Eurosport - So 11.Okt. 16:45:00 2009
Dem Belgier Philippe Gilbert ist beim Herbstklassiker Paris-Tours die Titelverteidigung gelungen. Der Profi vom Silence-Lotto-Rennstall setzte sich im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe durch, der neben dem Slowenen Borut Bozic auch Gilberts Landsmann Tom Boonen angehörte.
Der belgische Meister Boonen überquerte die Ziellinie auf der berühmten Avenue de Grammont, die in diesem Jahr zum letzten Mal den Schlusspunkt des Rennens bildete, knapp hinter Gilbert als Zweiter, Bozic wurde Dritter.
Als bester Deutscher belegte der Cottbuser Martin Reimer den neunten Platz. Der deutsche Top-Favorit und 20-fache Saisonsieger André Greipel musste das Rennen bereits rund 50 Kilometer vor dem Ziel nach einem Sturz aufgeben. Das gleiche Schicksal ereilte auch den dritten deutschen Sprinter Gerald Ciolek vom Team Milram.
Columbia fehlt dem Sprinter-Feld
Lange Zeit hatte eine zehnköpfige Spitzengruppe um den 39-jährigen Belgier Aart Vierhouten vom Team Vacansoleil, der in Tours das letzte Rennen seiner Karriere bestritt, das Geschehen bestimmt. Doch das Feld hielt den Abstand in Grenzen und drohte die Spitzengruppe rechtzeitig vor dem Ziel einzuholen, um einen Massensprint möglich zu machen.
Wegen des Ausfalls von Greipel fand sich der sonst so starke Columbia-Zug allerdings nicht in den ersten Reihen des Feldes ein, um die Spitzenreiter einzuholen. Und als acht Kilometer vor dem Ziel mit Boonen, Bozic, Gilbert und dessen Teamkollegen Greg van Avermaet gleich vier der besten Sprinter im Peloton attackierten, verloren auch Quick Step, Silence-Lotto und Vacansoleil das Interesse an der Nachführarbeit - der Moment, in dem das Hauptfeld das Rennen verlor.
"Hatte vor niemand Angst"
"Ich habe mir die Stelle meiner Attacke schon vor dem Rennen ausgesucht", erklärte Gilbert den taktischen Plan seiner Mannschaft im Sieger-Interview und gab sich auch sonst sehr abgeklärt: "Mit meiner augenblicklichen Form hatte ich vor niemand Angst, auch nicht vor Boonen."
Nachdem van Avermaet auf den folgenden Kilometern die meiste Arbeit geleistet hatte, verabschiedete sich Gilberts Helfer vier Kilometer vor dem Ziel und fiel zurück. Boonen, Bozic und Gilbert verzichteten auf taktische Spielchen und zogen bis 500 Meter vor dem Ziel voll durch. Erst dann weigerten sich die beiden Belgier, den Slowene in der Führungsarbeit abzulösen. Gilbert, der "bewusst eine sehr große Übersetzung gewählt" hatte, weil er davon ausging, dass ihm das am Ende "in die Karten spielen würde", griff 250 Meter vor der Ziellinie an und zog unwiderstehlich durch, so dass weder Bozic noch Boonen ihn noch abfangen konnten.
Der Quick-Step-Fahrer kam auf den letzten Metern mit der höheren Endgeschwindigkeit zwar noch an Gilbert heran, ärgerte sich nach dem Überqueren der Ziellinie aber zurecht über einen zuvor begangenen Fehler. Als sein Landsmann angetreten hatte, war Boonen nicht sofort an dessen Hinterrad gesprungen. Stattdessen wollte er den entkräfteten Bozic die Lücke schließen lassen und merkte zu spät, dass der Slowene dazu nicht mehr in der Lage war.
TV-Tipp:
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Kommentare 1 - 13 of 13
Greipel gab das Rennen nicht wegen ein Sturz auf ich zitiere von seiner WEbsite:
[...]da gestern in diversen Medien zu lesen war, ich sei bei Paris-Tours gestürzt. Diese Information ist falsch.
Bereits gestern Morgen bin ich mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen aufgewacht. Obwohl alles auf eine Grippe hindeutete, bin ich an den Start gegangen. Ich habe wie immer versucht alles zu geben, musste jedoch bei Kilometer 120 einsehen, dass es keinen Sinn hat und bin ausgestiegen.[...]
@Franco D.
bei Gilbert war es im wahrsten Sinne des Wortes, das Glück des Tüchtigen. Natürlich ist ein Sieg immer zu einem gewissen Teil auch Glücksache, da muss einfach alles passen...
Aber Gilbert hat alles mögliche getan um den Faktor Glück soweit wie möglich zu minimieren; Studium des Wetterberichts nach welchem zu grosser Wahrscheinlichkeit mit Rückenwind auf der Zielgerade zu rechnen war. Daraufhin hat er sich 54 er Blatt an die Kurbel montieren lassen.(max. Übersetzung 54/11).
Damit war er Boonen von der Übersetzung her überlegen, denn im Peloton wird überwiegend mit einer max. Übersetzung von 53/11 gefahren.
Das Ergebnis hat man gestern gesehen, ein Klasse Finale mit einem würdigen Sieger..
gratuliere jens s., endlich ein klarer kopf in der com.
falsches hinterrad, 5 m verloren, das wars,ok gilbert hat auch von einer
grossen übersetzung gesprochen, die er eingesetzt hat,53x11 gar?
da kommst nicht mehr vorbei, thats life.
trotzdem ein grosses finale, danke eurosport.
jetzt noch spannung in der lombardei und die saison ist gerettet.
Schön wäre schon, wenn jeder ( ! ) den Anderen so "stehen" ( Auch den Daumen mal auslassen ) lassen würde, wie er ist. Dabei kann es schon mal alberne, lustige, auch böse, oder peinliche Zuschriften geben, aber nicht immer gleich "runtermachen", grundlos. Keiner ist besser als der Andere.
Manche Leute glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, dabei waren es in Wirklichkeit nur Buchstabensuppen.
Boonen ist halt süchtig nach weißen Linien - deshalb ist der so gut im Endspurt
freu mich für gilbert, ist einfach ein guter typ in dem ganzen zirkus. scheint halbwegs geerdet, ist stark, aber nicht überirdisch und hat bei fdjeux ne gute entwicklung genommen. boonen?gibt mir zu denken, warum der jetzt
dieses nibveau hat, wäre spannend zu wissen
@harry.morgan: der ist doch nur von Häßlich abgeklont.
gilbert hat bestimmt einige medikamente zu sich genommen man besiegt nich so einfach boonen un bozic
Hauptsache nicht Andre "Omerta" Greipel mit dem Anabolika- Unterkiefer eines Bodybuilders.
Glückwunsch an Reimer, den Namen muss man sich wohl auch merken.
Boonen ist im Finale fälschlicherweise am Hinterrad von Bozic geblieben und hat dabei schon die entscheidenden Meter verloren. Er wäre besser sofort an Gilbert herangesprintet.
Das wird ihn sicher über die Winterpause fuchsen und mehr trainieren lassen als pulvern, hoffentlich.
Schade, dass es kurz vor dem Ziel einen Massensturz gab.
Für Gilbert ist es trotzdem ein verdienter Sieg.
Nur Platz 2 für Tom, die Bohne
Freut mich
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