Tour de France - Feillu: "Bergkönig" von Andorra

Eurosport - Sa 11.Jul. 11:08:00 2009

Der Franzose Brice Feillu (Agritubel) hat die 7. Etappe der Tour de France gewonnen. Auf dem Schlussanstieg nach Andorra ließ er seinen Landsmann Christophe Kern und den Deutschen Johannes Fröhlinger hinter sich. Der neue Mann im Gelben Trikot ist der Italiener Rinaldo Nocentini vom Team AG2R.

CYCLING 2009 Tour de France Arcalis Brice Feillu - 0

Schon nach acht Kilometren bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe um Egoi Martinez (Euskaltel), Christophe Riblon (AG2R) und José Ivan Gutierrez (Caisse D"Epargne). Zu diesen drei Fahrern schlossen nach 34 Kilometern noch Feillu (Agritubel), Kern (Cofidis), Fröhlinger (Milram), Jerome Pineau (Quickstep), Rinaldo Nocentini (AG2R) und Aleksandr Kuschynski (Liquigas) auf. Diese neun Mann hatten einen Maximal-Vorsprung von 13:55 Minuten. Doch Astana schaltete sich 100 Kilometer vor dem Ziel in die Führungsarbeit ein und verringerte den Rückstand des Hauptfeldes kontinuierlich.

Doch die knapp 200 Kilometer Anfahrt zum Schlussanstieg war nur der Auftakt dieser Etappe. Die erste Bergankunft der Tour 2009 entschied sich auf den letzten 20 Kilometern hinauf nach Andorra Arcalis. Die neunköpfige Spitzengruppe kam mit acht Minuten Vorsprung auf das Feld am Fuß des Anstieges an. Schnell musste sich Kuschynski aus der Spitzengruppe verabschieden, aus der fünf Kilometer vor dem Ziel Feillu die entscheidende Attacke setzte. Kern und Fröhlinger konnten dem Tempo des Franzosen nichts entgegensetzen, der seinen Vorsprung auf 30 Sekunden ausbaute. Kurz vor dem Ziel kam Kern zwar noch einmal näher, Feillu rettete aber fünf Sekunden Vorsprung über die Linie und feierte den größten Erfolg in seiner Karriere. Diese ist allerdings auch noch nicht so lang, Feillu ist das erste Jahr Profi und fährt seine erste Tour de France. Dementsprechend erfreut war er ihm Ziel: "Mein erster Sieg gleich bei der Tour. Das macht Spaß!"

Contador setzt entscheidende Attacke

Hinter dem Sieger spielte sich auf den letzten Metern ein wahrer Sekunden-Krimi ab. Obwohl das Tempo im von Astana kontrollierten Feld nicht besonders hoch war, wagte keiner der Kletterer wie Andy Schleck oder Carlos Sastre einen Angriff. Die große Frage war: Wagt es Alberto Contador und greift an, obwohl Lance Armstrong in der Gesamtwertung besser platziert ist? Die Frage konnte vier Kilometer vor dem Ziel mit ja beantwortet werden. Contador trat an, Schleck setzte zwar gleich nach, hatte dem Spanier aber nichts entgegenzusetzen. Contador baute den Vorsprung auf die verbliebene Gruppe, in der sich neben Schleck, Sastre und Armstrong auch Cadel Evans und der deutsche Tony Martin befanden, kontinuierlich aus.

Als sich Contador absetzte, war nur noch zu klären, ob er genug Vorsprung auf Armstrong herausfahren würde um die Gesamtführung zu übernehmen. Der siebenmalige Tour-Gewinner hatte in der Gesamtwertung 19 Sekunden Vorsprung. Als Contador mit 21 Sekunden Vorsprung ins Ziel kam, schien der Spanier schon der neue Mann in Gelb zu sein.

Debütant mit 32 Jahren

Jedoch wurde die Rechnung ohne Rinaldo Nocentini gemacht. Der Italiener von AG2R kam 3:00 Minuten vor dem großen Tourfavoriten als Vierter ins Ziel. Damit hat der Italiener nun sechs Sekunden Vorsprung auf Contador in der Gesamtwertung und trägt bei seiner ersten Tour de France das Gelbe Trikot morgen nach Saint-Girons. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung", so Nocentini nach der Zieldurchfahrt. "Ich habe eigentlich nur von einem Etappensieg geträumt."

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Nikolaus Przemek / Eurosport

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