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«Wölfe» auf dem Last-Minute-Weg nach Europa

So 11 Mai, 10:24 Uhr


Wolfsburg (dpa) - Mit Trainer Felix Magath feierten 28 001 Fans im Stadion den klaren 4:0 (2:0)-Sieg des VfL Wolfsburg über den VfB Stuttgart. Jetzt steht der noch vor einem Jahr knapp dem Abstieg entronnene Werksclub sogar schon vor dem entthronten deutschen Meisterauf auf UI-Cup-Platz sechs.

Zum Bundesliga-Halali in Dortmund hat es der VfL selbst in der Hand, den Fußball-Coup perfekt zu machen und eventuell gar noch in den UEFA-Cup-Wettbewerb vorzustoßen. «Daran war noch vor wenigen Wochen kaum zu denken. Die Chance wollen wir nutzen und das i-Tüpfelchen auf eine tolle Saison setzen», versprach Magath, nachdem er seine umjubelte Ehrenrunde im Stadion beendet hatte.

Der verbale Ritterschlag kam vom VW-Chef höchstselbst. «Es ist schon beeindruckend, wie schnell Felix Magath aus diesen Akteuren eine Einheit gemacht hat. Das ist eine sensationelle Leistung», lobte Martin Winterkorn die Aufbauarbeit des starken Mannes beim VfL. «Das Saisonziel ist übererfüllt. Wenn wir jetzt noch den UEFA-Cup-Platz schaffen, sind wir alle überglücklich.»

Den Anlass dazu lieferten Magaths Mannen in den 90 Minuten zuvor mit einer spielerisch und kämpferisch starken Leistung, die auch in reichlich Zählbarem ihren Ausdruck fand. Marcelinho (16.), Edin Dzeko (22.), Ricardo Costa (55.) und Ashkan Dejagah (75.) bereiteten den in der Vergangenheit so oft gedemütigten VfL-Anhängern einen gelungenen Einstieg ins Pfingstwochenende. «Das war eines der besten Spiele, was wir je in Wolfsburg gesehen haben», befand Winterkorn zufrieden.

Magath teilte diese Einschätzung, auch wenn er nunmehr erst seit 17 Heimspielen als Verantwortlicher auf der VfL-Bank sitzt. Aber der akribische Fußball-Lehrer wäre nicht er selbst, wenn er im Augenblick des Erfolgs nicht auch etwas zu bemängeln hätte. «Nach den beiden ersten Toren hatte ich Sorge, dass wir nachlassen würden. Diego Benaglio hat uns in dieser Phase mit einer starken Leistung im Spiel gehalten», urteilte der 54-Jährige.

In dem Schweizer Nationaltorhüter hat Magath in der Winterpause einen Garanten für den Aufschwung in der Rückrunde geholt. Ein weiterer soll in dem italienischen Weltmeister Cristian Zaccardo kommen, auch wenn die Chefetage des US Palermo noch pokert. «Gehen Sie mal davon aus, dass er in der nächsten Saison ab und zu mal in der VW Arena spielen wird», meinte Magath dazu launig.

Die war seinem Gegenüber Armin Veh nach dem desolaten Auftritt seiner Elf gründlich verdorben. «Ich bin von unserer Mannschaft sehr enttäuscht. Wir haben vom Spielerpotenzial noch die erfahrenere Elf. Aber so sind wir nicht aufgetreten», kritisierte der VfB-Trainer und kündigte für diese Woche intensive Aufholarbeit an, um den erneuten Einzug ins internationale Geschäft doch noch zu schaffen. Kapitän Fernando Meira kann im letzten Spiel gegen Arminia Bielefeld aber nur die Daumen drücken. Der Abwehrchef sah schon in der 18. Minute wegen einer Tätlichkeit gegen VfL-Angreifer Grafite die Rote Karte. «Kann man geben. Nach dem Platzverweis und den beiden frühen Gegentoren war die Partie praktisch entschieden», meinte Veh zerknirscht.

 

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