Eurosport - Di 11.Sep. 10:17:00 2007
Die US Open 2007 sind vorbei. In den Finals des Grand-Slam-Turniers gab es keine Überraschungen. Wieder einmal haben Roger Federer und Justine Henin ihre Vormachtstellung im Profitennis unterstrichen. In überragender Manier errangen die beiden Weltranglisten-Ersten die Siege in Flushing Meadows.
Während Federer in den zwei Turnierwochen zwei Sätze an seine Gegner abtreten musste, gelang Henin sogar der perfekte Durchmarsch ohne Satzverlust. "Ich habe in den letzten drei Partien keinen Satz verloren, es waren zwar enge Matches, aber ich konnte mich durchsetzen. Wahrscheinlich weil ich mehr Erfahrung habe und selbstbewusst in das Spiel gehe", fasste Federer, der im Finale ganz in schwarz spielte, die Partien gegen Andy Roddick, Nikolai Dawidenko und Novak Djokovic zusammen. Genau dieses Selbstbewusstsein war es, das dem Schweizer besonders im Finale in kritischen Phasen half. Nach dem Krimi gegen den 20-jährigen Djokovic durfte sich der sechs Jahre ältere Federer über seinen zwölften Grand-Slam-Titel freuen.
Federer jagt den Rekord
Nur Pete Sampras thront mit 14 Titeln noch über dem Eidgenossen, der seit nunmehr 189 Wochen unangefochten an der Spitze des Herren-Tennis steht. "Ich jage den Rekord von Sampras. Ich denke viel darüber nach. Es ist fantastisch, dass ich in meinem Alter schon so dicht an ihn herangekommen bin und ich hoffe, ihn brechen zu können", kommentierte Federer den Kampf um den nächsten Rekord. Liegt der Ausgang dieses "Fern-Duells" nur noch in den Händen des 26-Jährigen, kann Sampras im November auch selber zum Schläger greifen. Dann kommt es unter dem Motto "Duell der Legenden" zu drei Matches zwischen den beiden Topspielern.
Perfekte Leistung
Bei den Damen war Henin, im Finale mit rotem Shirt spielend, die klar dominierende Kraft. Trotz einer schweren Auslosung und dem Aufeinandertreffen mit den beiden Williams-Schwestern, gelang es der Belgierin ohne Satzverlust durch das Turnier zu kommen. "Ich habe in den beiden Wochen sehr konstant gespielt. Ich war so ruhig und entspannt, es ist ein unglaubliches Gefühl", freute sich die strahlende Siegerin über ihre perfekte Leistung.
Seit 28 Wochen führt die 25-Jährige die Riege der Damen an, insgesamt stand sie bereits seit 84 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Vergleiche mit Roger Federer lehnt Henin jedoch ab. "Roger ist Roger. Er ist einzigartig, das steht fest. Ich hoffe, dass wir uns beide gleichzeitig weiter steigern können", betonte die Siegerin, die die US Open bereits 2003 für sich entscheiden konnte.
Märchen kann weiter gehen
"Als ich ein kleines Mädchen war, habe ich davon geträumt, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Nun habe ich bereits sieben. Es ist immer noch schwer zu glauben, dass das wahr ist. Es ist mehr als ein Traum", fühlt sich Henin wie in einem Märchen. Noch lange scheint kein Ende dieses Märchens in Sicht. Die "Lady in Red" und der "Man in Black" dürfen auf weitere Titel und Rekorde hoffen.
Viola Dietrich / Eurosport