Sochi - Premierensieg für Feuz, Sander stark
Beat Feuz hat die Abfahrt auf der Olympiastrecke in Sotschi gewonnen. Der Schweizer siegte bei den Test-Wettkämpfen in Russland vor Benjamin Thomsen aus Kanada und dem Franzosen Adrien Théaux. Bester Deutscher war einmal mehr Andreas Sander, der mit Startnummer 37 auf den 16. Rang nach vorne fuhr.
Für Feuz war es an seinem 25. Geburtstag der vierte Weltcup-Sieg.
Die Olympiastrecke von 2014 erwies sich bei strahlendem Sonnenschein in Sotschi als äußerst selektiv. Einem eng gesteckten, Super-G ähnlichen Starthang folgten ein kurzer Gleitteil mit weiten Sprüngen und einige weitere, abfahrtstypische Kurven.
Feuz, erwischte die Einfahrt in das Flachstück am Besten, nahm das meiste Tempo in den Zielhang mit und nahm mit Ausnahme von Thomsen allen Kontrahenten im unteren Streckenabschnitt mehrere Zehntel ab.
Feuz: "Abfahrtsweltcup ein Ziel"
Im Abfahrtsweltcup ist das Geburtstagskind damit bis auf 27 Punkte an seinen führenden Landsmann Didier Cuche herangerückt.
„Ein viel schöneres Geburtstagsgeschenk gibt es nicht. Auf dieser Piste ist es sehr schwer zu fahren und mir ist scheinbar ein sehr guter Lauf geglückt. Thomsen hat mir noch einen Schreck eingejagt. Ich habe gedacht, ich war unten schon schnell - aber er war nochmals schneller“, so Feuz.
„Der Abfahrtsweltcup ist natürlich ein Ziel. Ich habe mein Ziel erreicht, ich habe Punkte gutgemacht. Es sind noch zwei Abfahrten, da ist sicher alles möglich“, fügte der Wengen-Sieger hinzu.
Kein Zweitjob mehr für Thomsen
Der 24 Jahre alte Thomsen freute sich unbändig über sein erstes Weltcup-Podest. "Ich bin immer noch geschockt", meinte er, als sich der Zielraum vor dem Bergpanorama des Nordkaukasus schon längst geleert hatte.
Und bei der Siegerehrung verriet Feuz, was ihm der Überraschungszweite zugeflüstert hatte. "Weißt Du, was das erste war, dass der Thomsen im Ziel gesagt hat? 'Wow, jetzt bin ich endlich den Sommerjob los!'" Während der Weltcup-Pause musste Thomsen stets arbeiten - meist als Maurer - da ihm sein Job als Skirennfahrer zu wenig einbrachte.
Sander überzeugt
Sander glänzte vor allem im Zielhang mit der drittbesten Abschnittszeit und erreichte das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. „Wenn man im Ziel ist, hat's richtig Spaß gemacht, aber meine Oberschenkel haben schon richtig gebrannt“, meinte der 22-jährige Ennepetaler.
Stephan Keppler verzichtete wegen einer Entzündung an der Patellasehne auf einen Start auf der extrem eisigen und ruppigen "Rosa Chutor"-Piste in Krasnaja Poljana. „Es hat keinen Sinn gemacht, auf dieser Abfahrt musst du bei 100 Prozent sein“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.
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