WM 2011 - Rieschs Größe in der Niederlage
Fr 11.Feb. 20:34:00 2011
Von der Abfahrt "gekillt" und den Siegern brav gratuliert: Maria Riesch zeigt sich bei ihrer Heim-WM als faire Verliererin. Dabei merkt man ihr an, dass sie diese Position nicht freiwillig, aber durch die Bronzemedaille im Super-G mit einiger Gelassenheit bekleidet.
Aus Garmisch-Partenkirchen berichtet Fabian Kunze
Als Maria Riesch nach gut acht Sekunden Fahrtzeit über die Kante in den Steilhang kam und auch für die Fans in der Gudiberg-Arena mit bloßem Auge sichtbar wurde, brandete Applaus auf. Jeder Schwung, jeder Wackler und jedes Rutschen wurde lautstark begleitet – doch schon bei der letzten Zwischenzeit war klar, dass es nichts werden würde mit dem ersehnten WM-Gold für die Lokalmatadorin, die im Ziel sichtlich gezeichnet entschuldigend die Arme hob.
"Ich habe nicht mit einer Medaille gerechnet, denn ich hatte kein Abfahrtstraining und war auch nicht im Vollbesitz meiner Kräfte", sagte Riesch dem "Bayerischen Rundfunk", "aber dass man es bei einer Heim-WM versuchen will, ist doch verständlich." Die Zuschauer honorierten den Auftritt der 26-Jährigen, auch wenn die Medaillenplätze im dritten WM-Rennen zeitlich in weiter Ferne lagen. Sie habe sich natürlich "ein bisschen schlapp" gefühlt, erklärte Riesch. "Die Abfahrt hat mich gekillt. Der Husten ist einfach unangenehm und wenn man da die Abfahrt fährt mit fast zwei Minuten und dann so tief schnaufen muss, dann tut es einfach weh. Ich habe es versucht, ich will auch gar nicht jammern oder es darauf schieben."
Riesch lobt Medaillengewinner
Da das für Samstag angesetzte Abfahrtstraining aufgrund des erwarteten warmen Wetters zur Schonung der Piste ohnehin abgesagt wurde, kann sich Riesch nun voll und ganz der Wiederherstellung ihrer Gesundheit widmen. "Ich hoffe, dass ich wieder zu Kräften komme. Ich werde jedenfalls alles dafür tun und jetzt gleich nach Hause gehen." Das tat Riesch als gute Gastgeberin jedoch nicht, ohne die Leistung der neuen Weltmeisterin Anna Fenninger zu würdigen. "Sie ist einen Wahnsinns-Slalom gefahren. So habe ich sie im Slalom noch nicht gesehen. Sie hat bei den schwierigen Bedingungen die Linie getroffen und den Sieg verdient", lobte die Kombinations-Olympiasiegerin die 21-jährige Österreicherin und fügte hinzu: "Alle, die die Medaillen gewonnen haben, haben das total verdient."
Fenninger selbst durchlebte in den Minuten, nachdem sie die Führung übernommen hatte, so ziemlich alle denkbaren Gefühlswelten. Der erste Blick auf die Anzeigetafel bestätigte: Führung für Fenninger, es folgte die Faust der Freude, ehe das Zittern begann. Was dann geschah, erlebte die neue Weltmeisterin wie in Trance. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte die gelernte Hotelfachfrau, "ich kann es noch gar nicht glauben. Aber ich wollte allen beweisen, dass ich auch Slalom fahren kann. Das ist mir heute gelungen", sagte Fenninger. Nach der Zieldurchfahrt von Landsfrau Elisabeth Görgl, die nach der Abfahrt noch in Führung gelegen hatte und am Ende Platz fünf belegte, flossen Freudentränen. Später bei der Siegerehrung animierte sie die Fans auf den Rängen zur Welle.
"Wusste, dass ich Skifahren kann"
Dabei hatte der bekennenden Funsport-Liebhaberin – wenn es die Zeit zulässt, fährt sie Motocross oder Wakeboard – die Vorsaison beinahe die Lust aufs Skifahren genommen. "Nach der letzten Saison war ich sehr geknickt und wollte gar nicht mehr trainieren", sagte Fenninger über die verkorksten Rennen vor Jahresfrist. Doch sie besann sich, stieg wieder ins Training ein und ließ allen Druck von außen hinter sich. "Ich wusste ja, dass ich Skifahren kann und hatte keine Erwartungen vor dieser Saison. Mein Ziel war einfach nur, das zu erreichen, was möglich ist." Das ist ihr eindrucksvoll gelungen.
Hinter der Slowenin Tina Maze, die nach Silber in Val d'Isere und Platz zwei bei den Olympischen Spielen in Vancouver den Titel wieder nur um ein paar Hundertstelsekunden verpasste, schickt sich Anja Pärson an, ganz heimlich zur erfolgreichsten Skirennläuferin bei Großveranstaltungen zu werden. Kombi-Bronze war bereits die 18. Medaille der Schwedin bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen – nur der Norweger Kjetil Andre Aamodt sammelte mit 20 Plaketten häufiger Edelmetall. Ganz geheuer ist der sympathischen Schwedin, die in dieser inoffiziellen Rangliste gerade erst Aamodts Landsmann Lasse Kjus hinter sich gelassen hat, nicht. " Ich fühle mich sehr unwohl, mit den beiden verglichen zu werden. Ich glaube nicht, dass ich mit zwei der größten Skifahrer aller Zeiten zusammen genannt werden kann", erklärte Pärson bescheiden.
Bescheidenheit überwiegt auch bei den bislang überragenden Österreichern, die nach drei Rennen zweimal Gold und einmal Silber auf dem Konto haben. "Das haben wir uns nicht erträumt. Wir haben gehofft, dass wir gut abschneiden, obwohl wir im Vorfeld viel Pech gehabt haben", zog ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel eine erfreuliche Zwischenbilanz. Weltmeisterin Fenninger, die den Grundstein für den Sieg in einer mehr als soliden Abfahrt legte, sieht das rot-weiß-rote Team für die Spezialabfahrt am Sonntag jedoch nicht in der Favoritenrolle – obwohl neben Super-G-Weltmeisterin Görgl mit Andrea Fischbacher auch die Titelverteidigerin aus dem eigenen Stall kommt. Fenninger hält den Umstand, dass ausgerechnet Görgl und sie mit Gold nach Hause fahren, für Zufall. "Lizz und ich, wir haben nichts gemeinsam, außer den Ski." Viel mehr scheint also für den nächsten Angriff auf Gold nicht nötig.
World Champ. - Super Combi
TV-Tipp:
Mehr Ski-WM geht nicht: Eurosport überträgt das Highlight der Wintersport-Saison vom 8.-20. Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen live: Alle Trainingsläufe, alle Rennen – das Ganze begleitet von Eurosport-Experte und Ski-Superstar Bode Miller. Tägliche Highlight-Sendungen, Chats mit den Eurosport-Kommentatoren Frank Wörndl und Guido Heuber auf eurosport.yahoo.de runden das Angebot ab.
Eurosport



Kommentare 1 - 20 of 20
im grunde bleibt ihr nichts anders übrig
aber der artikel: ist der nicht jämmerlich?
"Größe"? Ich lese da nur von Selbstverständlichem...
Nicht missverstehen; ich finde Frau Riesch grundsätzlich recht sympathisch. Aber die Berichterstattung über sie...steht wieder auf 'nem ganz anderem Blatt.
Na Frau Riesch,wieder Frau gespielt,Grippekranken Verlobten gebusselt.Schon was von Vorsorge gehört.
Grippeschutzimpfung.
Wenn man keine Chance auf Gold hat kommt man so auch in alle Zeitungen.
@ SebastianTurok (und andere)
Wohl eine wenig schlecht geschlafen... (und Thema verfehlt!)
Abgesehen davon, wird Zeit, dass sich dieses Land endlich löst von dem, was war,
lang genug sind uns viele auf der Nase rumgetanzt, aber wenn's um Kohle geht,
dann hält jeder die Bappn und das Säckerl auf, bigotte Zecken.
Aber hier geht's ja um Sport, also lasst uns alle froh und munter sein ;-))
Ohne Werbeverträge wäre die Riesch auch im Bett geblieben
Hallo, Julia. Nein, ich schreibe in keinem Eiskunstlaufforum, hier eigentlich auch ganz selten. Und Waltweg, dann heisst Du eben Mubarak. So, und ich lebe nicht hier, sondern in meinem Land, also brauch ich Euer Land nicht zu verlassen, wenn mir etwas nicht passt (Wuseljo).
Maria Riesch und Lindsay Vonn sind ehrgeizige, faire Sportlerinnen. Gesundheitliche Schwächen verschonen auch die beiden nicht. Die B...(Zeitung?) war, ist und bleibt ein stets in sämtlichen Bereichen nur einseitig orienter übler Papierfetzen.
"WIR" - gemeint sind die Schmierblatt lesenden Deutschen - sind nicht Weltmeisterin geworden!
Sportler wissen jedoch die Leistung beider zu schätzen!
Und den Schmierern bleibt nichts anderes zu empfehlen: Nehmt 'ne Rolle Scheisspapier und wischt eure Fressen ab!
Auf eine Reihe anderer "Berichterstatter" trifft dies auch zu!
Im Prinzip macht Riesch aber auch nichts andres als Vonn, sie schiebt diese schlechte Platzierung auf ne Grippe. Wer nicht fit ist soll nicht fahren das gilt für beide Damen, was mich hier aber so ankotzt is das hier mit so verschiedenem Maß gemessen wird...
Ich finde langsam macht sich Eurosport lächerlich wie man die eine Athlethin versucht in den Dreck zu ziehn, und kurz darauf ne andre hochlobt obwohl die Leistung von beiden weit unter Durchschnitt war, ein Artikel über die Leute die was geboten haben wäre angebrachter...
Langsam wirds aber auch sogar mir als jemandem der Frau Vonns Art nicht ausstehen kann und Maria sehr symphatisch wird zu bunt.
1. Was soll diese reisserische Überschrift? Das war heute keine Niederlage ... sie hatte von vornherein keine Chance heute
2. Warum muss das überhaupt mit einem Artikel aufgewärmt werden? Wie wärs dann noch mit Guts Größe nach dem Sturz? Und wo ist überhaupt der Artikel über Fenninger?
@Ioana...Bist du die "Ioana" aus dem Eiskunstlaufforum FSUniverse? Das würde mich jetzt interessieren! Ich schreibe zwar nur selten Beiträge in diesem Forum, aber ich lese viel mit, darum kommt mir dein Name aus dem Eiskunstlaufforum so bekannt vor.
Unglaublich was eine Zeitung so anrichten kann. Die Bildzeitung hat es tatsächlich
geschafft, die (Ski)Nation in 2 Lager zu spalten. Diejenigen, die mit dieser Zeitung
nie was anfangen konnten, sind automatisch gegen Maria Riesch, da ja diese besagte
Zeitung zu Riesch hält und damit auch gegen Lindsay Vonn.
Zu dir noch was Federer; alles in Ordnung was du meinst, bis auf eines: an Rieschs
Stelle hättest du 2-3 Tage Pause eingelegt.
Hätte sie 2-3 Tage Pause eingelegt, dann könnte sie die Spezial-Abfahrt auch gleich mit
abblasen, denn dann hätte sie nicht einen Lauf nach unten gebracht, da sie schon die
2 anderen Trainingsläufe passen musste. Einmal fuhr sie gerade mal ca.100 meter weit.
Das ist mein Ansatz und war sicherlich auch der entscheidende Gedankengang bei
Riesch. Es ging ihr rein dazu, das Gefühl zu finden und wer weiß, vielleicht hat sie dadurch
einen kleinen Vorteil raus gezogen, gegenüber Marlies Schild im Slalom. Alle, die den
Gudiberg jetzt runterfahren konnten, haben sicherlich keinen Nachteil dadurch erzielt.
So gehe hier wieder raus,das ganze Forum wird mir zu bunt.
wuseljo
getroffene hunde bellen ???
aaah...nun weis ich was das ganze gejammere und gebelle hier rund um köln bedeutet..
WIEDERMAL NICHT italien geschlagen in der ALLERWICHTIGSTEN SPORTART...
auf gehts, zu den den 16 jahren ..
wuseljo
lerne erstmal die namen deiner doch soooo hochgelobten heimatsathleten richtig zu schreiben ( vonwegen risch ) dann kannste hier den unverschämten lauten machen..
JEDE/R hat in diesen land wenn sie/er/es steuer zahlt das recht die eigene meinung zu vertreten !
die zeiten wo dies verboren war, liegen 60 jahre zurück...
loana, hast alles geschrieben was dazu zu sagen ist !!! bravo
@wuseljo - Sie kennen mich gar nicht, Sie kennen mein Leben nicht. Schreiben Sie bitte nicht so ein Schrott. Ich darf meine Meinung hier äussern, hier besteht nämlich Redefreiheit. Hören Sie bitte auf, andere Leute zu beleidigen. Das ist billig.
Wieso muss es in diesen Foren eigentlich immer gleich persönlich werden? Nervig.
Hallo Nlwebster. Danke. Aber jetzt mal ehrlich. Ich bin Rumänin, wir haben also keine heißen Eisen im Feuer und ich könnte mich ganz entspannt zurücklehnen und die WM einfach genießen. Kann ich natürlich nicht, weil ich um die Uhrzeiten nicht einfach mein Büro schließen kann. Also versuche ich mich hier "Live" auf dem Laufenden zu halten. Und was kriege ich geboten? Diese Zickenkriege und sonst (fast) nichts! Um die Rennen selber scheint es gar nicht mehr zu gehen, die Sieger (alles wirklich sympatische Sportler) werden kaum beachtet, nur noch Riesch, Vonn, Riesch, Vonn!! Und dabei noch diese Gehässigkeit der Vonn gegenüber, wobei Riesch natürlich der engelhafteste aller Engel ist.
Ioana - sehr schön gesagt. Ich stimme dir voll und ganz zu. Ich wusste, dass irgendwie aus den 11. Platz von Riesch irgendein Lob kommen würde - fast als ob sie eine Medaille gewonnen hätte. Und, wie Sie gesagt haben, natürlich auch Vonn schlecht reden - das gehört auch dazu, laut den deutschen Medien.
Meine Güte, das ist heute keine Niederlage für Riesch. Die Frau ist krank, wenn man 39,5 Grad Fieber hat kann man nicht 2 Tage später wieder Leistungssport auf Weltklasseniveau betreiben. Sowas geht nicht. Auch wenn das Fieber runter ist, ist der Körper trotzdem noch geschwächt. Es ist zwar Rieschs Entscheidung aber an ihrer Stelle hätte ich einfach mal 2-3 Tage nichts gemacht, die Kombi abgesagt und mich dann auf die Abfahrt und die technischen Disziplinen konzentriert. Dennoch Respekt für die heutige Leistung.
Wie peinlich ist das denn? Erst die wiederholten Artikel über das "Theater" der "Oberzicke" Vonn, gleich darauf einen über die "Größe" der "heiligen" Riesch. Irgendwie wird bei den meisten Außenstehenden genau das Gegenteil von dem, was offenbar bezweckt wird, erreicht. Mir war Vonn eigentlich immer unsympatisch und Maria war mir total egal (in bin keine Deutsche, also darf ich das :-)). Jetzt allmählich nervt sie mich aber mehr, als es zehn Vonns jemals geschafft hätten!
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