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Werders Gala mit Gänsehaut bei Borowski-Abschied

So 11 Mai, 10:51 Uhr


Bremen (dpa) - Die Fans berauscht, Hannover 96 auseinandergenommen und das Torverhältnis weiter ausgebaut: Mit einem 6:1-Torfestival hat Werder Bremen seine glänzende Ausgangsposition im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter ausgebaut.

«Das war ein Fußball-Fest, ein toller Nachmittag für die Zuschauer», schwärmte der fröhliche Werder-Manager Klaus Allofs nach dem herrlich herausgespielten Sieg. Der spektakuläre Erfolg sorgt dafür, dass den Bremern bei zwei Punkten Vorsprung und dem um acht Treffer besseren Torkonto gegenüber Verfolger Schalke 04 im letzten Saisonspiel ein Unentschieden bei Bayer Leverkusen reichen müsste, um als Vizemeister ohne Umwege den europäischen Millionen-Wettbewerb zu erreichen.

«Wir wollten Schalke auf Distanz halten und etwas für unser Torverhältnis tun», sagte Tim Borowski, der in seinem letzten Heimspiel für Werder einen starken Auftritt ablieferte und von den Fans enthusiastisch gefeiert wurde. Passend zum Saison-Endspurt in der Bundesliga haben der künftige Bayern-Profi und seine Bremer- Kollegen ihre Gala-Form wiedergefunden. Neben Borowski (73.) waren Hugo Almeida (15.), Naldo (27.), Ivan Klasnic (80.), Markus Rosenberg (82.) und Aaron Hunt (87.) an dem Schützenfest beteiligt, zu dem Hannovers Szabolcz Huszti (90.) lediglich den Ehrentreffer beitrug.

Geradezu rührend war das Spiel für Borowski, der bei seiner Auswechselung mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. «Diese Art und Weise, wie die Fans ihn verabschiedet haben, das war schon ergreifend. Alles hat gepasst, die Stimmung vor dem Spiel, Boros Tor und der Applaus bei seiner Auswechslung», befand Allofs und gab zu: «Da hatte ich auch eine Gänsehaut.» Und Borowski sagte verschmitzt grinsend: «Das war sehr, sehr emotional - von beiden Seiten.»

Gerade noch rechtzeitig ist Borowski in Form gekommen, denn für ihn selber geht es vor allem um einen Platz im EM-Kader. «Für die Nationalmannschaft ist er in dieser Form eine Verstärkung», sagte Allofs über den Mittelfeldspieler, der nach mehr als zwölf Jahren in Bremen ablösefrei zu Meister Bayern München wechseln wird.

Für Werder fehlte bei dem Schützenfest gegen Hannover nur das i- Tüpfelchen, ein Punktverlust der Schalker. «So können wir nach 33 Spieltagen noch keine Bilanz ziehen, wir haben unser Ziel noch nicht erreicht», warnte Allofs mit Blick auf den letzten Spieltag: «Jetzt erwartet uns noch eine schwere Aufgabe. Leverkusen braucht die Punkte genauso dringend wie wir.»

Während die Bremer eine oft chaotische Saison mit der Vizemeisterschaft abschließen können, hat Hannover den zuletzt angepeilten Sprung in den UI-Cup schon vor dem abschließenden Spiel gegen Cottbus verpasst. Sauer war vor allem Trainer Dieter Hecking. «Es hat mich maßlos geärgert, dass sie den Torwart so im Stich gelassen haben», schimpfte er über seine Feldspieler. So kurios es auch klingt: Keeper Robert Enke war trotz des sechs Gegentreffer der beste Hannoveraner, der Tormann verhinderte eine höhere Niederlage. «Das muss man cleverer machen», klagte Hecking, dessen Team im Hinspiel noch 4:3 gewonnen hatte und nun einmal mehr die Grenzen aufgezeigt bekam. «Wenn man in Bremen 0:3 hinten liegt, kann man nicht mit fünf Mann nach vorne rennen», monierte der Coach.

 

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