Eurosport - Fr 11.Sep. 14:50:00 2009
Die südafrikanische 800-Meter- Weltmeisterin Caster Semenya ist laut einem Bericht der australischen Zeitung "Daily Telegraph" ein Zwitter. Sie habe innenliegende Hoden statt Eierstöcke und keine Gebärmutter, berichtete der "Daily Telegraph" unter Berufung auf seinen Informanten.
Der Fall Caster Semenya wird zur Tragödie für die Athletin und zu einer der größten sportpolitischen Krisen seit Jahren. Südafrikas Sportminister Makhenkesi Stofile reagierte auf internationale Medienberichte, die 18-Jährige sei ein Zwitter, drastisch. "Wir sind geschockt und empört über die um die Welt laufenden sogenannten Resultate des Geschlechts-Tests der IAAF", erklärte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in Pretoria. Sollte der Leichtathletik- Weltverband IAAF versuchen, Semenya von internationalen Wettkämpfen auszuschließen, führe dies zu einem "dritten Weltkrieg".
21 Tage nach ihrem Sensationssieg bei der WM in Berlin hatte unter anderen die australische Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, Semenya sei ein Zwitter. Bei einem Geschlechts-Test habe sie ein dreifach höheres Testosteron-Niveau als bei Frauen üblich aufgewiesen, schreibt das Blatt am Freitag unter Berufung auf Quellen, die über die Untersuchung gut informiert sein sollen. Sie habe innenliegende Hoden statt Eierstöcken und keine Gebärmutter, berichtete der "Daily Telegraph" unter Berufung auf seinen Informanten.
Frage nach dem "dritten Geschlecht"
"Das wird alles auf dem Rücken eines Menschen ausgetragen", sagte IAAF-Councilmitglied Helmut Digel. "Das ist ein Problem aller Sportarten, wie wir mit dem dritten Geschlecht umgehen." Im Regelwerk gebe es dazu keine Bestimmungen. Der Tübinger Sportsoziologe betonte aber, dass der IAAF noch keine schriftlichen Ergebnisse des Geschlechts-Test vorliegen.
Die wegen des Umgangs mit dem Test in die Kritik geratene IAAF reagierte am Freitag offiziell nur mit einer siebenzeiligen Erklärung auf den Medienbericht. Darin wurde nur bestätigt, dass die Ergebnisse des Geschlechts-Tests zunächst von einer Gruppe medizinischer Experten geprüft werde. Eine Entscheidung im Fall Semenya wird die IAAF aber frühestens auf ihrer Counciltagung am 20./21. November in Monaco bekanntgeben. Vor Abschluss der Untersuchungen werde es keine Stellungnahme mehr geben. Den Test hatte die IAAF in einer deutschen Klinik in Auftrag gegeben und von Anfang an darauf verwiesen, dass sie den Fall aufgrund der besonderen Sensibilität sehr sorgfältig prüfen und erst dann an die Öffentlichkeit gehen werde.
"Sie ist ein Mädchen"
Sportminister Stofile beschuldigte die IAAF, die Menschenrechte zu verletzen und teilte mit, dass Rechtsanwälte mit dem Fall betraut wurden. "Weder Caster noch ihre Familie hat diese Demütigung verdient. Keiner von ihnen hat etwas Falsches getan", sagte Stofile, für den das Test-Ergebnis unerheblich ist "Was spielt das für eine Rolle? Es geht nicht darum, ob sie ein Hermaphrodit ist oder nicht. Sie ist ein Mädchen." Falls die IAAF entscheiden sollte, dass Semenya nicht mehr bei Frauen-Rennen starten dürfe, hätte dies Folgen. Stofile: "Ich denke, es gibt dann einen dritten Weltkrieg."
Caster hatte das 800-Meter-Finale am 19. August im Berliner Olympiastadion mit einem sensationellen Vorsprung gewonnen. Sie siegte in der Weltjahresbestzeit von 1:55,45 Minuten vor Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei aus Kenia (1:57,90) und Jennifer Meadows aus Großbritannien (1:57,93). Aufgrund ihrer männlichen Erscheinung waren bereits vor dem Endlauf Zweifel aufgekommen, ob sie eine Frau ist. Die bis dahin unbekannte Südafrikanerin hatte drei Wochen vor der WM die Weltklassezeit von 1:56,72 Minuten gelaufen.
Äußere Merkmale weiblich
Falls sich bestätigen sollte, dass Semenya tatsächlich ein Zwitter ist, darf es nach Ansicht von Digel keine Konsequenzen geben. "Meines Erachtens kann ihr weder die Medaille noch die Leistung aberkannt werden." Sie sei von den äußeren Merkmalen nach der Geburt als weiblich ausgewiesen worden. "Deshalb ist sie auch als Frau angetreten", meinte Digel. Semenyas Vater Jacob reagierte fassungslos auf die Enthüllung. Leute, die behaupteten, seine Tochter sei keine Frau, "sind krank. Sie sind verrückt."
Offenbar hatten Leichtathletik-Funktionäre in Südafrika bei Semenya bereits vor ihrem WM-Start in einer Klinik in Pretoria einen Geschlechts-Test vornehmen lassen. Die Athletin soll damals aber in dem Glauben gelassen worden sein, es habe sich nur um eine Doping- Kontrolle gehandelt. "Die Tests sind ihr nicht vernünftig erklärt worden", sagte ihr Trainer Wilfried Daniels, der nach der WM deswegen seinen Rücktritt erklärte. Südafrikas Leichtathletik-Präsident Leonard Chuene meinte zu den jüngsten Enthüllungen nur: "Die Ergebnisse sind noch nicht im Land, deshalb kann ich nichts kommentieren."
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Kommentare 99 - 118 of 118
Unverschämt/interessnter Aspekt von "youdepp", der, wenn man eines Tages Fotos der
"Dame" in besagtem Magazin entdecken würde, dieser Geschichte noch mal einen neuen
Kick geben würde....war etwa alles so geplant, um die große Kohle zu machen...?
Hochglanz pictures statt tristesse? Alles nur Showbusiness - aber nach vorheriger Entüstung...?
Bin ein neugieriger Mensch. Deshalb würde es mich - ehrlich gesagt - jetzt schon mal
interessieren, wieviele "indecent offers" diese/r CASTER bekommen hat, seit die
Geschichte am Kochen ist...von Männer u n d von Frauen mit - sagen wir vorsichtig,
damit es nicht Daumen nach unten regnet - "sexuell exquisitem Geschmack"...?
Wenn S i e mit dem Gedanken spielen, das Herz dieser "Dame" zu erobern - Eile scheint
geboten : es kann m.E. wirklich nicht mehr allzulange dauern, und der rührige PLAYBOY
wird seine Millionenofferte abgeben. Dann wird`s richtig teuer für Privatleute - mit dem Erobern....
PS. Kann allerdings verstehen, wenn sich hierzu CASTER selbst und der Verband in
entrüstetes Schweigen hüllen - im Fall selbst konnte ich das allerdings nicht.
Von youdepp, am So 20.Sep. 22:58
Die FIFA führt Test durch.
Anders als die IAAF.
Da kommen keine Kukukseier vor.
Aus Gründen der Gleichberechtigung sollte man die komplette deutsche Frauenfußball Nationalmannschaft mal untersuchen. Bin gespannt wie die Leute in diesem Land dann reagieren. -.-
Zumal da ja wirklich einige aussehen wie Männer.
bia_matheis, ich hab doch geschrieben, dass ich weniger dumm bin als
meine ersten kommentare vermuten lassen. natürlich hab auch ich ein
herz, ein grosses sogar. aber eins verstehe ich trotzdem nicht, ich
bin sehr tierlieb und ein schimpanse ist keine beleidigung, denn ich
stelle den menschen nicht über das tier. vielleicht sollte sich eher
ein schimpanse beleidigt fühlen wenn man ihn als menschen betitelt,
denn die haben eine bessere gemeinschaftsstruktur als wir, da würden
solche sachen wie mit semenya garnicht erst passieren. aber fakt ist,
wenn alle anzeichen dafür sprechen, dass sie biologisch ein mann ist,
egal wie sehr sie sich als frau fühlt, dann ist sie den anderen mitstreiterinnen
natürlich haushoch überleben und müsste bei den männern mitlaufen.
trotzdem wurde sie einfach nur ausgenutzt, sei es wie es sei.
an Monika G:
Die Profitennispielerinnen müssen sich z.B. generell erst einem Check inkl. Geschlechtstest unteriehen.
Früher gabe s dass auch bei olympia, aber aus Kostengründen sah man davon ab, weil kaum noch jemand erwischt wurde.
Jetzt haben sie den Salat.
Noch etwas:
Es gibt lt. Regeln eine "universelle" Klasse, in der nur Männer starten (Frauen dürften aber auch), und eine besondere für Frauen.
Damit ist klar: was nicht Frau ist, darf starten, aber eben nicht bei den Frauen!
Die primären Geschlechtsorgane einer Frau sind aber nun mal innen, die des Mannes aussen.
Na klar, wenn die männlichen nach innen gezogen sind, entsteht der EINDRUCK von weiblichen Organen, weil man keine männlichen primären Geschlechtorgane sieht.
Hier täuscht unser gesunder Menswchenverstand.
Das kann man übrigens schon mit etwas Kleber und oder Klebeband als Effekt erreichen.
1936 wurde so ein Mann in den Frauenhochsprung eingeschummelt.
Medizinisch (gentisch, Geschlechtsorgane) ist es aber ein Mann, selbst wenn es als Frau aufgezogen wurde.
Da CASTER aber ein Jugenname ist, bezweifele ich das aus Augenschein und vermute klaren Betrug.
Stell Dir mal vor, unsere neue 100m Olympisaiegrein aus Deustchland heißt mit Vornamen Helmut.
Wäre das nicht verdächtig?
Denk nach.
Ich stelle mir im Moment weniger die Frage WAS Er/Sie ist, sonder eher die Frage bei was für Wettkämpfen soll Er/Sie denn nun antreten wenn Er/Sie nun ein Zwitter ist.
Frauen-Rennen sind per Reglement nur für "reine" Frauen.
Für Männer-Rennen wird Er/Sie absolut zu langsam sein, vielleicht schafft Er/Sie das ja in ein paar Jahren mit genügent Training.
Oder gibt es vielleicht im Bereich der Paralympischen Sportarten eine derartige Zuordnung.
Entschuldigt wenn ich Ihn/Sie jetzt soweit in die Behinderten-Sportler-Ecke stellen wo Er/Sie auch meiner Meinung nach nicht hingehört, aber ich kann mir einfach keine vernünftige Wettbewerbs-Zuordnung für Ihn/Sie machen.
Allein schon wegen dem 3 mal so hohen Testosteronwert, sollte man sie disqualifizieren. Der hohe Testosteronwert macht einen riesen Leistungsunterschied aus. Die anderen Sportlerinen sind somit ggü. ihr benachteiligt und das ist nicht fair.
Mir tut der junge Mensch leid, der/die hier fuer sein/ihr Heimatland verheizt wird. Moral von der Geschichte: Macht Speichelproben wie beim Vaterschaftstest, ist sogar noch einfacher, man muss nur nach XX oder XY-Chromosomen suchen, kann auch nicht teurer als sonstige Doping-tests sein....
@ olaf :dann findest du eine frau der die gebärmutter wegen gebärmutterkrebs rausgenommen werden muss auch nich als frau? o.O
Ich weis nicht, was manche Menschen für ein Problem haben.
Es ist doch egal was dieser Mensch für ein Geschlecht hat,es gibt soviel
Elend auf dieser Welt,darum solte sich mancher Gededanken machen!!!
Nun haben wir diesen menschlich bedauerlichen (Vor)-Fall ja von allen Seiten
besprochen, mehr oder weniger wissenschaftlich, mehr oder weniger würdig.
Ich meine, der südafrikanische Leichtathletikverband hätte gut daran getan,
eine Athletin wie CASTER nicht zur WM nach Berlin zu schicken.
Ein Skandal war doch wohl vorprogrammiert oder vorhersehbar.
Ich vermute mal, daß pure Medaillengeilheit den Vorrang vor dem Schutzbedürfnis
eines sensiblen Menschen erfahren hat.
Und als die Sache dann hochkochte, spielte man den Empörten und mit dem Appell an die
UNO. Eigentlich eine typische Überreaktion eines Ertappten.
Bedauerliche Geschichte, die sich hoffentlich nicht wiederholen wird.
ich glaubs einfach nicht! die arme Frau! jetzt ist sie ihr ganzes Leben rumgerannt und dachte sie ist eine Frau. Und dabei ist sie es gar nicht. Und dann auch eine Supersportlerin. Die Leute die sie da hingeschickt haben hätten wirklich besser aufpassen können. sie tut mir unheimlich leid, aber ich finde wenn man von Anfang an dachte dass man ein mädchen ist dann wird das immer so bleiben. ich würde mich nie plötzlich wie ein junge benehmen wenn jemand kommt und sagt ich bin einer. halte durch Semenya!!!
@heinrich: der punkt ist das der deutsche sportminister aber dann nicht den 3. weltkrieg ausrufen würde.
was für politiker haben die da in südafrika ?
wie kann man vom 3. weltkrieg schwafeln wegen eines geschlechtstest ?!
Wer keine Gebärmutter hat ( Entschuldigt die Details ) ist für mich keine Frau ! So leid es einem ja tut, der Anfangsverdacht, gegen den hier jeder so gewettert hat war also durchaus begeründet. Nicht immer gleich zur Posaune greifen, nachdenken hilft auch. Und der dumme Hinweis auf Birgit Prinz ist eigentlich nur albern, oder ?
was ist den mit der Birgit Prinz von den deutschen Fussballnationalmannschaft der frauen,wenn man es ganz genau nimmt müsste die doch auch ein Geschlechtstest machenoder
I am really disgusted with the people who even made her take a test at all. She is a human ...that went into her human rights. Im sure now that the tests came out and the results are the she has male and female organs, she is done with her character. People will now look at her as something different,(making fun of her). I truely feel deeply sorry for her ..and hope that she still can live a normal life after this.
its just damn messed up ...for real
@Lilliana Steiner:
Sich erst auf die Meinungsfreiheit berufen und dann zu darauf verweisen, daß das hier zum Besten gegebene gar nicht die wahre Meinung ist, finde ich schon höchst seltsam. Dann dürftest Du ja auch in China kein Problem haben und wir brauchen uns nicht die Mühe zu geben, ernsthaft auf Dein Schreiben zu antworten !
Klar ist es für den Menschen eine Tragödie... Aber was soll man nun tun. Man kann dem Verband nur zum Vorwurf machen Ihn/sie nicht vorher getestet zu haben. Aber dann muss auch jeder andere Verdachtsfall diesbezüglich getestet werden. Das man da jetzt so ein Aufsehen draus macht, ist eher die Schuld der Medien als die des Verbandes. Er hat nunmal einen Präzedenzfall vorliegen und muss nun prüfen wie zu Verfahren ist. Natürlich ist es unfair, wenn die Sportlerin eher der männlichen Anatomie entspricht. Denn Männer sind nunmal sportlich gesehen leistungsfähiger. Dafür sind Frauen um einiges wichtiger für das Fortbestehen der Menscheit.
Was das ulkige Minsterchen da vom Stapel lässt ignoriere ich einfach mal. Schraubt etwas die Entwicklungshilfe zurück und er revidiert seine Meinung zu dem Fall ganz schnell.
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