Handballerinnen in Mazedonien für historische Momente sorgen. "Wir sind reif für den Titel", sagt Spielführerin Grit Jurack vor dem EM-Halbfinale gegen das Überraschungs-Team aus Spanien. Im zweiten Halbfinale trifft Russland auf Norwegen.

HANDBALL 2008 EUROPEAN CHAMPIONSHIP 2008 Germany (w) Deutschland Frauen - 0

Die weiter ungeschlagene Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) holte sich mit dem 27:22 über Russland im letzten Hauptrundenspiel Rückenwind für ein "hoffentlich erfolgreiches Wochenende", wie es Bundestrainer Armin Emrich formulierte. Obwohl die Deutschen, die ihr drittes Halbfinale bei einem Großereignis innerhalb von zwei Jahren erreichten, als Favorit ins Spiel gehen, haben sie Respekt vor den Spanierinnen. "Sie sind ein unangenehmer Gegner. Spiele gegen Spanien waren immer eng", meint Rückraumspielerin Nadine Krause. Spanien qualifizierte sich als Zweiter der Gruppe A für die Vorschlussrunde, trotzte Norwegen ein Remis ab und gewann gegen die Favoriten Ungarn und Rumänien.

Mit Final-Einzug Aufwärtstrend krönen

"Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Wir sind locker, wenn auch am Samstag die Anspannung noch kommen wird", sagt Jurack. Bundestrainer Emrich spürt Genugtuung nach dem Olympia-Debakel mit Platz elf - er will nun mit dem Final-Einzug den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre krönen. "Wir gehen mit positiver Energie in die Partie gegen Spanien und denken nicht daran, dass wir die beiden Halbfinals 2006 und 2007 verloren haben", meint der Coach.

Sollte Deutschland ins Endspiel am Sonntag einziehen, wäre dies das erste Finale einer deutschen Frauen-Mannschaft bei einem Großereignis seit 14 Jahren. 1994 verloren die Deutschen bei der Heim-EM gegen Dänemark, seitdem gewann die DHB-Auswahl bei Europameisterschaften keine Medaille mehr. Der letzte Titel datiert aus dem Jahr 1993, als das Team unter Trainer Lothar Döring in Norwegen Weltmeister geworden war.

Alle Spielerinnen an Bord

Die meisten aktiven deutschen Spielerinnen hatten als Jugendliche die Heim-EM 1994 teilweise als Zuschauer in den Hallen verfolgt. "Ich sagte meiner Trainerin seinerzeit: Da will ich auch mal hin", erinnert sich Rückraumspielerin Laura Steinbach. Sie hofft nun auf den großen Wurf: "Ich will unbedingt die Goldmedaille. Dafür werden wir alles geben." Personell können die Deutschen aller Voraussicht nach aus dem Vollen schöpfen. Stefanie Melbeck (Nasenbeinbruch) und Anne Müller (Bänderanriss im Finger), die gegen Russland noch gefehlt hatten, sind wieder fit.

Für Spanien ist das Erreichen des Halbfinals der bislang größte Erfolg, daher gehen sie ohne Druck ins Spiel. "Das wollen wir auch. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert und sind absolut fokussiert auf die Partie", sagt Bundestrainer Emrich.

dpa / Eurosport

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