dpasport

Schalkes muss zum Showdown nach Nürnberg

So 11 Mai, 10:35 Uhr


Gelsenkirchen (dpa) - Ausgerechnet beim befreundeten 1. FC Nürnberg kommt es für den FC Schalke 04 nach dem mühevollen 1:0 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt zum Showdown.

«Die Konstellation ist klar: Nürnberg muss gewinnen, wir müssen gewinnen. Das wird ein interessanter Spieltag», sagte Schalke-Manager Andreas Müller mit Blick auf das «finale furioso» am letzten Bundesliga-Spieltag.

Besonders brisant: Die Vereine sind seit vielen Jahren durch eine Fan-Freundschaft eng verbunden, können sich aber in dem «Endspiel» nichts schenken. Schalke liegt zwei Punkte hinter Bremen und braucht unbedingt einen Sieg, um bei einem möglichen Fehltritt von Werder noch Platz zwei zu erobern und damit die direkte Qualifikation für die Champions League zu schaffen. Von ungleich größerer Bedeutung allerdings ist die Partie für den «Club». Er kann nur mit einem «Dreier» und einem gleichzeitigen Punktverlust von Arminia Bielefeld den bitteren Absturz in die 2. Liga vermeiden.

Aber auch für Schalke geht es um viel. Als erneuter Vizemeister würde man im nächsten Spieljahr in der Königsklasse einige Millionen Euro mehr einnehmen. Zudem muss der Liga-Dritte in die Champions- League-Qualifikation, was sportlich ein Risiko bedeutet. «Dort kannst du Pech haben und einen sehr schweren Gegner bekommen. Als Zweiter hast du viel mehr Sicherheit», erklärte Müller, der mit dem künftigen Coach Fred Rutten alsbald die Saisonplanung vorantreiben will. Einige Millionen mehr oder weniger in der Kasse machen in Bezug auf die Transferaktivitäten einen großen Unterschied.

Wenig Anlass also, den Gegner zu schonen. Die Freundschaft muss 90 Minuten ruhen. «Jeder hatte doch die Chance, vorher genügend Zähler einzufahren. Auch wir haben einige Punkte zu wenig.» Gegen Frankfurt musste sich die Revier-Elf «die Chance auf das Endspiel» (Coach Mike Büskens) hart erarbeiten. Erst das zweite Saisontor von Mladen Krstajic, der in der 65. Minute einen wuchtigen Kopfball nach einer Ecke von Ivan Rakitic zum 1:0 versenkte, erlöste die Schalker im letzten Heimspiel.

«Wir haben uns sehr schwer getan», gab Büskens nach dem müden Auftritt zu. Zum x-ten Mal gelang Schalke ein wichtiges Tor nach einer Standardsituation. Eine besondere Qualität, die oft hilft, wenn spielerisch nichts läuft. «Wir wussten, dass Schalke überragende Kopfballspieler bei Standards hat. Aber ganz ausschalten kann man sie nie», sagte Friedhelm Funkel. Ansonsten war der Eintracht-Coach mit seinem «letzten Aufgebot» ganz zufrieden, das sich quasi auf dem Zahnfleisch ins Saisonfinale schleppt. «Nach den Niederlagen hatten wir uns vorgenommen, kompakter zu stehen. Das wurde gut umgesetzt.»

Für Schalke gilt nun, nach einer laut Müller «anstrengenden und kräftezehrenden Saison» die letzten Kräfte zu mobilisieren. «Es ist nur noch ein Spiel. Da kann man sich noch ein Mal zusammenreißen.» Das fordert auch Kapitän Marcelo Bordon: «In das Spiel in Nürnberg müssen wir alles hineinlegen, was wir noch haben. Selbst wenn wir nur eine Chance von einem Prozent hätten, müssten wir es versuchen.»

 

Kein Yahoo! User? Kostenlos .