Tour de France - Sturz-Etappe fordert prominente "Opfer"

Mo 11.Jul. 08:20:00 2011

Das Favoritensterben bei der Tour de France geht weiter. Auch am neunten Tag mussten zwei große Namen aus der Startliste gestrichen werden. Ein Massensturz in der Abfahrt vom Pas de Peyrol, sorgte für das Aus von Alexandre Winokurow und Jürgen Van den Broeck. Auch Andreas Klöden verletzte sich.

Tour de France -

In einer engen Linkskurve kamen mehrere Fahrer zu Fall, als das Hauptfeld sich gerade in der Aufholjagd hinter der sechsköpfigen Spitzengruppe des Tages um den späteren Etappensieger Luis-Leon Sanchez befand.

Dabei rutschte Klöden rechts von der Straße eine Böschung hinunter, konnte aber von selbst wieder aufstehen und sich zurück auf sein Rad setzen. Der Deutsche beendete die Etappe und verlor im kurzen Schlussanstieg von Saint-Flour lediglich acht Sekunden auf die direkte Konkurrenz im Kampf ums Tour-Podium.

Klöden-Entscheidung am Montag

Dennoch litt Klöden im Ziel unter starken Rückenschmerzen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte zwar fest, dass nichts gebrochen sei, Hämatome am Rücken und eine schmerzhafte Verspannung der Rücken-Muskulatur machen es jedoch trotzdem fraglich, ob der RadioShack-Kapitän nach dem Ruhetag noch im Feld zu finden sein wird. "Am Montag will er eine Testfahrt machen und dann entscheiden, wie es weitergeht", berichtete sein Team.

Winokurow stürzte dieselbe Böschung herunter, blieb aber zwischen den Bäumen liegen und konnte allein nicht mehr aufstehen. Seine Teamkollegen halfen ihm hoch, stützten ihn und führten ihn auf die Straße zurück. Dort aber war an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Das Tour-Radio vermeldete zunächst einen Ellbogen- sowie Beckenbruch, wie die dpa allerdings berichtet, handelt es sich bei der Verletzung des Tour-Dritten von 2003 um einen Bruch des linken Oberschenkels.

Fährt "Wino" doch noch eine Tour?

Winokurow wurde nach der Etappe von einer Klinik in Aurillac in ein Pariser Krankenhaus verlegt, wo er noch am Abend erfolgreich operiert wurde. "Ich habe niemals so ein dramatisches Ende der Tour de France erwartet. Das ist eine schreckliche Enttäuschung, ich bin so traurig", erklärte der Kasache über eine Pressemeldung seines Teams, fügte aber auch hinzu: "Es hätte noch viel schlimmer ausgehen können."

Am Morgen nach dem Sturz warf Winokurow dann schon wieder einen Blick in die Zukunft und erklärte der L'Equipe: "So kann ich die Tour eigentlich nicht verlassen. Die Ärzte entscheiden, ob ich wieder fahren kann. Ich muss mir überlegen, wie es weiter geht, wenn ich wieder fit bin." Eigentliche wollte der Silbermedaillengewinner von Sydney, der 2007 wegen Blutdopings gesperrt worden war, seine Laufbahn in diesem Winter beenden.

Knochenbrüche an allen Ecken

Van den Broeck blieb der Sturz in Richtung Bäume zwar erspart, der Belgier schlug dafür aber hart auf dem Asphalt auf und brach sich das Schulterblatt. Der Vorjahresfünfte setzte sich zwar noch einmal auf sein Rad, musste beim Versuch loszufahren aber einsehen, dass es keinen Sinn mehr machte.

Neben dem prominenten Duo konnten auch der US-Amerikaner David Zabriskie und Frederik Willems vom Team Omega Pharma-Lotto nicht weiterfahren. Das belgische Team von Philippe Gilbert, dem Träger des Grünen Trikots, ist damit nach neun Etappen schon nur noch mit sechs Mann im Rennen vertreten.

TV-Tipp:

Mehr Live geht nicht: Eurosport präsentiert die Tour de France wie gewohnt in ausführlichen Live-Übertragungen. Verfolgen Sie die große Schleife im TV, über den Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Tour de France : France TV

Felix Mattis / Eurosport

Bemerkung

Kommentarfunktion ist für diesen Artikel nicht verfügbar.