Eurosport - Do 10.Sep. 17:52:00 2009
Der Raketen-Motor stotterte zwar erheblich, aber Ronnie O'Sullivan erreichte trotzdem sicher mit einem 5:2 über Marco Fu das Viertelfinale des Shanghai Masters. Zwar schimpfte "The Rocket" wegen häufiger Fehler immer wieder mit sich selbst, doch Fu nutzte seine vielen Chancen nicht.
Dabei hatte der 31-jährige aus Hongkong den ersten Frame mit einer Clearance von 51 Punkten gewonnen. Den Ausgleich schaffte O"Sullivan mit einem Break von 99 Punkten, das er größtenteils mit links gespielt hatte, um sich zur Konzentration zu zwingen. Dank Serien von 62 und 74 Punkten führte er zur Pause sogar mit 3:1.
Was sich klar liest war von Ronnie O'Sullivan aber hart erarbeitet. Die flüssige Leichtigkeit seines Spiels wollte sich nie einstellen. Aber er geriet auch nicht in Gefahr, als Marco Fu direkt nach der Pause auf 2:3 verkürzte. Fu kam nie richtig in Breaks rein, weil er ständig mit seinem Positionsspiel zu kämpfen hatte. Die ihm dadurch gebotenen Chancen nutzte O'Sullivan dank einer 66 in Frame sechs und einer 34er-Clearance in Durchgang sieben zum Sieg.
Dort wird sich der Weltranglisten-Erste gegen den chinesischen Star Ding Junhui aber steigern müssen. Der spielte bei seinem 5:2 über Stuart Bingham locker und sicher auf. Mit einer 66 startete er, und ließ sich auch nicht durch die 94 von Bingham in Frame zwei irritieren. Eine 74 brachte Ding das 2:1 und mit zwei kleineren Breaks erhöhte er vor der Pause nioch auf 3:1. Als ihm eine 88er-Serie das 4:1 brachte war eine Vorentscheidung gefallen. Daran änderte auch das 2:4 durch Bingham nichts mehr. Ding krönte seine Leistung mit einer 101 im letzten Frame.
Shaun Murphy souverän
Die souveränste Leistung im Achtelfinale zeigte Shaun Murphy, der Jamie Cope mit 5:0 eine Lehrstunde erteilte. Die Vize-Weltmeister schaffte mit 133 und 106 gleich zwei Centuries und brauchte gerade mal 66 Minuten zum Sieg; Cope machte im gesamten Match gerade mal 39 Punkte. Die 133 von Murphy ist auch das neue höchste Breaks des Shanghai Masters. In der Runde der letzten acht trifft Murphy nun auf Ken Doherty. Der setzte seine Wiederauferstehung durch ein hart erkämpftes 5:4 über Barry Hawkins fort und steht zum ersten Mal seit den China Open wieder im Viertelfinale eines Weltranglisten-Turnieres. Fast dreieinhalb Stunden hatten sich die beiden bekämpft. Sein höchstes Break spielte der "Darling of Dublin" mit 79 in Frame eins. Im Entscheidungs-Frame machte er mit einer 50 alles klar.
Titelverteidiger weiter dabei
Titelverteidiger Ricky Walden steht ebenfalls im Viertelfinale. Er schaltete Stephen Hendry souverän mit 5:1 aus. Mit Breaks von 83, 48, 63 und 46 Punkten hatte sich Walden die ersten vier Frames geholt. Nach Wiederbeginn verkürzte Hendry zwar nach einem Marathon-Frame von fast 50 Minuten und vermied dadurch die Höchststrafe, aber ein zweites Snooker-Wunder wie gegen Marcus Campbell blieb aus. Eine 73 brachte Walden eine Runde weiter. Dort wartet mit Liang Wenbo der zweite Chinese unter den letzten acht. Liang hatte sich vor allem in der Höhe überraschend mit 5:0 gegen Ali Carter durchgesetzt. Dabei bewies Liang neu gewonnene Qualitäten, weil er sich die Frames nicht nur mit hohen Breaks holte, sondern sich auch in den umkämpften Spielen durchbiss.
Auch ohne WM-Form hatte John Higgins keine Mühe, das Viertelfinalticket zu lösen. Mark Williams war durch seinen Gipsarm nach seinem Handbruch vom August einfach zu sehr gehandicapt und hatte offensichtlich auch mit Schmerzen zu kämpfen. Ein klares 5:1 für den Weltmeister war das Ergebnis, der in den letzten beiden Frames mit 81 und 84 auch flüssige Breaks zeigte. In der nächsten Runde wird sich Higgins gegen Ryan Day aber steigern müssen, der der meldete mit 5:1 gegen seinen Freund und Trainingspartner Matthew Stevens seine Ambitionen an. Day war mit einer 118 in das Match gestartet. Stevens glich dann zwar aus, aber Ryan Day zog dank Breaks von 69, 57 und 49 Punkten unaufhaltsam davon. Den letzten Frame gewann Day dann auf eine "re-spotted black", nachdem er zuvor durch das Abräumen von Grün bis Schwarz das 63:63 erzwungen hatte.
TV-Tipp:
Die Snooker-Saison beginnt mit dem Shanghai Masters und Eurosport ist LIVE dabei. Vom 7. bis 13. September kommentiert Rolf Kalb das Geschehen aus der Shanghai Grand Stage. Zusätzlich zum TV-Angebot können Sie im Eurosport Player wie gewohnt die Spiele am zweiten Tisch im Live-Stream verfolgen.
Kommentare 1 - 3 of 3
Ja da gibt es noch Joe Perry als zweiter "Angstgegner" von Ronnie:-)
Gegen Ding muss er sicher noch etwas besser spielen. Finde es übrigens immer
wieder genial wie gut er von rechts auf links wechseln kann und auch auf der für Ihn
"falchen" Seite extrem sicher spielt. Unglaublich !
Ronnie hat seinen Angstgegner bezwungen!!! Gibt es eigentlich noch einen anderen Spieler der gegen Ronnie eine so ausgeglichene Bilanz hat wie Fu? Mir fällt jetzt keiner ein.
Naja aber wenn Ronnie so weiter macht dann hat er spätestens gegen Junhui schlechte Karten.
Jedesmal, wenn ich R. O´Sullivan gegen M.Fu spielen sehe, sehe ich leichten Unmut bei
Ronnie. Ich glaube, daß ihn die scheinbare Tranfunzligkeit seines Gegners
einfach nervt. Dabei ist M.Fu nicht wirklich langsam, erweckt aber leicht diesen
Eindruck. Vielleicht liege ich aber auch völlig daneben.
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