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Bochum verdirbt KSC-Party für Eggimann und Hajnal

So 11 Mai, 10:30 Uhr


Karlsruhe (dpa) - Seine Mission hat der beste Aufsteiger der letzten zehn Jahre schon seit Wochen erfüllt, doch auf der Zielgeraden verdirbt sich der Karlsruher SC zunehmend selbst die Freude an der eigenen Saison-Leistung.

«Die Grundtendenz bleibt positiv, aber nach so einem Spiel überwiegt erst einmal die Enttäuschung», sagte KSC-Trainer Edmund Becker nach der 1:3 (0:1)- Heimniederlage gegen den VfL Bochum. Auch Verteidiger Christian Eichner warnte nach der verpassten Chance, die magere Rückrunden- Bilanz nach zuvor zehn Bundesliga-Spielen mit nur einem Sieg im letzten Heimspiel noch einmal aufzupolieren: «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht vieles einreißen, was wir uns die ganze Saison über aufgebaut haben.»

Dabei hatten die Badener sich fest vorgenommen, die sportlich praktisch bedeutungslose Partie gegen die ebenfalls bereits geretteten Bochumer zu einer Fußball-Party für die scheidenden Mannschaftskollegen werden zu lassen. «Wir wollten eigentlich richtig loslegen und den dreien, die gehen, einen würdigen Abschied bereiten», sagte Becker mit Blick auf Kapitän Mario Eggimann (zu Hannover 96), Spielmacher Tamas Hajnal (zu Borussia Dortmund) und KSC-Urgestein Florian Dick, die vor dem Spiel offiziell von Manager Rolf Dohmen verabschiedet worden waren.

Doch für ein stimmungsvolles Abschiedsständchen auf dem Platz fanden die Gastgeber am Samstag nicht den richtigen Einsatz. Zu deutlich wurde, dass der unbedingte Siegeswille einem der Überraschungsteams der Saison seit dem frühzeitig gesicherten Klassenverbleib abhanden gekommen ist. Bis auf eine vielversprechende Phase in der Mitte der ersten Spielhälfte ließ der KSC die Konsequenz vermissen, mit der er sich Anfang März noch bis auf einen UEFA-Cup- Rang vorgekämpft hatte.

Kurz vor der Pause ergatterte der starke Mimoun Azaouagh, der tags zuvor einen Vierjahresvertrag beim VfL unterschrieben hatte, im Mittelfeld einen Fehlpass von Stefan Buck und schloss seinen Sololauf eiskalt zur Bochumer Führung ab (45.). Nur kurz nach dem Wechsel köpfte Christoph Dabrowski zum 2:0 ein (48.), bevor Stanislav Sestak mit seinem 13. Saisontreffer vor 27 920 Zuschauern die fünfte Heimniederlage der Karlsruher besiegelte, an der auch das späte Anschlusstor von Eggimann (88.) nichts mehr änderte. «Es war wichtig für uns, wieder in die Bahn zu kommen», lobte VfL-Trainer Marcel Koller, dessen Team ebenfalls zehn Spiele mit nur einem Sieg hinter sich hatte und bei den letzten beiden Niederlagen ohne Torerfolg geblieben war. «Das zeigt mir, dass die Mannschaft Charakter hat.»

Das Fazit seines Kollegen fiel ernüchternder aus. «Wir haben eine Zeit lang immer am oberen Level gespielt. Als wir unser Ziel erreicht hatten, haben wir ein bisschen nachgelassen, und dann reicht es eben nicht mehr», bilanzierte Becker. Die maue Leistung tat dem 51- Jährigen besonders für die Fans leid. «Das Zusammenspiel zwischen Mannschaft und Zuschauern hat dieses Jahr wirklich toll funktioniert», meinte Becker. «Darum ist es schade, dass wir es heute nicht geschafft haben, diesen Kreis zu schließen.»

Auch Torschütze Eggimann dachte nach seinem letzten Heimspiel nach sechs Jahren im KSC-Dress an die Anhänger im Wildpark. «Ich hatte mir vorgestellt, dass es heute ein Fußball-Fest gibt. Es ist vor allem für die Fans schade, dass es keines geworden ist», sagte der Kapitän. «So hat es einen etwas faden Beigeschmack.» Gerührt war der Schweizer Nationalspieler aber auch ohne die erhoffte Feierlaune: «Mich hat beeindruckt, dass man mich und auch die anderen hier positiv verabschiedet hat. So etwas ist heute nicht mehr selbstverständlich.»

 

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