Eurosport - So 11.Mai. 20:08:00 2008
Auch Davide Rebellin war im Schlussanstieg der 2. Etappe des Giro d'Italia über 207 Kilometer nach Agrigento Riccardo Ricco (Saunier Duval) nicht gewachsen. Der Italiener triumphierte vor Danilo Di Luca (LPR) und dem Gerolsteiner-Profi. Neuer Gesamtführender ist Franco Pellizotti (Liquigas).
Vor allem Klassiker-Spezialisten drängten sich im Finale in der Spitzengruppe. Zweimal ging es dabei über den schweren Schlussanstieg, der schon bei der ersten Passage eine Selektion herbeiführte. Während sich die verbliebenen Stars wie Rebellin, Weltmeister Paolo Bettini (Quickstep) oder Leonardo Piepoli (Saunier Duval) noch belauerten, ergriff Joaquin Rodriguez als Erster die Initiative. 1500 Meter vor dem Ziel trat der spanische Meister an und machte sich auf den langen Weg bergauf Richtung Zielstrich. Bis zuletzt sah es so aus, als würde sich der Profi von Caisse d"Epargne einen Tag vor seinem 29. Geburtstag schon beschenken. Doch gnadenlos schoben sich von hinten die Spitzenfahrer heran. Machtlos musste Rodriguez zusehen, wie Ricco, Rebellin, Di Luca und Franco Pellizotti (Liquigas) sowie Paolo Savoldelli (LPR) an ihm vorbeisprinteten. Den besten "Punch" hatte dabei der 24-jährige Ricco, der bereits nach dem Mannschaftszeitfahren am Samstag seine Ambitionen für das Finale in Agrigento verkündet hatte.
Pellizotti erobert "maglia rosa"
Auch auf das Gesamtklassement hatte das Finale Auswirkungen. Obwohl Magnus Backstedt und David Millar unermüdlich für Christian Vandevelde und ihr Slipstream-Team in der Führung geschuftet hatten, schob sich am Ende Pellizotti mit einer Sekunde Vorsprung im Gesamtklassement vorbei an Vandevelde an die Spitze. Damit hatten die US-Boys auf dem zweiten Teilstück nicht nur das "maglia rosa" verloren, sondern mit David Zabriskie, der nach einem Sturz aufgeben musste, auch einen ihrer wichtigsten Fahrer.
Besser erging es dagegen Andreas Klöden. Nach dem enttäuschenden Auftakt im Mannschaftszeitfahren, ließ der Astana-Profi im Finale seine glänzende Form aufblitzen und hielt sich bis zum Schluss in der Spitzengruppe. Im Gesamtklassement lauert der Deutsche nun mit 28 Sekunden Rückstand auf dem 16. Rang. Damit liegt der Deutsche fünf Sekunden vor Tagessieger Ricco. Aber auch der zweifache Girosieger Gilberto Simoni (Diquigiovanni) oder Kletter-Ass Mauricio Soler (Barloworld) liegen mit 59 bzw. 62 Sekunden Rückstand weiterhin in Schlagdistanz.
Sella in Grün - Loosli bester Sprinter
Vor dem hektischen Finale ging es gemächlicher zu. Mit einem Schnitt von nur 29,9 km/h ließen es die Profis in der ersten Rennstunde ruhig angehen. Das nutzt Emanuele Sella (CSF Navigare) und attackierte vor der ersten Bergwertung der 2.Kategorie. Belohnt wurde der 27-Jährige dafür mit dem Grünen Trikot des besten Bergfahrers. In der Sprintwertung liegt dagegen David Loosli in Front. Der Lampre-Profi hatte nicht nur den einzigen Zwischensprint des Tages für sich entschieden, sondern auch mit einem Ausreißversuch über 120 Kilometer zusammen mit Jeremy Roy (fdjeux) dem Rennen seinen Stempel aufgedrückt.
Jonas Steldinger / Eurosport