Grand Prix - Ding macht kurzen Prozess

Eurosport - Do 08.Okt. 23:09:00 2009

Ding Junhui war der Mann des Tages am zweiten Achtelfinal-Tag des Grand Prix in Glasgow. Mit einer Glanzleistung fertigte der 22-Jährige den Lokalmatador Stephen Maguire mit 5:1 ab und trifft in der Runde der letzten Acht am Freitag auf Peter Ebdon, der setzte sich gegen Mark Davis mit 5:3 durch.

SNOOKER 2007/08 malta-cup Ding Junhui - 0

Im Top-Duell des Tages zwischen Stephen Hendry und Mark Williams dagegen boten beide Akteure eine schwache Leistung. Williams immerhin kann sich damit trösten, mit 5:2 weitergekommen zu sein. Im Viertelfinale wird er auf Robert Milkins treffen. Die Nummer 55 der Weltrangliste setzte den überraschenden Siegeszug in Glasgow mit einem 5:1 über Mark King fort.

Ding Junhui spielte in der Kelvin Hall groß auf. Schon in Frame eins zwang er Stephen Maguire in die Zuschauerrolle, als er dank einer 80 mit 1:0 in Führung ging. Mehrere kleine Breaks brachten ihm dann das 2:0, und mit Serien von 57 und 52 Punkten erhöhte er gar auf 3:0. Stephen Maguire hatte kaum Tischzeit gehabt. In Frame vier war es aber der Schotte, der die erste Chance bekam. Als er nach 39 Punkten jedoch den Tisch verlassen musste war wieder Ding-Zeit: Dank eines 74er-Breaks behielt er seine weiße Weste.

Nach Wiederbeginn dann aber schöpften Stephen Maguire und seine zahlreichen Fans neue Hoffnungen, als ihm endgültig ein Frame-entscheidendes Break gelang. Er erkundigte sich sogar bei Schiedsrichter Jan Verhaas, was das bisher höchste Break war die 135 nämlich hätte er erreichen können; nach 93 Punkten jedoch war Schluss, doch zumindest die Höchststrafe hatte vermieden. In Frame sechs war Ding Junhui zunächst auch noch etwas kalt, nachdem er so lange nicht mehr am Tisch war. Das legte sich aber schnell, und mit einer 67 machte er alles klar.

Druck fällt vollkommen ab

Stephen Hendry hatte gegen Mark Williams einen rabenschwarzen Tag erwischt. Unsicher und verunsichert misslang ihm fast alles. Mark Williams selber war auch deutlich von der Form entfernt, die er in der ersten Runde beim 5:0 über Stuart Bingham an den Tag gelegt hatte, doch es reichte für den Waliser zum ungefährdeten Sieg. Bezeichnend die Bilder am Ende des zweiten Frames, als beide nur noch sarkastisch lachend den Kopf schüttelten. Stephen Hendry entschuldigte sich denn auch nach dem Match: "Es tut mir leid für alle, die Geld dafür bezahlt haben. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern, den Kommentatoren und den Kameramännern." Auch Mark Williams nahm kein Blatt vor den Mund: "Die ersten vier Frames waren die schmerzlichsten zwei Stunden Snooker, die ich jemals gespielt habe."

Den ersten Frame holte sich Mark Williams auf pink, im zweiten Durchgang glich Stephen Hendry aus, als er pink und schwarz lochte. Beide Frames dauerten zusammen mehr als eine Stunde und waren geprägt von Fehlern auf beiden Seiten. In der Folgezeit verbesserte sich Williams aber leicht, weshalb er zur Pause mit einem Top-Break von 30 mit 3:1 vorne lag. Nach der Pause kam Stephen Hendry dann in ein Break, doch nach 32 Punkten war wieder Schluss. Eine Clearance von 47 Zählern bis pink brachte der "Welsh Potting Machine" das 4:1. Auch in Frame sechs legte Williams eine 57 vor, doch Hendry holte mit 51 und 22 seinen zweiten Frame; angesichts der beinahe aussichtslosen Situation schien der Druck vom siebenfachen Weltmeister abgefallen zu sein. Er bekam auch die erste Chance in Frame sieben, doch nach 13 Punkten verschoss er eine schwere schwarze von der Bande. Eine 55 brachte Williams dann das Ticket für das Viertelfinale.

Peter Ebdon fiel der 5:2-Erfolg gegen Mark Davis nicht in den Schoß; über weite Strecken war "The Force" als geduldiger Kämpfer gefragt. Frame eins hatte sich Davis, der in den Runden zuvor Steve Davis und Marco Fu ausgeschaltet hatte, mit einer 85er-Clearance geholt. In einem mehr als 45 Minuten dauernden zweiten Frame schaffte Ebdon aber auf schwarz den Ausgleich und übernahm dank einer 54 in Frame drei sogar die Führung. Doch die nächsten beiden Durchgänge gehörten wieder Mark Davis mit Breaks von 46 und 87 Punkten. Dann aber drehte Peter Ebdon auf. Eine 88 brachte ihm das 3:3. Mit der 135 zum 4:3 stellte er sogar das bisher höchste Turnierbreak von John Higgins ein. Und dann machte der Weltmeister von 2002 mit einer 64 alles klar.

Robert Milkins, der drei Qualifikationsmatches hatte überstehen müssen und zum Auftakt in Glasgow Ali Carter geschlagen hatte, geriet auch gegen Mark King nie in Gefahr. Nach seiner 42 im ersten Frame und dem 1:0 musste er zwar sofort den Ausgleich hinnehmen, doch bis zur Pause führte er mit einem Top-Break von 75 schon mit 3:1. Nach Wiederbeginn erhöhte er sofort mit Serien von 33 und 57 Punkten auf 4:1. In Frame sechs hatte zwar Mark King nach einem 60er-Break die Nase vorne, doch Robert Milkins behielt die Ruhe. Mit einer Clearance von 40 Punkten schickte er Mark King heim.

In den anderen beiden Viertelfinals trifft Titelverteidiger John Higgins auf Mark Allen während sich Neil Robertson mit seinem Freund und regelmäßigem Trainingspartner Joe Perry auseinander setzen muss.

Rolf Kalb / Eurosport

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. Ich habe mal die anderen Sportarten etwas durchgeackert­ und komme wieder mal
    zu dem Schluß, daß jeder­ Snooker-Freund froh um unseren
    ROLF KALB sein­ kann.
    Das, hoffe ich, ist selbsterklärend.

    Von baldweg, am Fr 9.Okt. 10:45
  2. @loserbernd:
    Bei einem 22-jährigen von "der­ Alte" zu sprechen, ist allerdings eine
    recht­ gewagte Wortfindung. Außerdem klänge "der Alte­ geworden" beträchtlich
    besser. Nun ja, das­ Potential halt...., was soll man da groß noch
    dazu­ sagen. Einen leeren Teekessel bringt man eben schlecht­ zum
    Pfeifen.

    Von baldweg, am Fr 9.Okt. 10:43
  3. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Dann hat er nicht das Zeug zum Champion zu werden.

    Von loserbernd, am Fr 9.Okt. 10:35
  4. Der ist erst 22,normal das er auch mal mental einbricht

    Von Philipp B, am Fr 9.Okt. 7:51
  5. Der Ding ist ein mentales Wrack.

    Nach dem­ Masters-finale gegen Ronnie damals ist er nie wieder­ der "Alte" gewesen.

    Von loserbernd, am Fr 9.Okt. 0:30
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