EM 2008 - Scolari droht seinen Stars

Eurosport - Do 12.Jun. 10:24:00 2008

Ausgerechnet wenige Tage vor dem Start der Europameisterschaft rumort es im Lager der Portugiesen recht kräftig. Trainer Felipe Scolari ist mit dem Auftritt einiger seiner Stars beim 2:0 Sieg gegen Georgien alles andere als zufrieden und droht mit Konsequenzen.

FOOTBALL Portugal Scolari - 0

Trotz des Erfolges gegen den "Sparringspartner" Georgien ließ der 59-jährige Brasilianer Ricardo Quaresma, Nani und einige andere wissen, dass sie Gefahr laufen, bei der EM nicht eingesetzt zu werden. Scolari hatte die blasse Vorstellung der eingewechselten Spieler scharf kritisiert und erklärt, sie hätten in der zweiten Spielhälfte mit ihrem zu eigensinnigen Spiel, das zudem seinen Anweisungen widersprach, den Erfolg der ganzen Mannschaft gefährdet. Stürmer Hugo Almeida versuchte in einer weiteren Pressekonferenz, ein wenig zu vermitteln und erklärte, die ganze Mannschaft habe eingesehen, dass es noch einiges zu tun gebe - aber man habe ja noch ein wenig Zeit, die Fehler zu korrigieren. Scolari hingegen brummelte nur: "Man muss immer mannschaftsdienlich spielen, vor allem aber, wenn man nicht gerade deutlich führt."

Seit sechs Jahren führt Scolari die portugiesische "Seleccion" an.Konzentriert und mit einem guten Blick für Talente baute er sich eine neue, junge Mannschaft auf, die jetzt möglichst das schaffen soll, was ihm vor vier Jahren bei der EM-Finalniederlage gegen Griechenland verwehrt blieb. Als Abschiedsgeschenk? Scolari gab gegenüber der Presse offen zu, dass ihm ein Angebot vom FC Chelsea als Nachfolger für Avram Grant vorliege. "Das ist normal, dass man nach dem Abschied von einem Trainer mehrere Namen von möglichen Nachfolgern auf den Tisch legt. Das ist in meinem Fall nicht anders", erklärte der Brasilianer trocken, betonte dabei aber auch: "Ich arbeite voll und ganz für Portugal weiter. Sicher, mein Vertrag endet im Sommer, aber falls ich eine Entscheidung treffen sollte, werde ich sie meinem Präsidenten als erstem mitteilen." Vor dem Ende der EM sei von ihm keinerlei weiterer Kommentar oder irgendeine Entscheidung zu erwarten.

Ronaldo humpelt, Pepe paukt die Nationalhymne

Zumindest hat er - nach einigem Ärger mit Real Madrid wegen des späten Erscheinens von Kepler "Pepe" Laveran im Trainingslager - jetzt sein Team komplett in Neuchatel versammelt. Nur Superstar Cristiano Ronaldo humpelte mit einem Eisbeutel am Knöchel aus dem Training - was aber eher als Prophylaxe denn tatsächliches Handicap angesehen wird.

Auch Pepe ist mittlerweile eifrig dabei, um einen Platz in der Start-Elf im Auftaktspiel gegen die Türkei zu kämpfen. Dazu hat der gebürtige Brasilianer immerhin schon mal die portugiesische Nationalhymne auswendig gelernt.

Währenddessen freute sich vor allem der Verband über die mehr als herzliche Aufnahme in der Schweiz: Die ersten beiden Trainingseinheiten, für die man Eintrittspreise verlangte, waren mit je 12.000 Fans ausverkauft - und das bedeutete sehr willkommene 240.000 Euro Einnahmen. Ein warmer Regen.

Bettina Schneider / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. der artikel ist wohl etwas veraltet

    Von , am Do 12.Jun. 10:53
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