Eurosport - Mo 12.Okt. 01:02:00 2009
Die "Melbourne Machine" lief auf Hochtouren: Neil Robertson ist der neue GP-Champion. In einem sehr guten Finale war er der klar bessere Spieler und schlug Ding Junhui mit 9:4. Der Australier bleibt damit in Finals weiter ungeschlagen und gewinnt in seinem vierten Endspiel seinen vierten Titel.
Auch Grand Prix Champion war Robertson schon einmal im Jahr 2006. Er ist der 13. Spieler in der Geschichte der Profitour, der vier oder mehr Titel gewonnen hat, und der erste, der nicht aus Großbritannien oder Irland kommt.
Nach dem Sieg zeigte sich Neil Robertson überglücklich im Interview, betonte aber auch, wie stolz ihn sein Halbfinalsieg über John Higgins mache: Da habe ich endlich auch mal mein Top-Spiel auf dem TV-Tisch gezeigt. Ich weiß, was ich auf dem Trainingstisch kann, aber das hier auch im Turnier zu zeigen ist etwas Besonderes. Seinen Titel widmete er einer Bekannten, die ihren großen Traum, Neil Robertson bei einem Turnier zu beobachten, nicht mehr verwirklichen konnte, weil sie ihrem Krebsleiden erlag.
Die erste Hälfte des Finales war eine spannende Angelegenheit. Nach der ersten Session führte Robertson knapp mit 4:3. Er war mit 2:0 in Führung gegangen, doch dann holte Ding drei Frames in Folge. Die letzten beiden Durchgänge der ersten Session gehörten dann aber wieder dem Mann aus Melbourne. In dieser Session schaffte Robertson mit 124 im ersten Frame und einer 108 später zwei Centuries; die 108 war gleichzeitig sein 100. Hunderter-Break. Ding spielte Top-Breaks von 112 und 80 Punkten in einer Session, deren Niveau sehr hoch war.
Am Abend gewann Ding Junhui mit Breaks von 48 und 47 Punkten den ersten Frame. Mit 4:4 war wieder alles offen. Frame neun aber sollte wegweisend sein: Ding brauchte schon einen Snooker und schaffte es auch, Neil Robertson in ein Foul zu treiben. Es entwickelte sich ein packendes Duell auf braun. Am Ende setzte sich der Australier hier durch und lochte nach fast einer Stunde braun bis pink zum 5:4. Von diesem Rückschlag erholte sich Ding nicht mehr. Seine Selbstsicherheit und seine Lockerheit hatten ihn verlassen; vermehrte Fehler waren die Folge. Neil Robertson zeigte dagegen hartes Matchplay-Snooker: Er machte die Punkte, wenn er seine Chance bekam, aber er vermied auch Risiken und stieg immer wieder mit knallharten Safeties aus, mit denen er Ding zusätzlich unter Druck setzte. So gewann er die nächsten drei Frames mit einem Top-Break von 46. Als ihm Ding Junhui dann in Frame 13 die nächste Chance stellte machte Robertson daraus ein 89 und hatte den Titel in der Tasche.
Kommentare 6 - 25 of 25
hey
hay
Andreas: Danke für den Tip! Die Ankündigung ist irgendwie an mir vorbei gerauscht! Ist das Wochenende wieder gerettet! :-)
Snooki, am Wochenende die World Series of Snooker in Prag, Rolf hat es angekündigt!
Glückwunsch Neil! Es war ein spannendes Finale! Und wieder liegt eine glückliche Snooker-Woche hinter uns! Was sollen wir nur im Fernsehen schauen bis es im Dezember endlich wieder ein Turnier gibt?
verdammt ^^ ich meinte Williams vs. Higgins, des wär mein Traumfinale gewesen. Trozdem ist es schade, dass Higgi die Braune verschoss, find ich :-(
ja, beim billard-spiel die konzentration auch unter druck zu halten, ist eine beeindruckende kunst. und ich glaube, dass es genau diese konzentrationsfähigkeit ist, welche viele matches entscheidet. Beim der qualität des rohen spiels weiss ich nicht, obs da in der top 16 wirklich relevante unterschiede zwischen den jeweiligen spielern gibt. was meint ihr?
Wir sollten uns nicht auf die Schwächen von Ding Junghui festschießen. Der Sieger des Grand Prixes heißt Neil Robertson. Was macht ihn zum Sieger?
a.)Da ist seine Sicherheit im Lochspiel. Aber dafür das Stellungsspiel etwas daneben und trotzdem kamen in der ersten Session die Centurys.
b.)Eine Niederlage ist für Neil Robertson keine persönliche Niederlage. Ich denke jetzt an das verlorene Halbfinale in Sheffield. Das war sehr, sehr eng und er ist doch gelassen geblieben. Hier ist er nach m.E.stabieler als John Higgins, der schon daran zu schlucken hat, Neil ist ein DownUnder und nur die Begeisterung zum Snookersport treibt ihn auf die Insel. Das, denke ich stärt seine Stärke und erklärt, warum der im 9. Frame die Safety totz Weltklassensnooker von Ding für sich entscheiden konnte.
Hier wird die geringe mentale Stabilität Dings angesprochen, da stimme
ich zu. Es ist aber nicht leicht, sowas aufzubauen. Ich selbst habe viele
Jahre Billard gespielt. Obwohl ich oft am Sonntagvormittag spielte und
mich toll gefühlt habe, gelang mir da nie auch nur eine gute Partie.
Es war nichts zu machen; ich kann mich in Ding Junhui gut hineinfühlen.
Du Depp
Higgins hat im Halbfinale doch gegen Robertson gespielt
Die Paarung war :
Higgins - Robertson
Williams - Ding Junhui
Dein herrliches Match ist das Halbfinale gewesen
Higgins, warum hast du die Braune verschossen, warum?! :-(( Finale Robertson-Higgins wär herrlich gewesen würd ich meinen, Endstand: 9:8 für Higgins :D GO JOHN, GO JOHN!!!!
ja, ich weiss, das gehört nicht hierhin. deshalb noch was zum finale^^: Robi, extrem konstante Leistung übers gesamte Turnier, faszinierend! -- ein mehr als verdienter Sieger.
Dingboy: Starte mit Ronnie eine Selbsthilfegruppe ^^ Ne, Quatsch, super Turnier auch von ihm. Jedoch: Wenn er wirklich ein ganz grosser werden will, so braucht er wirklich eine grössere mentale Härte. Eine gesunde Portion von Robis Selbstsicherheit wäre glaube ich das Wundermittelchen.
Würde Ding endlich einmal mental gefestigt sein und nicht das Handtuch werfen wenn mal ein frame schlecht läuft...hmmm...dann ist er echte Konkurrenz für Ronny und Higgins
Ich glaube dass er auch bei einer 8:0- Führung noch gewackelt hätte nach diesem 9.Frame
Viel Glück das nächste mal!!!
Ding hat das Zeug und das koennen auch Final´s gewinnen zu koennnen. Glückwunsch an Robertson.
Was ich so gesehen habe waren beide sehr gut und es war ein würdiges Finale
Was Ding sich da erlaubt hat , war nichts weiter als fauler Zauber, für so schwache Endspiele gebe ich Euch keine Revanche .
Man muss den Sack auch zu halten können, Ding hat das versäumt, keine Revanche, oder wie der Schachspieler sagt ,"j'adoube"!!
Zunächst natürlich glückwunsch an neil robertson, für eine verdammt starke Leistung und das konstant über die ganze Zeit des Turniers.
Kommentar 11 würde ich nur unbedingt zustimmen, bis zum 5:4 für Neil war das Ergebnis so in Ordnung, aber das es danach bei 4 Frames für Ding geblieben sind war schlichtweg eigenes verschulden, daher denke ich das das Ergebnis auch in der Höhe gerechtfertigt ist. Traurig das der noch junge Chinese immerwieder diese Aussetzer hat bzw. das er sich dann nicht wieder fangen kann, vllt. sollte er sich mal mit Joe Perry oder Ken Doherty zusammensetzen und sich von denen erklären lassen wie man nach schlechten/unglücklichen Leistungen comebacks feiert
ich bin zwar ein fan von robertson aber ding war besser als man es vom ergebnis her denken würde
Ich bin immer wieder erstaunt, wie schlecht Ding im mentalen Bereich ist. Sobald er einen kleinen Dämpfer (neuntes Frame) zu verarbeiten hat, sitzt er angezwidert und frustiert in seinem Sessel. Und statt zu agieren, läßt er sich in die defensive Rolle drängen. Klar, leicht gesagt, aber Robertson zeigt da viel mehr Ruhe und hat sich den Sieg echt verdient. Aber die anvisierte Nummer 1 trau ich ihm irgendwie nicht zu, dazu hatte er bis jetzt ein zu unregelmäßiges gutes Spiel. Und der Sieg gegen Higgins - mehr Glück für den Schotten und Neil wäre dort gescheitert. Aber trotzdem taugt mir der Typ-mit seinen Emotionen. Carry on, Neil
Meine Erwartungen in das Finale wurden auf Seiten von Neil Robertson vollkommen erfüllt. Das was er gegen John Higgins gezeit hat, setzte er beharrlich fort. Und der 9. Frame bewies ausdrücklich seine mentale Stärke. Zu allem ist er ein sehr sympatischer Spieler und ich freue mich auf kommende Touren.
Ding - das Handtuch über den Kopf gezogen. Ist das eine Symbiose für Seelenverwandtschaft mit ROS? Aber Mama kann stolz sein auf Junghui - und die beiden hübschen Chinesinnen bei der Siegerehrung....
Wieso kommt hin und wieder ein Beitrag 2 mal trotz nur
1-maligem Klick?
Das Spiel der Beiden war auch m.E. eines Finales würdig. Vom Können her
gesehen beide gleichwertig, was auf dieser Ebenen auch zu vermuten ist.
Allerdings scheint mir N.Robertson bei aller Konzentration etwas
gelassener und lockerer, er ist auch schon ein wenig älter und
erfahrener. Dank auch R.KALB für die wie immer gelungene Bericht-
erstattung.
Das Spiel der Beiden war auch m.E. eines Finales würdig. Vom Können her
gesehen beide gleichwertig, was auf dieser Ebenen auch zu vermuten ist.
Allerdings scheint mir N.Robertson bei aller Konzentration etwas
gelassener und lockerer, er ist auch schon ein wenig älter und
erfahrener. Dank auch R.KALB für die wie immer gelungene Bericht-
erstattung.
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