Giro d'Italia - Fehlstart für Klöden

Eurosport - So 11.Mai. 13:43:00 2008

Nur den siebten Platz konnte das Astana-Team um Andreas Klöden zum Auftakt des Giro d'Italia beim Mannschaftszeitfahren in Palermo belegen. Der mitfavorsierte Deutsche verlor 29 Sekunden auf das siegreiche Team Slipstream, das mit Christian Vandevelde den neuen Gesamtführenden im Rosa Trikot stellt.

CYCLING 2008 Feature MZF CLM TTT Astana - 0

Mit der knappen halben Minute Rückstand ist für Astana zwar noch nichts verloren, denn spätestens bei den schweren Bergetappen wird das Klassement noch einmal mächtig durcheinander gewirbelt. Dennoch hatte sich die Formation um die Topfahrer Klöden, Alberto Contador und Levi Leipheimer sicher mehr vorgenommen. Eigens war das Team in letzter Minute für die Auftakt-Etappe umgestellt worden. Nach einem Leistungstest war noch am Freitag Benjamin Noval aus dem Aufgebot gestrichen und mit Steve Morabito ersetzt worden. "Ein Mannschaftszeitfahren ist so eine harte Disziplin, die den Fahrern alles abverlangt. Es war uns zu unsicher, Noval im Team zu behalten. Steve dagegen hat die richtige Verfassung und seine Fähigkeiten bereits bei der Tour de Romandie unter Beweis gestellt, wo er einer der besten Helfer für Gesamtsieger Klöden war", hatte Sportdirektor Sean Yates die Maßnahme erklärt.

Slipstream schreibt Geschichte

Hochzufrieden ist man dagegen im Lager der nominellen "Zweitliga-Mannschaft" von Slipstream. Nicht nur konnten die US-Boys ausgelassen den Tageserfolg feiern. Vandevelde ist seit 1988 der erste Amerikaner, der das "maglia rosa" überstreifen darf. "Wir haben 100 Prozent gegeben. Das war eine Mannschaftleistung und mein Rosa Trikot ist ein Erfolg für das ganze Team", bedankte sich der Mann des Tages bei seinen Mitstreitern.

Für den Erfolg nahm man sogar in Kauf, die Etappe nicht geschlossen zu beenden. Laut Reglement wird die Zeit für das Team nach dem fünften Fahrer, der den Zielstrich überquert, genommen. Und nur fünf Fahrer überquerten gemeinsam die Linie. Vandevelde kam mit David Zabriskie, Ryder Hesjedal, Julian Dean und Magnus Backstedt ins Ziel gejagt. Danny Pate, Patrick McCarty und Zeitfahrspezialist David Millar dagegen mussten dem hohen Tempo Tribut zollen und rollten versprengt als Nachzügler ins Ziel.

Voigt träumt vom Rosa Trikot

Flankiert wird die Mannschaft von Teamchef Jonthan Vaughters auf dem Siegertreppchen von CSC gefolgt von High Road, die mit sechs bzw. sieben Sekunden Rückstand ankamen. Jens Voigt, der im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de einen Etappensieg fest eingeplant hat, kann mit dieser Leistung sogar davon träumen, in den nächsten Tagen um das Rosa Trikot zu kämpfen. Die Etappe am Sonntag dürfte dem Berliner liegen. Über 207 Kilometer und viele, viele Höhenmeter zieht das Peloton weiter durch Sizilien, von Cerfalu nach Agrigento.

Auf der schweren zweiten Etappe wird der 36-Jährige bei der Jagd auf das Leader-Trikot Konkurrenz bekommen von Fahrern wie Christian Pfannberger oder Franco Pellizotti. Beide mögen dieses Terrain - gerade der Österreicher konnte schon in der Klassiker-Saison für Furore sorgen - und beide gehörten mit ihren Mannschaften zu den Überraschungen des Tages. Nachdem Barloworld mit einer Zwischenbestzeit und nur 14 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger ins Ziel gefegt war, setzte das italienische Team noch einen drauf und schob sich mit nur neun Sekunden Rückstand auf den vierten Platz.

Die Fahrer der beiden deutschen Teams werden nicht mehr in diesen Kampf eingreifen können. Milram um Erik Zabel belegte mit 45 Sekunden Rückstand den 11. Rang vor Gerolsteiner, das mit Sprinter Robert Förster und Paris-Nizza-Sieger Davide Rebellin in seinen Reihen mit 54 Sekunden Rückstand über Platz 13 nicht hinauskam.

Hinweis:

Mit dem Giro d'Itallia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!

Jonas Steldinger / Eurosport