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Deutsche Tibet Initiative kritisiert IOC-Ablehnung

Di 11 Dez, 11:52 Uhr


Berlin (dpa) - Die Tibet Initiative Deutschland (TID) hat die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kritisiert, das inoffizielle NOK des Landes nicht anzuerkennen und kein «Team Tibet» für die Sommerspiele 2008 in Peking zuzulassen.

«In der Geschichte der Olympischen Spiele gibt es genügend Beispiele dafür, dass nicht nur unabhängige Staaten zur Teilnahme zugelassen wurden, wie etwa Osttimor im Jahr 2000», erklärte Wolfgang Grader, Vorstandsvorsitzender der TID. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Tibet abgelehnt wird, während «beispielsweise Hongkong und Taiwan seit Jahrzehnten mit eigenen Teams antreten dürfen. Hier können nur politische Motive im Spiel sein.»

Laut IOC-Charta können allerdings nur unabhängige Staaten, die von der internationalen Gemeinschaft anerkannt sind, NOK-Status bekommen. Die chinesische autonome Region Tibet ist seit Anfang der fünfziger Jahre von China besetzt. Der Dalai Lama, das im Exil lebende weltliche und religiöse Oberhaupt der Tibeter, fordert eine «echte Autonomie» für sein Land.

«Wir werden unsere Planungen nun überdenken, die Chancen sind gesunken - aber wir machen weiter, auf jeden Fall», sagte TID-Pressesprecher Boris Eichler der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag. Die internationale Bewegung werde das Anliegen der Tibeter weiter unterstützen. Eichler: «Durch die Olympischen Spiele schaut die Welt auf China - und damit auch auf Tibet.»

Die TID setzt sich seit Monaten gemeinsam mit über 150 anderen Organisationen für das tibetische Team ein. Auch Olympiasieger Dieter Baumann (Tübingen) unterstützt die Initiative. Im August hatte sich ein inoffizielles NOK Tibet gegründet. Rund 100 Exil-Tibeter hatten am Montag vor dem IOC-Hauptquartier in Lausanne für die Menschenrechte in ihrem Land am Himalaya demonstriert.