Eurosport - So 11.Mai. 16:47:00 2008
So etwas nennt man wohl Dominanz. Der italienische Peugeot-Pilot Luca Rossetti hat mit dem deutlichen Erfolg bei der Portugal Rallye seine beeindruckende IRC-Bilanz auf vier Siege bei vier Rennen ausgebaut und ist damit der erfolgreichste Pilot in der noch jungen Geschichte der Rallye-Serie.
Am Freitag noch musste er sich einen erbitterten Kampf um die Führungsposition liefern, so dass er nur mit einem hauchdünnen Vorsprung von 2,4 Sekunden auf Nicolas Vouilloz vom Team Peugeot Belgium in die entscheidenden sechs Wertungsprüfungen ging. Der Franzose entschied sich jedoch am Samstag für die falschen - weil zu weichen - Reifen. Nach einem Reifenschaden hatte Vouilloz endgültig keine Siegchance mehr.
Auch der zwischenzeitlich auf Platz zwei vorgefahrene Belgier Francois Duval konnte den Rückstand auf Rossetti nicht entscheidend verkürzen und schied wegen eines Radlager-Defekts sogar aus. Kurze Zeit später erwischte es Didier Auriol. Der Ex-Weltmeister hatte Probleme mit der Aufhängung und musste die Rallye ebenfalls vorzeitig beenden.
Vouiloz schafft noch Rang drei
Neben dem Tschechen Jan Kopecki, der schließlich auf Platz zwei fuhr, profitierte auch Vouiloz vom Pech der Konkurrenz. Nachdem er zwischenzeitlich auf Rang fünf zurückgefallen war, ergatterte er am Ende noch den dritten Podiumsplatz.
Miguel Campos lag bis kurz vor Schluss auf einem guten acht Rang, ehe er auf den letzten Kilometern seinen Peugeot abstellen musste. "Sport kann manchmal grausam sein", sagte Teamchef Marc van Dalen. "So kurz vor dem Ziel aufgeben zu müssen, ist ein großer Schock. Aber so ist nun einmal der Rallye-Sport. Wir akzeptieren die Regel, dass einem Piloten außerhalb des Service-Parks nicht geholfen werden darf. Miguels Generator fiel am Ende der elften Prüfung aus und hielt nur noch bis kurz vor dem Ende."
Red Bull Rally Team zufrieden
Grund zur Freude hatte das Red Bull Rally Team. Nach einem durchwachsenen Rennverlauf verbesserte sich Andreas Aigner auf den neunten Platz. Der Österreicher nutzte den letzten Tag, um neue Reifen und ein geändertes Fahrwerk zu testen. Damit fuhr er im letzten Teilstück sogar Bestzeit. "Das war wirklich ein versöhnliches Ende des Tages", freute sich Aigner. "Mit dem Samstag kann ich zufrieden sein. Ich möchte dem Team für die hervorragende Leistung danken. Teilweise hat uns nur das nötige Glück gefehlt."
Die nächste IRC-Rallye wird am 27. und 28. Juni im belgischen Ypres auf Asphalt ausgetragen.
Tobias Wiltschek / Eurosport