2. Bundesliga - Energie-Manager Heidrich tritt zurück

Eurosport - Di 11.Aug. 14:20:00 2009

Steffen Heidrich ist als Manager von Energie Cottbus zurückgetreten. Der 42 Jahre alte Heidrich habe das Präsidium der Lausitzer am Wochenende über seine Entscheidung informiert. Er übernehme für den Abstieg in die zweite Liga "die Mitverantwortung", hieß es in der Pressemitteilung des Vereins.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Cottbus Heidrich - 0

Stunk in der Chefetage: Auch der Traumstart gegen Augsburg konnte die Risse im Führungsgremium bei Fußball-Zweitligist FC Energie Cottbus nicht mehr kitten. Manager Steffen Heidrich zog die Konsequenzen aus dem schwelenden Konflikt mit Neu-Coach Claus- Dieter Wollitz und trat nach dreijähriger Amtszeit von seinem Posten zurück. "Ja, es gibt unterschiedliche Auffassungen zu bestimmten Themen", bestätigte Präsident Ulrich Lepsch die Differenzen zwischen Heidrich und Wollitz.

Der Trainer bestätigte am Dienstag Meinungsverschiedenheiten bei bestimmten Personalien, wehrte sich aber gegen den Vorwurf, selbst den Abgang Heidrichs provoziert zu haben. "Es ist eine Unverschämtheit, wenn man mich für den Rücktritt von Steffen Heidrich verantwortlich macht", sagte Wollitz der "Lausitzer Rundschau" (Mittwoch). "Aber es ist mein Naturell, Dinge offen anzusprechen. Derartige Meinungsverschiedenheiten muss man doch miteinander austragen können", sagte der Trainer. "Der Rücktritt des Managers darf aber kein Alibi für die Mannschaft sein. Das werde ich nicht zulassen. Wir wollen auch am Freitag in Duisburg ein gutes Spiel machen und gewinnen", fügte er hinzu.

Wollitz kritisiert Transfers

Der aus Osnabrück gekommene Wollitz hatte in der Saison- Vorbereitung und auch nach dem 3:1-Sieg im ersten Punktspiel gegen Aufstiegskandidat FC Augsburg öffentlich sein Unverständnis über die Transferpolitik Heidrichs geäußert. Vor allem die Neuzugänge Lars Hirschfeld und Waleri Sokolenko, die vor der Wollitz-Verpflichtung getätigt wurden und in den Planungen des Ex-Bundesliga-Profis keine Rolle spielen, sorgten für Diskussionen. "Für viele Spieler trage ich keine Verantwortung. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man diesen Sokolenko für die 1. Liga beobachtet hat", kritisierte Wollitz

Auch in der vergangenen (Abstiegs-)Saison war Heidrich, dessen Vertrag erst im Februar bis 2011 verlängert worden war, mit einigen Transfer-Flops ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Neuzugänge wie Jan Rajnoch, Adi und Savo Pavicevic, die Heidrich zusammen mit Ex-Coach Bojan Prasnikar in die Lausitz holte, konnten die in sie gesteckten Erwartungen in keiner Weise erfüllen. Heidrich übernehme für den Abstieg in die zweite Liga "die Mitverantwortung", hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Jungspieler wurden vom Hof gejagt

Ein Dorn in Wollitz' Augen war zudem der stiefmütterliche Umgang der Cottbuser Führung mit den eigenen Nachwuchstalenten. Ex-U20- Nationalspieler wie Martin Männel und Arne Feick oder Sebastian Schuppan flüchteten im Vorjahr wegen Perspektivlosigkeit frustriert aus der Lausitz. "Meine Philosophie ist es, junge Spieler zu fördern und spielen zu lassen", hatte der Trainer bei seinem Amtsantritt gesagt und schon zum Saison-Auftakt Taten folgen lassen: Die beiden Jung-Profis Alexander Bittroff und Nils Miatke warf er zum Auftakt ins kalte Wasser - diese zahlten das Vertrauen mit starken Debüts zurück. "Wenn die Vereinsführung Bittroff und Miatke schon im vergangenen Jahr an die Bundesliga-Mannschaft herangeführt hätte, wären sie heute bereits viel weiter", erklärte Wollitz.

Unter der Regie des 42-jährigen Ex-Profis Heidrich, der 1997 als Spieler mit Cottbus das DFB-Pokalfinale erreichte, hatte der FC Energie aber auch für ein Fußball-"Wunder" in der Lausitz gesorgt: Trotz äußerst bescheidener finanzieller Mittel und einem namenlosen Team hatte sich der "Abstiegskandidat Nummer eins" zwei Jahre nacheinander in der Bundesliga behauptet. In den kommenden Tagen will die Vereinsführung Verhandlungen mit möglichen Nachfolgern führen.

TV-Tipp:

Die Europameisterschaft der Frauen in Finnland vom 23. August bis 10. September LIVE auf Eurosport! Können Birgit Prinz und Co. Nach 1995, 1997, 2001 und 2005 Ihren Titel erneut verteidigen? Mit Eurosport sind Sie hautnah dabei.

dpa / Eurosport

Kein Yahoo! User? Kostenlos .