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Rostock: Schnelle Entscheidungen stehen an

Mo 12 Mai, 10:47 Uhr


Rostock (dpa) - Als die Spieler des FC Hansa Rostock nach dem feststehenden Bundesliga-Abstieg hemmungslos weinten, bewahrte Trainer Frank Pagelsdorf wie gewohnt stoische Ruhe.

Nur kurz wischte er sich ein paar Tränchen aus den Augen, dann gab der 50-Jährige mit fester Stimme ein klares Bekenntnis zum Verein. «Ich bleibe. Nur der Wiederaufstieg kann das Ziel sein», sagte Pagelsdorf nach der 1:2- Niederlage gegen Bayer Leverkusen, die den Gang in die 2. Liga besiegelte.

Die Rheinländer können dagegen als Tabellenvierter aus eigener Kraft mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Werder Bremen in den UEFA-Pokal einziehen. Sie müssen jedoch auf Nationalspieler Lukas Sinkiewicz verzichten, der sich einen Kreuzbandriss zuzog und wohl ein halbes Jahr ausfällt.

Am Pfingstsonntag stand Pagelsdorf mit der Mannschaft bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Mit Fußball-Tennis sollten die Profis eine der schwersten Stunde der Vereinsgeschichte verarbeiten. «Wir werden diese Woche mit einigen Spielern Gespräche führen. Ich denke, dass bis Ende der Woche erste Personalentscheidungen getroffen werden», erklärte Pagelsdorf.

Es scheint, dass die Stürmer Victor Agali, Sebastian Hähnge und Amir Shapourzadeh kein neues Vertragsangebot bekommen. Zudem ist die Zukunft von Verteidiger Benjamin Lense und des Mittelfeldspielers Heath Pearce offen. Beide besitzen zwar noch einen Kontrakt bis 2009, konnten sich in dieser Saison aber bei Pagelsdorf nicht durchsetzen.

«Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir den Weg zurück in die Bundesliga packen können», blickte unterdessen Hansa-Boss Dirk Grabow. Doch angesichts des geplanten 17-Millionen-Etat in der 2. Liga ist dieses Vorhaben wohl kaum realisierbar.

Zumal auch Charakterköpfe wie Stefan Beinlich fehlen: Der ehemalige Nationalspieler soll im Verein einen Posten im Management bekommen. Arbeit gibt es genug. So muss Hansa eine «schlagkräftige Truppe aus die Beine stellen», wie es Beinlich selbst formulierte.

«Wir stehen mit zwei bis drei Spielern kurz vor dem Anschluss. Das Ziel muss grundsätzlich sein, dass wir uns verstärken», erklärte Pagelsdorf, ohne jedoch Namen zu nennen. Ein möglicher Neuzugang ist Stürmer Robert Lechleiter vom Regionalligisten SpVgg Unterhaching. Den Verein definitiv verlassen werden Marc Stein (Hertha BSC), Tim Sebastian (Karlsruher SC) und Routinier René Rydlewicz, der kein neues Vertragsangebot vom Verein erhielt.

Ob der Leverkusener Sascha Dum an die Ostseeküste wechseln wird, bleibt ungewiss. Laut Hansa-Manager Herbert Maronn sei mit Leverkusen bereits Einigkeit über den Transfer erzielt worden. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler wollte davon nichts wissen: «Er bleibt in Leverkusen. So einfach ist das.» Es droht ein Rechtsstreit.

Einfach waren auch die Gäste-Treffer: Kapitän Simon Rolfes (40.) und Gonzalo Castro (58.) trafen jeweils per Foulelfmeter. Der Anschlusstreffer von Addy-Waku Menga (67.) konnte Rostocks achte Niederlage im neunten Spiel nicht verhindern.

«Wir haben gegen Bremen ein Endspiel. Darauf freuen wir uns. Wir können unser Saisonziel immer noch schaffen», blickte Völler voraus. «Ein so haariges Saisonfinale kann man sich nur Wünschen», meinte Trainer Michael Skibbe, der sich in Rostock erneut Skibbe-Raus-Rufe von den Fans anhören musste. Rückendeckung für den Trainer gab es dagegen von Völler. «Wir werden hoffentlich noch lange mit Michael Skibbe zusammenarbeiten», sagte er in der Sendung «Doppelpass» beim DSF, fügte aber auch hinzu: «Wir werden in aller Ruhe diskutieren, warum wir im letzten Drittel der Saison so abgesackt sind.»

 

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